Mutmacher

„Ich will anderen Betroffenen Mut machen“

Mit seiner Aktion "Oli radelt" fährt Oliver Trelenberg (Mitte) mit seinem Fahrrad quer durch Deutschland und sammelt Spenden für einen guten Zweck. Am Wochenende machte er Stopp in Marsberg und Brilon. Vor dem Rathaus in Marsberg, rechts: Bürgermeister Klaus Hülsenbeck, links: Michael Rummel aus Brilon (Engel mit Herz e.V.)

Mit seiner Aktion "Oli radelt" fährt Oliver Trelenberg (Mitte) mit seinem Fahrrad quer durch Deutschland und sammelt Spenden für einen guten Zweck. Am Wochenende machte er Stopp in Marsberg und Brilon. Vor dem Rathaus in Marsberg, rechts: Bürgermeister Klaus Hülsenbeck, links: Michael Rummel aus Brilon (Engel mit Herz e.V.)

Foto: Annette Dülme

Marsberg/Brilon.   Der 52-jährige Oliver Trelenberg radelt durchs Sauerland, um Geld für die „Engel mit Herz“ zu sammeln. Auch in Marsberg machte er Station.

„Mein Fahrrad ist meine größte Hilfe. Beim Fahrradfahren bekomme ich den Kopf frei, bin in der freien Natur und mache was für einen guten Zwecken. Das macht mich zufrieden“, fasst Oliver Trelenberg seine Motivation zusammen, trotz gesundheitlicher Einschränkung immer wieder aufs Rad zu steigen. „Oli radelt“ heißt seine Mission zugunsten des Vereins Engel mit Herz. Der Verein setzt sich ein für Menschen, die nach durchlebtem Krebsleiden in Armut geraten sind. „Dazu gehöre auch ich“, sagt der 52-jährige Frührentner. Er litt unter Kehlkopfkrebs.

1320 Kilometer gefahren

Am 22. Mai hat er sich zu seiner dritten Spenden-Fahrradtour durch Deutschland auf den Weg gemacht. 1320 geradelte Kilometer liegen hinter ihm, als er am Samstagnachmittag in Marsberg ankam. Die Strecke führte ihn von Dresden über den Elb-, Weser- und Diemelradweg nach Marsberg. Übernachtet hat er im Hotel Zeitler. Auch dafür brauchte er nichts zu bezahlen. Hotelier Ecki Zeitler überließ ihm das Zimmer kostenlos und spendierte ihm auch noch ein Frühstück, bevor er am Sonntagmorgen wieder aufs Rad stieg Richtung Brilon. Am Montag ging es weiter nach Arnsberg, seiner Heimatstadt Hagen entgegen. Schirmherr seiner Deutschlandtour ist der Hagener Oberbürgermeister Erik O. Schulz.

Bevor er am Sonntagmorgen weiter radelte, traf Oli Trelenberg Bürgermeister Klaus Hülsenbeck. „Ich finde es großartig, wie Sie mit Ihrer beispielgebenden Aktion anderen Krebspatienten Mut machen“, will Hülsenbeck eine Spende von 100 Euro auf das Spendenkonto des Vereins einzahlen. „Armut als Folge einer Krebserkrankung ist für immer mehr Betroffene und deren Angehörigen in den letzten Jahren zu einer bitteren Realität geworden“, weiß Michael Rummel aus Brilon.

Lebensqualität durchs Radfahren

Er ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Vereins Engel mit Herz. Zwar profitierten Patiente von modernen Behandlungsmöglichkeiten, so Rummel, aber durch die längeren Therapien würden gerade jüngere Patienten im mittleren Lebensalter durch Frühverrentung durchs soziale Netz fallen. So wie Oliver Trelenberg. Er muss mit 800 Euro im Monat auskommen. Rummel: „Vielen Menschen fällt es heute leichter über ihre Erkrankung zu sprechen, als über ihr krankheitsbedingtes Leben in Armut.“

„Ich war schwerer Alkoholiker, habe mit neun Jahren zum ersten Mal Alkohol getrunken. Der Suff hat mir alles genommen: meine Familie, meinen Beruf“, erzählt Trelenberg. 2003 wurde er depressiv, litt an einer Zwangserkrankung. Er schafft es weg vom Alkohol zu kommen. Dabei half ihm das Radfahren. So wie nach seiner Kehlkopferkrankung. Trelenberg: „Ich will anderen Betroffenen Mut machen, vom Sofa aufzustehen und etwas für sich zu tun.“ Das Radfahren habe ihm neue Lebensqualität geschenkt. Und das Spendensammeln für einen guten Zweck einen Sinn dazu.

Folgen Sie der WP Altkreis Brilon auf facebook.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben