Bauwirtschaft

IG Bau befürchtet auch im HSK großen Fachkräftemangel

Es mangelt an Fachkräften. Die IG Bau sieht mittelfristig ernste Probleme für Baufirmen.

Es mangelt an Fachkräften. Die IG Bau sieht mittelfristig ernste Probleme für Baufirmen.

Foto: Helmuth Vossgraff / WAZ FotoPool

Altkreis.  92 Stellen in der Baubranche waren vergangenes Jahr länger als 90 Tage unbesetzt. Die IG Bau macht sich Sorgen um den Nachwuchs.

Der Mangel an Fachkräften könnte für Baufirmen im Hochsauerlandkreis in den nächsten Jahren zu einem ernsten Problem werden. Davor warnt die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und verweist auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

Danach gibt es in den Bauberufen immer größere Schwierigkeiten, Personal für offene Stellen zu finden.

Gewerkschaft fordern Lohn-Plus

Im vergangenen Jahr blieben im Hochsauerlandkreis 92 Stellen in der Branche länger als 90 Tage unbesetzt. 2018 waren es 69 Stellen, ein Jahr zuvor 51. „Ob es um den Bau von Wohnungen und Straßen oder die Sanierung von Brücken geht – viele Firmen arbeiten wegen der anziehenden Nachfrage längst am Limit. Und das sogar in Zeiten von Corona. Um die Aufträge zu bewältigen, müssen sie jetzt in die Fachleute von Morgen investieren“, sagt Friedhelm Kreft, Bezirksvorsitzender der IG BAU Westfalen Mitte-Süd. Die Branche müsse jedoch deutlich attraktiver werden. Das fange bei einer besseren Bezahlung an, so Kreft.

Kräftiges Lohnplus gefordert

In der laufenden Tarifrunde für das Bauhauptgewerbe fordert die Gewerkschaft ein kräftiges Lohn-Plus. Außerdem soll die lange, bislang meist unbezahlte Fahrerei zur Baustelle entschädigt werden. „Aktuell erleben wir einen regelrechten Facharbeiter-Schwund. Drei Jahre nach der Ausbildung haben im Schnitt zwei von drei Bauarbeitern ihre Branche verlassen. Der Trend muss unbedingt gestoppt werden“, betont Kreft.

Neben höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen komme es dabei auch auf ein gesundes Betriebsklima an. Beschäftigte vermissten häufig Respekt und Anerkennung für ihre Leistung. „Kein Wunder, dass sich mancher da nach einem anderen Beruf umschaut“, so Kreft.

Studie der Sozialkassen

Wie sehr der Fachkräftebedarf in Zukunft anwachsen könnte, zeigt eine Studie der Sozialkassen des Baugewerbes (Soka-Bau). Danach dürften in den nächsten zehn Jahren bundesweit 150.000 Bau-Beschäftigte in Rente gehen. Das ist jeder sechste Arbeitnehmer in der Branche.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben