Projekt

Im Maria-Hilf Brilon dürfen Schüler eine Station leiten

Sie haben sich gut geschlagen: die Krankenpflegeschüler des Maria-Hilf Krankenhaus. Auf den Stühlen sitzen Petra Vorderwisch und Thomas Pape.

Sie haben sich gut geschlagen: die Krankenpflegeschüler des Maria-Hilf Krankenhaus. Auf den Stühlen sitzen Petra Vorderwisch und Thomas Pape.

Foto: Linda Sonnenberg

Brilon.   Im Maria-Hilf haben die Auszubildenden für eine Woche das Sagen. Ein Perspektivwechsel, von dem vor allem die Patienten profitieren.

Eigentlich stehen ihre Examen erst noch bevor, doch im Maria-Hilf Krankenhaus in Brilon leiten die Schüler dennoch - wenn auch nur vorübergehend - eine ganze Station.

Im Rahmen des Projekts „Schüler leiten eine Station“ bekamen die Auszubildenden, die sich im dritten Lehrjahr und damit unmittelbar vor ihren Examensprüfungen befinden, die Leitung. Natürlich nur unter der Aufsicht des examinierten Fachpersonals, wie Petra Vorderwisch, Leiterin der Krankenpflegeschule des Maria-Hilf Krankenhauses versichert: „Aber für das ausgebildete Pflegepersonal wird die Übernahme nicht einfach. Unsere Patienten wurden von den Schülern regelrecht verwöhnt.“

Und das spiegelt sich auch in den Bewertungen wieder, die die 25 Patienten ausgefüllt haben: „Wir haben eigentlich überall 100 Prozent. Einmal hat eine Person sogar ein eigenes 150-Prozent-Kästchen aufgezeichnet“, freuen sich Jil Pepinghege und Kader Polat.

Stationsalltag

Die beiden 21-Jährigen agierten in der Woche als Stationsleitungen und koordinierten die Spät- beziehungsweise Frühschicht. „Wir haben zu Beginn Flyer auf der Station verteilt, in denen wir erklärt haben, was in dieser Projektphase passiert und wie die Woche ablaufen wird“, berichtet Jil Pepinghege.

Im Anschluss ging es dann mit dem normalen Stationsalltag los, in den es sich erst einmal einzufinden galt: „Wir mussten erst einmal ankommen, aber dann lief es gut“, zieht Schülerin Pepinghege ein positives Fazit und Kader Polat ergänzt: „Es hat mega Spaß gemacht, das Feedback war gut und der Perspektivwechsel hat uns gut vorbereitet.“

Examen stehen kurz bevor

Denn in den kommenden Wochen stehen die Examensprüfungen auf dem Programm. „Der Zeitpunkt ist bewusst so gewählt, dass erst die Schüler im letzten Ausbildungsjahr an dem Projekt teilnehmen. Sie haben sich schon ein Wissen angelernt, dass sie dann einbringen können“, erklärt Pflegedirektor Thomas Pape die Idee und erzählt: „Alle entwickeln sich weiter. Sowohl unsere Schüler, die Selbstbewusstsein aufbauen können, als auch die Pflegeleitungen, die den Blickwinkel wechseln müssen.“

Dennoch ist der Einsatz nicht selbstverständlich, wie Petra Vorderwisch hervorhebt: „Nur durch den großen Einsatz der Schüler ist das Projekt möglich gemacht worden. Es gehörte eine intensive Planung und Vorbereitung dazu.“ Über mehrere Monate wurden die jungen Männer und Frauen von ihren Ausbildern auf die Woche vorbereitet.

Schüler hatten freie Hand bei der Übergabe

Krankheitsbilder wurden einstudiert, Abläufe besprochen, Experten hielten Vorträge und die Pflegeansprüche wurden durchgesprochen. Zudem mussten die Schüler auf die Schichten. „Einzig die Nachtschicht blieb unter der Leitung der examinierten Kräfte“, erklärt Petra Vorderwisch. Die Pflege, Aufnahme, Entlassung und das Administrative teilten sich die Schüler selbst auf. Bei den Übergaben saßen jeweils auch Petra Vorderwisch oder Thomas Pape mit im Raum.

„Wir haben den Schülern freie Hand gelassen, uns aber Notizen gemacht, um direkt im Anschluss ein Feedback und Hinweise geben zu können“, erklärt der Pflegedirektor. „Es war manchmal schon komisch, wenn man die Ausbilder während der Übergabe im Rücken sitzen hatte, aber es hat eigentlich immer alles gut funktioniert“, sind die Schüler zufrieden mit sich.

Sechstes Jahr in Folge

Bereits im sechsten Jahr in Folge findet das Projekt nun statt. „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie intensiv die Schüler sich vorbereiten“, freut sich Vorderwisch und Pape ergänzt: „Für die Patienten ist es immer eine Woche voller Highlights. Die Schüler geben immer alles und das merkt man auch an der glücklichen Stimmung.“

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