Garten

Imker aus Marsberg erklärt „intelligente“ Bepflanzung

Klaus Stute aus Essentho, Kreisvorsitzender der Imker im Hochsauerlandkreis, bepflanzt seinen Blumenkasten intelligent.

Klaus Stute aus Essentho, Kreisvorsitzender der Imker im Hochsauerlandkreis, bepflanzt seinen Blumenkasten intelligent.

Foto: Jana Naima Fischer

Essentho.   Klaus Stute, Kreisvorsitzender der Imker im HSK, bepflanzt seine Töpfe intelligent. Er achtet auf Kräuter, die von Bienen angeflogen werden.

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Mit den Fingern zerreibt Klaus Stute ein Salbei-Blatt. Dann riecht er an seiner Hand. „Das duftet toll.“

Der Kreisvorsitzende der Imker hat in seinem Garten Zinnwannen gestapelt, Tüten voller Erde und Sand, Körbchen und Töpfe mit Kräutern. „Ist ja bei uns noch nicht so die Zeit, weil es hier so windig ist“, sagt er und blickt über den Horizont Essenthos, der grau bewölkt ist. Trotzdem will er heute seine Blumenkästen bepflanzen – intelligent bepflanzen.


Was hat es mit dem „Intelligenten Blumenkasten“ auf sich?
Klaus Stute: Viele Menschen pflanzen ja gerne Blumen auf ihren Balkon oder in den Garten. Das sieht auch schön aus, noch besser wäre es aber doch, wenn sie außer ihren Blüten auch einen anderen Sinn und Zweck erfüllen. Noch schöner sind Blumen zum Beispiel, wenn dicke Hummeln oder Bienen um sie herum summen, weil sie Nektar und Pollen als Nahrung finden. Und am besten ist es dann, wenn man die Pflanzen auch in der Küche verwenden kann.


Klaus Stute schüttet Erde in die graue Wanne auf seiner Terrasse. Darüber kommt noch Sand. Kräuter, Blumen und Früchte hat er gekauft.


Wo kaufen Sie die Pflanzen?
Die besorge ich im Gartenfachgeschäft. Am besten wäre es, eine Liste mit den lateinischen Namen der Pflanzen mitzunehmen, die man erstehen will, weil die oftmals auf den kleinen Kärtchen nicht übersetzt werden. Staudengärtnereien bieten Zuchtformen an, die in ihren Farben noch einmal besonders sind. Man kann auch Gartenbesitzer fragen, ob man kleine Ableger für den eigenen Topf bekommen kann. Und gute Ratschläge kriegt man direkt dazu.
Die Kräuter, die er gekauft hat, löst er jetzt aus der Form und drückt sie tief in die ausgehöhlte Erde. Dabei sind Lavendel, Rosmarin, verschiedene Sorten von Thymian und Erdbeersträucher.


Nach welchen Kriterien suchen Sie sich die Kräuter aus, die Sie in einen intelligenten Blumenkasten pflanzen?
Manche Dinge, wie den Lavendel, pflanze ich nur für das Auge und den Duft. So werden alle Sinne bedient. Manche Kräuter machen sich gut in der Küche oder als Tee, wenn man erkältet ist. Die Erdbeeren pflanze ich für meine Enkel, extra weit vorn, damit sie schnell dran kommen und naschen können.


Was für Pflanzen empfehlen Sie denn?
Ich empfehle Mauerpfeffer, wie Sedum oder Fettkraut. Gewürzkräuter, in der Fachsprache Lippenblütler, sind auch toll für so einen Kasten. Dazu gehört Thymian, Bohnenkraut, Salbei, Pfefferminze oder Ysop. Toll ist auch Schnittlauch, der ist wirklich lecker. Und Weinrauten sehen schick aus.


Die Kräuter drückt Klaus Stute relativ nah beieinander in die Erde. „Man muss zwar schon drauf achten, dass manche der Pflanzen größer werden und mehr Platz benötigen, aber es sieht ja auch sehr schön aus, wenn der Topf voll und bunt ist.“

Die fertig bepflanzte Zinnwanne bringt Klaus Stute mit einer Sackkarre wieder ins Haus. Noch fehlt die Sonne, die die Pflanzen zum Wachsen und Blühen benötigen.



Wie viel Pflege braucht ein intelligenter Blumenkasten?
Nicht sehr viel. Er braucht einen sonnigen Standort, regelmäßige, aber nur mäßige Düngung und nicht übermäßige Bewässerung. Manchmal hilft es, die Stauden zurückzuschneiden oder zu teilen, wenn der Kasten zu bewachsen ist. Die Ableger können dann auch direkt für einen neuen Topf verwendet werden. Klaus Stute drückt noch einmal die Erde fest.

Bald wird es in seinem Garten wieder brummen...

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