POLIZEISTATISTIK

In acht Monaten knapp 1000 Fälle von Fahrerflucht im HSK

In den ersten acht Monaten dieses Jahres gab es im HSK 992 Unfälle mit Fahrerflucht. Davon waren 950 Fälle Sachbeschädigung, zum Beispiel durch ein Auffahren beim Ausparken.

Foto: Polizei

In den ersten acht Monaten dieses Jahres gab es im HSK 992 Unfälle mit Fahrerflucht. Davon waren 950 Fälle Sachbeschädigung, zum Beispiel durch ein Auffahren beim Ausparken. Foto: Polizei

Hochsauerlandkreis.   Einmal kurz nicht aufgepasst, schon ist ein Unfall passiert. Wer den Unfallort einfach so verlässt macht sich strafbar.

Der Angeklagte schüttelte den Kopf: „Es hat keinen Knall gegeben.“ Die Zeugen sagten etwas anderes. Ende Juni soll der 62-Jährige auf einem Supermarktparkplatz in Brilon ein parkendes Auto angefahren haben.

Mit dem Auto seiner Nachbarin hatte er diese zum Einkaufen gefahren und im Fahrzeug gewartet. Als eine bessere Parklücke frei wurde, setzte er das Auto um und stieß dabei gegen die rechte hintere Ecke eines anderen Autos. Der 62-Jährige stieg aus, besah sich den Schaden und verließ mit seiner Begleiterin den Parkplatz, ohne den Unfall zu melden. Er habe lediglich am von ihm geführten Wagen einen Lackschaden entdeckt, sagte er vor Gericht.

992 Fälle in acht Monaten

Die 28-jährige Geschädigte war zu dem Zeitpunkt noch im Supermarkt, aber ein Zeuge hatte den Unfall beobachtet, sich das Nummernschild notiert und die Polizei gerufen. So konnten die Beamten das Auto ausfindig machen und den Unfall rekonstruieren. Der Angeklagte: „Ein Polizist sagte, das sei eine Lappalie.“

Vor Gericht bestritt der Beamte, diese Aussage getätigt zu haben. Am Wagen der 28-Jährigen entstand laut Gutachter ein Schaden von 1065 Euro. Das Verfahren gegen den 62-Jährigen wurde gegen eine Zahlung von 300 Euro an die Staatskasse eingestellt.

Fälle wie dieser sind keine Seltenheit. In den Monaten Januar bis August gab es im HSK 992 Verkehrsunfallfluchten, davon 42 mit Personenschaden. Bei den 950 Unfallfluchten mit Sachschaden handelt es sich in zwei Drittel der Fälle um Beschädigungen von geparkten Fahrzeugen. Polizeisprecher Sebastian Held sagt: „Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat.“

Zettel an der Scheibe reicht nicht

Das Gesetz sieht in § 142 des Strafgesetzbuches für Unfallflucht eine Geldstrafe oder in schwerwiegenden Fällen eine Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren vor. Unfallverursacher hätten eine „angemessene Zeit“ zu warten, ob der Geschädigte noch erscheint und Personalien ausgetauscht werden können.

Held sagte: „Wir sprechen meistens von einem Zeitraum von 15 bis 20 Minuten. Im Zweifel ist es immer besser, die Polizei zu rufen. Damit sind Sie auf der sicheren Seite.“ Ein Zettel mit der Telefonnummer an der Windschutzscheibe reiche nicht aus. Zeugen von Unfällen empfiehlt er, die Polizei zu informieren: „Notieren Sie sich Kennzeichen, Fahrzeugtyp, Farbe, Besonderheiten, und eventuell die Fahrerbeschreibung.“

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