Gesundheit

Insolvenz: Klinik am Stein in Olsberg wird geschlossen

Die Klinik am Stein in Olsberg muss schließen.

Foto: Privat

Die Klinik am Stein in Olsberg muss schließen. Foto: Privat

Olsberg.   Zum 31. Mai stellt die Klinik am Stein den Betrieb ein. Trotz guter Auslastung findet sich kein Investor. Die finanziellen Risiken sind zu groß.

Die Klinik am Stein in Olsberg schließt zum 31. Mai. Das bestätigte das Unternehmen im Gespräch mit dieser Zeitung.

Damit sind die Versuche gescheitert, einen Käufer für das insolvente Haus zu finden. Insgesamt gehen in Olsberg 179 Arbeitsplätze verloren – ein Teil der Belegschaft hatte in den vergangenen Monaten aber bereits die Klinik verlassen.

Schrittweise Einstellung des Klinikbetriebs zum 31. Mai

„Man hätte vor drei Jahren reagieren müssen, dann wäre die Klinik noch zu retten gewesen“, sagte Thomas Steger, kaummännischer Leiter der Klinik am Stein der am Montag WP. Steger ist seit Dezember in Olsberg tätig. Nach einem Blick in die Bilanzen hatte er wenige Wochen später im Januar den Insolvenzantrag gestellt.

Der Plan sieht jetzt eine schrittweise Einstellung des Klinikbetriebs zum 31. Mai vor. Seit dem 7. Mai werden keine neuen Patienten aufgenommen. Patienten, die sich in laufenden Reha-Maßnahmen befinden, sollen regulär versorgt und behandelt werden. „Das wird nach dem aktuellem Kenntnisstand ohne weiteres möglich sein. Die Reha-Maßnahmen sind bis dahin auch abgeschlossen“, so Steger.

Leistungsträger lehnen ab, Pflegesätze zu erhöhen

Im Rahmen des vorläufigen Insolvenzverfahrens war ein Verkaufsprozess angestoßen worden, um einen Investor zu finden, der die Klinik übernimmt und den Betrieb vor Ort einschließlich der Arbeitsplätze sichert. Dabei seien mehr als 130 Investoren angesprochen worden. „Einige haben sich die Klinik angeschaut – auch mit Plänen neu zu bauen“, so Steger.

Auslastung bei mehr als 90 Prozent

Eine Perspektive habe aber keiner der potenziellen Käufer gesehen – und das, obwohl die Patientenauslastung auch in den vergangenen Monaten zwischen 95 und 98 Prozent gelegen habe. Der finanzielle und zeitliche Aufwand, der mit einer Sanierung verbunden sei, habe die Interessenten abgeschreckt, so Steger.

Unter erheblicher Personalfluktuation gelitten

Ohne einen Investor sei der Klinikbetrieb unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht wirtschaftlich fortzuführen. Ein wesentlicher Grund: Die Verhandlungen mit den Krankenkassen blieben erfolglos. Die Leistungsträger hätten es abgelehnt, Pflegesätze zu erhöhen. Damit sei eine Verbesserung der Umsatzsituation nicht zu bewerkstelligen.

Zum anderen habe das Unternehmen nach Insolvenzantragstellung unter erheblicher Personalfluktuation gelitten. Diese hatte dazu geführt, dass Teilbereiche des Klinikbetriebes nur noch mit erheblichem Einsatz von kostenintensivem Leihpersonal fortgesetzt werden konnte. „Für Investoren hätte das bedeutet, dass sie die ersten Jahre mit Verlusten rechnen müssen – und das bei gleichzeitigen hohen Investitionen. Dazu war niemand bereit“, erklärt der kaufmännische Leiter.

Die Aufrechterhaltung des verlustreichen Klinikbetriebes sei nur in Anbetracht des noch laufenden Investorenprozesses zu rechtfertigen gewesen, so Insolvenzverwalter Andreas Schoß. Nachdem der letzte Interessent abgesagt habe, sei das Aus besiegelt gewesen.

Versteigerung des Inventars

„Die noch verbliebenen Mitarbeiter haben die Nachricht von der Schließung mit Fassung getragen. Die Stimmung ist natürlich gedrückt“, sagte Steger. Die Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer seien bis zum Monatsende gesichert. Mit dem Betriebsrat in Olsberg würden Verhandlungen über den Abschluss eines Interessenausgleichs und Sozialplans aufgenommen. Allerdings: Auch für Mitarbeiter, die 30 Jahre und länger im Betrieb waren, seien keine hohen Abfindungen zu erwarten. Finanziell sei nicht viel Masse vorhanden. Ein kleiner Teil der Mitarbeiter wird über den 31. Mai hinaus kurzfristig in der dann ehemaligen Klinik arbeiten – zur Abwicklung.

Für die Gläubiger soll die Versteigerung des Klinikinventars ein Teil des Geldes zurückbringen. „Medizinische Geräte sind teuer und begehrt. Ich bin sicher, dass sie Abnehmer finden werden“, so Steger. Was mit den Häusern passiert, ist noch nicht klar. Die Immobilien gehören dem Kneipp-Kurverein.

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