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Joey Kelly hetzt in Brilon durch sein eigenes Leben

Für ein Pressefoto war noch Zeit: Marko Kieschnik, Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, Luisa Rölleke, Laura Klockenkämper, Joey Kelly, Jonas Rummel, Jochen Pickart und Oliver Dülme (von links).

Für ein Pressefoto war noch Zeit: Marko Kieschnik, Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, Luisa Rölleke, Laura Klockenkämper, Joey Kelly, Jonas Rummel, Jochen Pickart und Oliver Dülme (von links).

Foto: Laura Baer

Brilon.  Joey Kelly war am Freitag zu Gast in Brilon. Sein eigentlich zweistündiges Programm dampfte er auf gut 50 Minuten zusammen.

Im anthrazitfarbenen Zwirn steht Joey Kelly auf der Bühne, die Worte sausen wie ein Wok, der durch den Eiskanal rauscht, aus seinem Mund. Joey Kelly, einst Dauergast bei Showevents von Stefan Raab (Wok-WM, Stockcar-Challange, Turmspringen und Co.) sollte d e r Stargast sein bei der Veranstaltung „School OFF BrilOn“ in Brilon.

Es war ein kurzer Auftritt. Gehetzt, hektisch, rastlos. Eigentlich ein echter Joey-Kelly-Event, der als Extremsportler durch sein Leben jagt. In Brilon hätte man sich einen Kelly gewünscht, der mehr Ruhe, ein wenig mehr Zeit mitbringt.

Schweinehund überwinden, kämpfen lohnt sich

Er ist bei Temperaturen von bis zu minus 25 Grad und nach 255 Kilometern beim Eisrennen „The Sibirian Black Ice Race“ als erster im Ziel angekommen. Er ist in zwei Wochen und zwei Tagen ohne Geld quer durch Amerika gereist. Wer könnte besser von Selbstmotivation und Erfolgsfaktoren berichten, als Extremsportler und Musiker Joey Kelly? Bei „School OFF BrilOn“ sollte er genau das tun: Briloner Azubis waren gekommen, um zu erfahren, wie sie morgens ihren inneren Schweinehund überwinden, Alltagsprobleme bewältigen und ihre ersten Ziele im Berufsleben erreichen können.

Brilon als Extrem-Herausforderung

Doch Kelly, der sein neues Programm „No Limits – so schaffe ich mein Ziel“ präsentierte, schrabbte an der Lebenswirklichkeit von Berufseinsteigern und Studienabbrechern vorbei. Stattdessen erfuhren die Jugendlichen in knapp 50 Minuten, wie man einen Wettlauf zum Südpol bestreitet, ganze Stadien mit Fans füllt und in 18 Tagen 15 Kilo abnimmt. „Das ganze Leben ist ein Marathon – kämpfen lohnt sich“, gab Joey Kelly seinen jungen Zuhörern mit auf den Weg.

Zu einem Marathon wurde sein Programm nicht, vielmehr war es ein gehetzter Kurzstreckenlauf. Denn der ursprüngliche Veranstaltungsplan hatte vorgesehen, dass Kelly seinem Publikum zwei Stunden widmen, ihnen nach seinem Programm für Fragen und Anmerkungen zur Verfügung stehen sollte.

Tatsächlich rauschte der 44-Jährige nach knapp über 50 Minuten wieder ab. Er müsse noch nach Leipzig, sagte er – und eilte aus der Halle. Ein Austausch, ein Gespräch mit den Auszubildenden blieb Kelly schuldig. Der Besuch in Brilon als Extrem-Herausforderung. In Windeseile tackerte Kelly seine Sätze aneinander. „Wir setzen uns ständig Grenzen, die eigentlich nicht da sind“, greift an dieser Stelle wohl eine Weisheit, die Joey Kelly während seines Programms an viele weitere reihte.

Bandbreite an Lebensweisheiten

Bei der Auswahl konnte das Publikaum frei wählen, welcher Spruch momentan am besten in den eigenen Facebook-Status passen würde: „Es geht darum, wieder aufzustehen und weiterzumachen“, „Glück ist kein Zufall“, „Zuerst gibt der Kopf auf“ oder vielleicht „Wenn ich brennen will, dann muss ich jetzt zünden“? Joey Kelly stellte auch klar, dass er nicht nur aus den Erlebnissen der Vergangenheit schöpfe, sondern auch die Zukunft wissbegierig angehe. „Die Zukunft ist da – spannend“, kommentierte er etwa die Veränderungen in der Medienwelt und die wachsende Bedeutung sozialer Netzwerke. Einen Videodreh während der Veranstaltung ließ er nicht zu. Auch auf der Bühne wollte Joey Kelly nicht fotografiert werden.

Als die rasante Abfolge von Bildern, Videos und Anekdoten aus dem Leben des 44-Jährigen endete, gab es Geschenke: Wer wolle, könne sich CDs der Kelly Family mitnehmen – es waren die alten Aufnahmen, nicht die neue CD.

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