Tourismus

Jugendherberge Brilon schließt bis April 2020

Mitte Februar schließt die Jugendherberge Brilon vorübergehend. Der Leiter der Jugendherberge, Ulrich Wenken (Foto), geht im Frühjahr in den Ruhestand. Über 30 Jahre leitete das Ehepaar Wenken die Einrichtung, Dorothee Wenken war bereits 2017 in den Ruhestand getreten.

Mitte Februar schließt die Jugendherberge Brilon vorübergehend. Der Leiter der Jugendherberge, Ulrich Wenken (Foto), geht im Frühjahr in den Ruhestand. Über 30 Jahre leitete das Ehepaar Wenken die Einrichtung, Dorothee Wenken war bereits 2017 in den Ruhestand getreten.

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon.   Auf dem Hölsterloh in Brilon stehen umfangreiche Veränderungen an - bauliche und personelle.

Das Weltcup-Skispringen in Willingen am nächsten Wochenende nehmen sie noch mit, dann allerdings ist Schluss. Die Jugendherberge Brilon schließt bis ins nächste Jahr hinein ihre Pforten. Grund: umfangreiche Modernisierungsarbeiten. Rund eine Million Euro steckt der Landesverband Westfalen-Lippe in das Haus am Hölsterloh. Wolfgang Büttner, Geschäftsführer des Landesverbandes: „Die Lage der Jugendherberge ist top, das Potenzial groß. Allerdings ist das Haus in puncto Komfort oder Aufenthaltsqualität nicht mehr auf dem neuesten Stand.“

So wird die Hälfte der 47 Zimmer mit einem eigenen Bad ausgestattet werden. Bisher verfügen lediglich acht Zimmer über eine eigene Dusche und ein eigenes WC. In der anderen Hälfte werden auf jeder Etage Sanitär-Blocks eingerichtet, in denen jedem Zimmer eine individuelle Nasszelle mit Dusche und WC zugeordnet ist.

„Grüne Erlebniswelt schaffen“

Außerdem wird das Erdgeschoss neu strukturiert. Der Haupteingang wird von der Seite in den derzeitigen Verbindungstrakt gelegt, das Haus erhält neue Aufenthalts- und Spielzonen sowie eine neue Lounge im Eingangsbereich.

Bei allen künftigen Veränderungen, das verspricht Wolfgang Büttner, werden auch in Zukunft in Brilon „die Zeichen auf Grün“ stehen. Das hofft vor allem Friedel Schumacher. War er es doch, der Anfang der 90er Jahre wesentlich dazu beitrug, dass das Haus am Hölsterloh zum ersten Umweltstudienplatz in NRW ernannt wurde.

Die konsequente ökologische Ausrichtung schlug sich nicht nur in pädagogischen Angeboten nieder, sondern wurde als ganzheitliches Konzept mit regionalen Partnern - Bäckern, Metzgern und Biobauern - gelebt. Auch im Rahmen des Freizeitprogramms „Brilon natürlich“ spielt die Umweltjugendherberge eine wichtige Rolle.

Dass Nachhaltigkeit und Umweltschutz auch weiterhin am Hölsterloh großgeschrieben werden, ist ganz im Sinne des Jugendherbergswerk. Mit der Modernisierung werde „eine grüne Erlebniswelt“ geschaffen, bei der „das Thema Wald und Natur eine besondere Rolle spielen wird“.

Zurzeit laufen die Detailplanungen. Soviel steht fest: Das Gesamtkonzept werde sich, so Wolfgang Büttner, „in der Gestaltung der Zimmer und öffentlichen Bereich sowie der Programm widerspiegeln“ und „einmalig in Westfalen-Lippe“ sein.

Der Landesverband unterhält 29 Jugendherberge, 2016 war die Jugendherberge Neuastenberg für fünf Millionen Euro modernisiert worden. Da die Arbeiten nicht bei laufendem Betrieb vorgenommen werden können, habe man die im April anstehende Pensionierung von Hausleiter Ulrich Wenken zum Anlass für die Renovierung genommen. Dessen Gattin, Dorothee Wenken, war bereits 2017 in den Ruhestand getreten.

Vorreiterrolle eingenommen

Beide hatten 1992 die Leitung des Hauses übernommen und seitdem, so Wolfgang Büttner, mit ihren „innovativen Ideen und Programmen zu den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz eine Vorreiterrolle im Deutschen Jugendherbergswerk übernommen“. „Das Thema lag uns schon immer am Herzen und ist und war einfach unsere Einstellung zum Leben in der Natur“, sagt Ulrich Wenken.

In der vergangenen Woche hatte der Landesverband die Brilon Tourismus (BWT) in Kenntnis gesetzt und gebeten, das Haus vorerst nicht mehr anzubieten. Die Neueröffnung ist für April 2020 geplant. Wie Tourismus-Chef Rüdiger Strenger sagt, sei das 167-Betten-Haus für die Int. Hansetage im Juni kommenden Jahres bereits gebucht. Zudem sind dort Veranstaltungen der HanseYouth geplant. Strenger: „Die Jugendherberge ist ein ganz wichtiger Baustein in unserem touristischen Angebot.“ Immer mal wieder erwähnten Gäste bei der BWT, dass sie als Schulkinder schon dort gewesen seien.

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