Einkaufsserie

Jugendliche aus dem Sauerland kaufen gern in der Großstadt

Verkaufsoffener Sonntag in Dortmund: Der Westenhellwegist proppenvoll. Viele wollen nicht nur shoppen, sie suchen das Einkaufserlebnis. 

Verkaufsoffener Sonntag in Dortmund: Der Westenhellwegist proppenvoll. Viele wollen nicht nur shoppen, sie suchen das Einkaufserlebnis. 

Foto: Knut Vahlensieck

Altkreis.   Viele vermissen einen „H&M“-Laden, andere einen „Starbucks“. Jugendliche im Hochsauerland wollen Einkaufen auch als Erlebnis erfahren.

Vor allem für junge Leute hat Einkaufen auch etwas mit Freizeitgestaltung und mit Erlebnis zu tun. Daher punkten die größeren Städte bei Jugendlichen ganz besonders. Wie ist das Einkaufsverhalten von jungen Menschen, was vermissen sie in einer Kleinstadt wie wichtig ist modische Kleidung? Antworten darauf gibt die 15-jährige Hannah Schmücker aus Brilon-Nehden. Sie geht aufs Gymnasium Petrinum und macht zurzeit ein zweiwöchiges Praktikum in der WP-Redaktion.

Uniform: Nicht schlecht, aber eine große Umstellung

Könntest Du Dir vorstellen, eine Schuluniform tragen zu müssen?

Hannah Schmücker: Darüber habe ich schon mal nachgedacht. Zumal es ja auch Leute gibt, die nicht das Geld haben, sich teure Kleidung zu leisten. Denn wenn andere teure Marken-Sachen tragen, erhöht das schon den Druck, sich auch welche kaufen zu müssen. Ich fände daher die Idee einer Uniform gar nicht mal so schlecht. Aber ich denke, es wäre eine große Umstellung.

Trägst Du selber Markensachen?

Teilweise schon. Aber mir ist zunächst wichtig, dass mir die Kleidung gefällt. Finde ich in einem Laden etwas, das günstig ist und mir zusagt, dann würde ich es auch kaufen. Andersherum: Finde ich Sachen, die teuer sind und mir gefallen, ist der Kaufwunsch natürlich auch groß. Ich hoffe, dass die teureren Klamotten vielleicht unter besseren Arbeitsbedingungen hergestellt wurden. Aber das weiß man ja leider auch nicht.

Angemessene Entlohnung

Was glaubst Du: Ist es jungen Leuten wichtig, dass die Kleidung auch unter ökologischen Gesichtspunkten nachhaltig produziert wurde. Guckt man da drauf?

Ich versuche das immer und nehme es mir auch vor. Wenn ich wüsste, dass zum Beispiel die Schneiderin bei der Produktion der Hose auch angemessen entlohnt wird, würde ich dafür auch mehr ausgeben. Aber das sieht man dem Produkt leider oft nicht an. Es gibt aber auch Sachen, die in Europa produziert wurden, und vom Stil her nicht so ansprechend sind.

Was meinst Du? Wollen Jugendliche mit den Sachen, die sie tragen, eine Aussage über sich machen?

Ja, ich glaube schon. Man merkt es manchmal im Umfeld in der Schule: Die, die ausschließlich Markensachen anhaben, tragen diese Kleidungsstücke bewusst. Und manche, die nicht dazugehören, versuchen, über besondere Kleidung auf sich aufmerksam zu machen.

Vieles im Internet

Wenn Du und Deine Schulfreundinnen einkaufen gehen, tut ihr das hier im Sauerland oder fahrt ihr raus?

Viel bestellt man im Internet. Wenn ich mit Freundinnen shoppen gehe, dann aber eher nicht in Brilon, sondern lieber in der Großstadt - in Paderborn oder Dortmund. Das kommt bei mir so vier bis fünfmal im Jahr vor, bei anderen auch häufiger. Mit dem Bus nach PB oder eben mit der Bahn nach Dortmund ist das kein Problem. Es gibt aber auch in Brilon ein, zwei Läden, wo es interessante Sachen gibt. Zumindest kann man da in Ruhe ausprobieren und muss nicht so lange warten, bis die Umkleidekabine frei ist. Hosen kaufe ich lieber vor Ort, da kann man sehen, ob die qualitativ etwas taugen.

Was vermisst ihr denn in einer Stadt wie Brilon?

„H&M“ müsste es geben oder „Hollister“ – damit man eine größere Auswahl hätte. Wenn wir zum Beispiel nach Dortmund fahren, ist da im Winter der Weihnachtsmarkt, man kann bei Starbucks einen Kaffee trinken und es gibt jede Menge Einkaufszentren mit Imbiss-Möglichkeiten und mehr.

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