Straftat

Jugendliche erfindet Vergewaltigung Ende Oktober in Marsberg

Der vermeintliche Tatort: In diesem Umfeld, so hatte es die Frau angegeben, sollte die Vergewaltigung stattgefunden haben. Jetzt stellte sich heraus: Die Frau hat gelogen.

Der vermeintliche Tatort: In diesem Umfeld, so hatte es die Frau angegeben, sollte die Vergewaltigung stattgefunden haben. Jetzt stellte sich heraus: Die Frau hat gelogen.

Foto: Annette Dülme

Marsberg.   Eine Frau, die ausgesagt hatte, ein Südländer habe sie in Marsberg vergewaltigt, hat die Tat erfunden. Ihr drohen jetzt schwere Konsequenzen.

Die 19 Jahre alte Frau, die Ende Oktober bei der Kriminalpolizei angegeben hatte, in Marsberg von einem Mann vergewaltigt worden zu sein, hat die Tat erfunden.

„Gegen die Frau wird ein Verfahren wegen Vortäuschung einer Straftat eingeleitet“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Poggel der Westfalenpost.

Nutzer beschimpfen Flüchtlinge bei Facebook

Die Jugendliche hatte behauptet, in der Nacht auf den 29. Oktober gegen 1 Uhr nachts im Bereich Kerschensteiner Schule/Bürgerwiese von einem Unbekannten zu Boden gerissen und vergewaltigt worden zu sein. Den Täter hatte sie als Südländer beschrieben, der Deutsch mit Akzent gesprochen habe. In Sozialen Netzwerken wie Facebook hatte es daraufhin Diskussionen mit zum Teil herabwürdigenden Äußerungen gegenüber Flüchtlingen gegeben.

Frau gibt zu: Es gab keine Vergewaltigung

Jetzt musste die 19-Jährige zugeben, sich den sexuellen Übergriff ausgedacht zu haben. Bei drei Befragungen durch die Polizei habe sie drei unterschiedliche Versionen geschildert. „Auch Ergebnisse der medizinischen Untersuchungen und Zeugenaussagen haben berechtigte Zweifel aufkommen lassen, dass sich eine solche Tat tatsächlich zugetragen hat“, so Poggel. Letztendlich habe die Frau zugegeben, dass es keine Vergewaltigung gegeben habe.

Auch zweiter Fall an Karneval steht vor der Einstellung

Auch die Ermittlungen im zweiten vorgeblichen Vergewaltigungsfall aus dem Raum Marsberg stehen laut Poggel vor der Einstellung. Eine Jugendliche hatte angegeben, am Karnevalssonntag im Februar in Erlinghauser zum Geschlechtsverkehr gezwungen worden sein. Sie hatte ausgesagt, ein Mann im Bären-Kostüm habe sie auf dem Vorplatz der Schützenhalle unweit der Haupteingangs vergewaltigt. „Es existieren keine belastbaren Spuren und der geschilderte Geschehensablauf ist in sich nicht schlüssig“, so Poggel. Security-Mitarbeiter seien rund um die Halle patrouilliert. Außerdem seien DRK-Mitarbeiter vor Ort gewesen. „Niemand, auch kein Besucher, hat etwas bemerkt, obwohl sich das Geschehen in direkter Nähe zur Halle abgespielt haben soll. Es gibt keine Ermittlungsansätze mehr und ganz erhebliche Zweifel“, so Poggel zur WP.

Polizei: Vergewaltigungsvorwürfe immer ernst nehmen

„Uns ist wichtig zu sagen, dass wir Vergewaltigungsvorwürfe immer sehr ernst nehmen werden“, so Polizeisprecher Holger Glaremin: „Jetzt sind wir aber zunächst einmal froh, dass in Marsberg offensichtlich kein Vergewaltiger unterwegs ist.“

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