Konzert

Justus Frantz fesselt Zuhörer in Bredelar mit Mozart-Klängen

Johannes Schröder. Vorsitzender des Fördervereins Kloster Bredelar (re.), heißt den Pianisten Justus Frantz zum dritten Konzert im Festsaal des Klosters herzlich willkommen.

Johannes Schröder. Vorsitzender des Fördervereins Kloster Bredelar (re.), heißt den Pianisten Justus Frantz zum dritten Konzert im Festsaal des Klosters herzlich willkommen.

Foto: Annette Dülme

Bredelar.  Der Pianist Justus Frantz war zum dritten Mal zu Gast im Kloster Bredelar. Auf dem Konzertprogramm stand Musik von Mozart.

Begrüßt wurde er mit reichlich Applaus – wie ein guter alter Freund: Stardirigent und Ausnahmepianist Justus Frantz gastierte am Donnerstag zum dritten Mal im Kloster Bredelar. In seinen ersten beiden Gastspielen in der ehemaligen Abteikirche nahmen das erstklassige Klavierspiel von Justus Frantz und die Werke von Beethoven und Chopin den Zuhörern förmlich den Atem.

Diesmal lieferte das Musikgenie Wolfgang Amadeus Mozart die musikalische Vorlage für einen unvergessenen Musikabend. Dabei wurde die Biografie Mozarts zum Spannungsbogen, der dem Konzertbesucher die Geschichte Mozarts musikalisch erklärte.

Unter massivem Druck des Vaters

In seiner gewohnt bescheidenen Art betrat Justus Frantz die kleine Konzertbühne im Festsaal des Klosters. „Alle 160 Plätze sind besetzt“, damit hieß Johannes Schröder, Vorsitzender des Fördervereins Kloster Bredelar, den Meister willkommen. Es mussten sogar noch einige Stühle hinzugestellt werden.

„Wolfgang Amadeus Mozart war ein Wunderkind und mit zwölf Jahren in ganz Europa für seine Musik bekannt“, führte Justus Frantz in die Schaffensperioden des großen Komponisten ein. Der Vater war dessen Lehrer und forderte und förderte seinen Sohn über alle Maßen. Die Familie Mozart lebte in Salzburg. Ohne den Wunsch seines Vaters komponierte Mozart nicht, reiste nicht; er war immer begleitet von ihm. Und dann war plötzlich alles anders: Mozart erlebte zum ersten Mal Freiheit. Sie führte ihn und seine Mutter nach Paris. Frantz: „Dabei kamen ganz herrliche Stücke zustande. Er schrieb seine größten Klaviersonaten.“

Frantz setzte sich an den schwarzen Steinway-Flügel und spielte die halbstündige Sonate F-Dur. Dabei nahm er das Publikum musikalisch mit in den Aufbruch in die Freiheit. „Die Sonate ist wie das Wandern zum Horizont. Beim Wandern eröffnen sich wieder neue Welten.“

Immer ein wenig Traurigkeit

Justus Frantz spielte wie immer frei und ohne Noten. In der Sonate a-Moll spiegelt sich nicht nur der Tod der Mutter wider, auch die große Liebesgeschichte des jungen Wolfgang Amadeus zu seiner ersten großen Liebe Aloisia Weber. Die Beziehung, wie die Sonate, endet voller Tragik im Konflikt mit dem Vater.

Die Sonate A-Dur ist die bekannteste von Mozart. Justus Frantz lässt dessen volle Ambivalenz spürbar werden. Den „Schlüssel für die Tiefe Mozarts“ sieht Frantz in dem von diesem gesprochenen Satz: „Freue dich mein Herz, lebe deinen Schmerz.“ In dieser Ambivalenz habe Mozart die schönsten Melodien geschrieben, in denen ein Quäntchen Traurigkeit immer spürbar werde.

Frantz: „Nie hat mich dieses Thema nicht berührt.“ Das war bei den Zuhörern anscheinend ebenso: Mit stehendem Applaus wollten sie Frantz nach dem zweieinhalbstündigen Konzert nicht gehen lassen. Als Zugabe beschenkte er sie mit einer Sonate von Chopin.

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