Feuer

Kaum Löschwasser in Briloner Wäldern

Der Waldbrand bei Madfeld im Bereich der Schützenwiese, unmittelbar jenseits der Kreisgrenze auf Bleiwäscher Gebiet, breitete sich auf einer Fläche von rund 30.000 qm aus. Rund 200 Hilfskräfte waren im Einsatz. 

Der Waldbrand bei Madfeld im Bereich der Schützenwiese, unmittelbar jenseits der Kreisgrenze auf Bleiwäscher Gebiet, breitete sich auf einer Fläche von rund 30.000 qm aus. Rund 200 Hilfskräfte waren im Einsatz. 

Foto: Feuerwehr Bad Wünnenberg

Madfeld/Bleiwäsche.  Auf eine rund 9 km lange Schleife mussten sich bei dem Waldbrand bei Madfeld die Tankfahrzeuge begeben. In Brilon sieht es noch schlechter aus.

Der Waldbrand bei Madfeld am Mittwochabend hat für den Leiter des Briloner Stadtforstes, Dr. Gerrit Bub, eines mehr als deutlich gemacht: „Die Anlage von Feuerlöschteichen im Wald ist heute dringender als je zuvor.“ Rund 30.000 qm Wald sind im Bereich der Schützenwiese am Himbeerkopf den Flammen zum Opfer gefallen.

Das Waldstück liegt nordöstlich von Madfeld, unmittelbar jenseits der Kreisgrenze. Es handelt sich um einen nur schwer zugänglichen Steilhang. Glück für die Feuerwehr: Rund 800 m entfernt ist die Kleine Aa aufgestaut. Drei Teiche befinden sich dort. Und gleich der erste verfügte über die Möglichkeit, anfangs die Tanklöschfahrzeuge zu befüllen.

16 Tanklöschfahrzeuge im Einsatz

Allein: Ein Begegnungsverkehr der schweren Einsatzwagen war auf den engen Wald- und Wirtschaftswegen nicht möglich. „Deshalb haben wir einen Pendelverkehr eingerichtet“, so Christoph Hesse, Sprecher der Feuerwehr Bad Wünnenberg, bei der alle Drähte zusammenliefen. Insgesamt 16 Tankfahrzeuge wurden auf den gut neun Kilometer langen Rundkurs bis zur Aabachtalsperre und dann entlang der Großen Aa zurück zur Brandstelle geschickt - darunter auch Tankzüge des Paderborner Fruchtsaftherstellers Stute und ein Trecker mit einem Güllefass.

Auf letztere würde auch die Briloner Feuerwehr im Einsatzfall zurückgreifen. Feuerwehr-Sprecher Markus Bange: „Wir haben eine Telefonliste der Landwirte, die wir dann alarmieren würden.“ Der Briloner Löschzug absolvierte die Schleife mit seinem großen 5000-Liter-Fahrzeug fünf Mal. Das Wasser wurde in ein Bassin und einen Container abgelassen, aus denen es dann per Schlauchleitung zur Einsatzstelle gepumpt wurde.

Kaum Löschwasser in Briloner Wäldern

Bei einem Brand in den ausgedehnten Briloner Waldgebieten sähe es schlecht aus: „Außer der Schmala und einigen wenigen Fischteichen ist da nichts“, sagt Forstchef Dr. Bub. Aus Sicht des Waldbauers und Waldbesitzers sei esan der Zeit, systematisch ein Netz von Löschteichen anzulegen.

Dr. Bub: „Die Waldbrandgefahr nimmt permanent zu.“ Dass Trockenperioden wie im vergangenen Jahr und Wetter-Extreme wie die Orkane Kyrill, Friederike und Eberhard zu einer „immer größeren Instabilität des Waldes“ führen, steht für Bürgermeister Dr. Christof Bartsch außer Frage. Für ihn ist deshalb die Notwendigkeit, Feuerlöschteiche anzulegen, „unbestritten“: „Ich würde mich freuen, wenn es dafür Fördermittel gäbe“.

Ersatzgeld auf der hohen Kante

Bekanntlich liegen beim Kreis rund zwei Millionen Euro für Naturschutzmaßnahmen aus der Windkraft-Abgabe auf der hohen Kante. Von dem Wunsch der Stadt Brilon, damit Teiche anzulegen, die im Notfall für die Löschwasserentnahme genutzt werden könnten, hält die Biologische Station des Hochsauerlandkreises allerdings nichts, denn: Mit dem sogenannten Ersatzgeld sollen, so die Biologische Station, die beim Bau der Windräder erfolgten Eingriffe in die Natur ausgeglichen und nicht neue vorgenommen werden. Deshalb hält Bürgermeister Dr. Bartsch es „bei der bisherigen Begründung für schwierig“, doch noch an dieses Geld heranzukommen.

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