Justiz

Ungewöhnliche Entschuldigung vor dem Amtsgericht Brilon

Vor dem Amtsgericht Brilon sollte sich eigentlich eine 29-Jährige wegen versuchtem Einbruch verantworten.

Vor dem Amtsgericht Brilon sollte sich eigentlich eine 29-Jährige wegen versuchtem Einbruch verantworten.

Foto: David Ebener / dpa

Brilon.  Eine Angeklagte sollte sich vor dem Amtsgericht wegen versuchtem Einbruch in ein Bordell verantworten. Doch sie konnte überraschend nicht kommen.

Wer als Angeklagter nicht zu seinem Termin vor dem Kadi erscheint, sollte einen guten Grund haben. Die 29-Jährige, die sich am Montag wegen eines versuchten Einbruchs am Amtsgericht Brilon verantworten sollte, hatte einen ganz und gar außergewöhnlichen.

Die Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen, in der sie zurzeit einsitzt, konnte keinen Gefangenentransporter für die Fahrt ins Hochsauerland abstellen.

Versuchter Einbruch in Sex-Club

Eine Entscheidung in ihrer Sache gab es gleichwohl. Weil das ihr vorgeworfene Delikt - es ging um einen versuchten Einbruch - im Vergleich zu den bereits abgeurteilten anderen Taten nicht strafverschärfend ins Gewicht fallen würde, stellte Richter Härtel das Verfahren in Absprache mit Staatsanwältin Subat ein.

Im Frühjahr 2016 - so lange liegt der Vorfall bereits zurück - war die Frau erwischt worden, als sie mit ihrem Freund in ein damals leerstehendes Bordell in der Lüttmecke bei Brilon-Wald einsteigen wollte. Wie es am Rande des Termins zur Sprache kam, ist der Mann deswegen bereits zu einer achtmonatigen Haftstrafe verurteilt worden.

Die 29-Jährige ist der Justiz kein unbeschriebenes Blatt. Derzeit sitzt sie acht Monate wegen Diebstahls und Schwarzfahrens ab. Wiederholt ist die Frau deswegen schon mit dem Gesetz in Konflikt gekommen: In Duisburg hatte sie im Frühjahr wegen gewerbsmäßigen Diebstahls eine siebenmonatige Freiheitsstrafe erhalten und wegen wiederholten Schwarzfahrens weitere neun Monate, beides damals zur Bewährung; zwei jeweils dreimonatige Freiheitsstrafen wegen Beförderungserschleichung und Diebstahls kommen noch dazu. Zudem sind am Amtsgericht Arnsberg zwei weitere Verfahren anhängig, wie es hieß.

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