Kneipp-Erlebnispark

Kostenexplosion – Wie Olsberg am Prestigebau festhalten will

Die Skizze zur Brücke

Die Skizze zur Brücke

Bigge/Olsberg.  Beim Prunkstück, der Brücke in den Ruhrauen, im Kneipp-Erlebnispark Olsberg laufen Kosten aus dem Ruder. Die Stadt zieht die Notbremse – vorerst.

Im Kurpark Olsberg wird seit einigen Wochen an dem Zwei-Millionen-Euro-Projekt Kneipp-Erlebnispark gebaut. Bei einer Station gibt es jetzt Probleme – ausgerechnet bei einem Prunkstück des Projekts. Die Kosten laufen aus dem Ruder. Die Stadt möchte allerdings auch an diesem Bauwerk festhalten.

Für die geplante Brücke in den Bigger Ruhrauen sucht die Stadt Olsberg jetzt nach Wegen für eine möglichst wirtschaftliche Umsetzung. Sie sollte nach einer Bewertung durch ein Planungsbüro eigentlich rund 250.000 Euro kosten. Die Ausschreibungen haben gezeigt: Der Kostenrahmen war deutlich zu optimistisch angesetzt.

Brücke ist der westliche Wendepunkt im Park

Die 28 Meter lange, bogenförmige Brücke soll in den Bigger Ruhrauen zum westlichen Wendepunkt des Kneipp-Aktivweges werden, der die einzelnen Stationen verbindet. Geplant sind Geländer aus Palisadenelementen, die mit schmalen Blickdurchlässen die Aufmerksamkeit fokussieren. Aufgesetzt wird eine gebogene Acrylglasscheibe. Sie soll in bestimmten Bereichen mit den Abbildungen von Tier- und Pflanzenarten bedruckt werden, die in den Ruhrauen vorkommen.

Keine Aussagen – Vergabeverfahren nicht öffentlich

„Während das von der Stadt beauftragte Planungsbüro die Kosten gegenüber der Stadtverwaltung Olsberg mit rund 250.000 Euro angegeben hat, haben die darauf basierenden Ausschreibungen erheblich höhere Ergebnisse ergeben“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Um welche Summe der Kostenrahmen gesprengt wurde, teilte die Verwaltung nicht mit. „Dazu kann die Stadt Olsberg derzeit nichts sagen, da das Vergabeverfahren nicht öffentlich ist. „Die Summe war jedoch so hoch, dass die Stadt Olsberg die Ausschreibung aufheben musste“, heißt es auf Nachfrage der Westfalenpost. Damit ist auch der für Juli vorgesehene Baustart für die Brücke wahrscheinlich nicht mehr zu halten.

Fristverlängerung aus Arnsberg erreicht

„Es wäre unverantwortlich gewesen, hier nicht nach wirtschaftlicheren Möglichkeiten für die Umsetzung zu suchen“, so Bürgermeister Wolfgang Fischer. Im Olsberger Rathaus werde derzeit untersucht, ob zum Beispiel durch eine Aufteilung der einzelnen Gewerke für das anspruchsvolle Projekt auf mehrere Ausschreibung ein Kostenvorteil erreicht werden kann. Ebenso befindet man sich im Dialog mit dem Fördergeber, der Bezirksregierung Arnsberg – 80 Prozent der rund 2,1 Millionen Euro Gesamtkosten für den Kneipp-Erlebnispark werden aus EU-Mitteln gefördert. Ziel ist es hier, den Bau der Brücke in den Ruhrauen so abzustimmen, dass zum einen die Förderrichtlinien eingehalten werden, zum anderen aber auch eine möglichst wirtschaftliche Umsetzung ermöglicht wird.

Einen Erfolg hat die Verwaltung in diesen Gesprächen bereits erzielt. Das Projekt Kneipp-Erlebnispark muss eigentlich bis November fertigstellt und abgerechnet sein, damit die Stadt die Fördermittel auch tatsächlich erhält. „In Gesprächen mit der Bezirksregierung wurde erreicht, dass das nicht für die Brücke gilt“, so Stadt Olsberg gegenüber der WP. Diese Maßnahme könne auch erst im Jahr 2020 abgerechnet werden.

Plan B wird diskutiert

Unstrittig sei, so Bürgermeister Wolfgang Fischer, dass die Brücke in den Ruhrauen kommen wird. Ebenso klar sei aber auch, dass man für die erneuten Planungen, Abstimmungen und Vergaben Zeit benötigen wird. Deshalb sei momentan Geduld gefragt: „Es gilt nun, den optimalen Weg zu finden, um das Projekt zu realistischen und vertretbaren Bedingungen umsetzen zu können.“

Ein Plan B – die Möglichkeit einer optisch abgespeckten Variante der futuristischen Brücke – wird derzeit im Olsberger Rathaus diskutiert. „Die Verwaltung ist darüber derzeit mit dem Ingenieurbüro im Gespräch“, heißt es dazu auf Nachfrage.

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