Infrastruktur

Kreisverkehr an Jakobuslinde als Tor zur Briloner Innenstadt

Die Statd Brilon will die große Kreuzung an der Jakobuslinde in einen Kreisverkehr umbauen.

Die Statd Brilon will die große Kreuzung an der Jakobuslinde in einen Kreisverkehr umbauen.

Foto: Geoservice Hochsauerlandkreis

Brilon.  Einer geht noch: Die Stadt Brilon plant, auch an der Altenbürener Straße im Bereich des Schulzentrums einen Kreisverkehr anzulegen.

Wer aus Brilon in Richtung Meschede raus und ab nächstem Monat zur nähergekommenen Autobahn hin will, drückt ganz schön aufs Gas. 85 Prozent der Autofahrer haben am Ortsschild auf der Altenbürener Straße bereits 70 Sachen drauf. Der Rest ist noch schneller. Das, so Ordnungsamtsleiter Marcus Bange, habe eine offizielle, über 24 Stunden vorgenommene Geschwindigkeitsmessung ergeben. Die Straße verleitet ja auch zum Beschleunigen.

Querschnitt stammt aus vergangenen Bundesstraßen-Zeiten

Mit einer Breite von 16 Metern ist ihr Querschnitt der Zeit geschuldet, als die Bundesstraße noch über diese Trasse und mitten durch die Stadt verlief. Das ist seit über 30 Jahre vorbei. Mittlerweile liegt die Kreuzung an der Jakobuslinde nicht mehr weit vor den Toren der Stadt, sondern ist die zentrale Zufahrt zu den verdichteten Siedlungsbereichen am Müggenborn und am Mühlenweg. Jetzt soll sie in einen Kreisverkehr umgewandelt werden. Damit beschäftigen sich zumindest Politik und Verwaltung.

Im Sommer fanden bereits Vermessungsarbeiten und ein Ortstermin mit Vertretern der Bezirksregierung statt. Erstes Ergebnis: Dort ist, so Tiefbau-Chef Martin Schulte, Platz für einen 30-Meter-Kreisel. Der alten, als Naturdenkmal geschützten Jakobuslinde und dem dortigen Bildstock passiert dabei nichts. Die Überlegungen zur Umgestaltung jenes Kreuzungsbereichs reichen rund acht, neun Jahre zurück.

Verdichtete Baugebiete haben die Kreuzung erreicht

Mittlerweile hat, bedingt durch die fortgeschrittene Bebauung, der Verkehr dort weiter zugenommen. Bei einer 24-stündigen Verkehrszählung Anfang des Jahres wurden auf dem Müggenborn-Ast rund 3600 Fahrzeuge gemessen, gegenüber, auf dem Straßenstück zum Schulzentrum hin, war es etwa die Hälfte. Im morgendlichen Berufsverkehr passierten zwischen 7.30 Uhr und 8 Uhr 258 Autos die Kreuzung in Richtung Meschede und 165 in Richtung Innenstadt. Und sollte beim Bau der B7n demnächst tatsächlich die Zufahrt über den Mühlenweg und die Rixener Straße in Richtung Meschede nicht mehr möglich sein, dürfte der Verkehr auf der Altenbürener Straße weiter steigen.

Probleme beim Linksabbiegen

Vor allem das Linksabbiegen bereitet Autofahrern, die aus dem Müggenborn oder der Jakobuslinde heraus wollen, oft Probleme. Grund: Die Einmündungsbereiche sind so breit, dass sich dort Links- und Rechtsabbieger nebeneinander aufstellen können und sich dann gegenseitig in der Sicht behindern.

Nicht mehr zeitgemäß sind die Busbuchten. Die Rangierfläche sei zu schmal, heißt es, die Anlage nicht barrierefrei, Busborde und sogenannte taktile Elemente, die Sehbehinderten mit einem Blindenstock Orientierung geben, fehlten. In Richtung Innenstadt gibt es keinen Wetterschutz. Aus den längst verflossenen Bundesstraßen-Zeiten vorhanden ist der alte Mehrzweckstreifen, der als Radfahrweg ausgewiesen ist; Gehwege: Fehlanzeige. Gerade auf dem Stück in Richtung Innenstandt sieht man der Straße das Alter an.

Unterführung könnte entfallen

Im Zuge des Kreisverkehr-Baus würde, so Beigeordneter Reinhold Huxoll, die Unterführung unter der Altenbürener Straße hindurch zum Schulzentrum beseitigt werden. Die wird ganz offensichtlich ohnehin nur noch von den ganz Jungen benutzt, die meisten Schüler überqueren die Straße einfach so, obwohl dort kein Überweg angelegt ist. Die Unterführung ist marode und renovierungsbedürftig, ihr Unterhalt aufwändig. Das Bauwerk steht im Grundwasser, das - so das Tiefbauamt - ständig abgepumpt werden müsse.

Bei einem Umbau der Kreuzung kämen auch die Stadtwerke ins Boot. Sie würden den Kanal erneuern.

Und übrigens: Die Anlieger werden für den Umbau der Kreuzung nicht zur Kasse gebeten. „Die Maßnahme“, so Beigeordneter Huxoll, „ist nicht beitragspflichtig.“

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