Leader-Projekt

Landwirtschaftserlebniswelt in Berge

Die Erlebnisscheune in Berge soll zu einer Landwirtschaftserlebniswelt ausgebaut werden.

Die Erlebnisscheune in Berge soll zu einer Landwirtschaftserlebniswelt ausgebaut werden.

Foto: WP

Berge.   Mit Leader-Mitteln möchte Judith Sauerwald den Boden der Erlebnisscheune in Berge zur Einrichtung einer Landwirtschaftserlebniswelt ausbauen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Viele Kinder kennen einen Bauernhof nur noch aus dem Bilderbuch. Das lässt sich schnell ändern - rund um die Erlebnisscheune Berge. Hier haben die Kleinsten mit ihren Eltern die Möglichkeit, das bunte Treiben auf einem Hof einmal live mitzuerleben. So werden die Vorlesestunden zu Hause plötzlich viel lebendiger. „Mit allen Sinnen sollen die Kinder den Bauernhof mit den Tieren, dem Trecker, dem Strohboden, den Weiden und Ställen kennenlernen“, lautet der Wunsch von Judith Sauerwald (39), die das Projekt seit eineinhalb Jahren betreibt.

Die Erlebnisscheune, die sich im Ortskern der kleinen Gemeinde befindet, war zunächst ein Wohnhaus. Nach einem Brand wurde sie nur noch als Scheune genutzt. Ab 1987 war sie Museumsscheune, in der viele historische Gegenstände bestaunt werden konnten. Einige sollen erhalten bleiben, um den Besuchern einen Einblick in die Vergangenheit zu ermöglichen, wie früher die Arbeiten verrichtet wurden.

Mit Leader-Mitteln möchte Judith Sauerwald nun den Scheunenboden zur Einrichtung einer Landwirtschaftserlebniswelt ausbauen. Drei Stationen sind dort geplant: Bienenwerkstatt – von der Bestäubung zum Honig; Wollverarbeitung- und Getreidestation. Eine Milchstation, die den Weg der Milch zeigt, war dort ursprünglich auch vorgesehen, wird nun aber in der Küche angesiedelt.

„Unser Angebot soll vielfältiger werden. Und das ist in dem bisherigen Bereich nicht möglich. Zudem möchte ich bei Regen unabhängiger sein“, hat sich die 39-jährige ausgebildete Tischlerin und zertifizierte Bauernhofpädagogin ein Ziel gesetzt. Sollte die Leader-Zustimmung erfolgen, könnte der Antrag auf 65-prozentige Fördermittel gestellt werden und die Arbeiten beginnen.

Um die Maßnahme umzusetzen, soll der Scheunenboden baulich fertiggestellt werden. Geplant ist ein vernünftiger Untergrund evt. mit Teppichboden. Auch Decke und Wände sollen mit Holz verkleidet werden, um Schautafeln etc. anbringen zu können. Ferner müssten die Elektroinstallation und Beleuchtung den Erfordernissen entsprechend erweitert werden.

Judith Sauerwald, selbst leidenschaftliche Mutter, möchte Kindern wieder bewusst machen, wo unsere Lebensmittel wirklich herkommen. Dadurch soll der fortschreitenden Entfremdung – insbesondere auch der Landkinder – von Heimat, Landkultur und Landleben entgegengewirkt werden. Besuchergruppen u.a. von Kindergärten und Schulen soll das Leben auf dem Land zugänglich gemacht werden.

Und was wird künftig auf den neuen Stationen angeboten? In der Bienenwerkstatt soll nach Vorstellung der 39-Jährigen der gesamte Prozess von der Bestäubung zum Honig anschaulich dargestellt werden, anhand von Bastelarbeiten und kindgerechten Spiel- und Infotafeln, Bildern und Filmen. Und die Kinder können selber Honig schleudern. In der Wollverarbeitungsstation könnte mit einer Kadiermaschine und Handkadern die Rohwolle gekämmt und anschließend gesponnen und gefilzt werden. In der Getreidestation würde mit einer Getreidemühle und einer Flockenquetsche der Weg vom Korn zum Mehl erklärt. In der Milchstation könnte laut Judith Sauerwald mit Zentrifuge und Butterfass der Milchgewinnungsprozess anschaulich erläutert werden.

Tiere streicheln und füttern

Viele Kindergärten, Grundschüler und Geburtstagsgesellschaften waren bereits auf dem Bauernhof zu Gast. Sie waren z.B. dabei, wenn Sahne gemacht wurde und durften den selbst hergestellten Käse probieren. „Und natürlich können sie die Lebensformen der verschiedenen Tiergemeinschaften beobachten, dürfen sie streicheln, füttern, mit kleinen Gießkannen tränken, die Ställe mit Schubkarren ausmisten und einstreuen“, so Judith Sauerwald, die den Umgang mit Tieren von kleinauf kennt. Zwei Tage in der Woche möchte sie ihre Landwirtschaftserlebniswelt öffnen, sofern Leader mitspielt. „Ich hoffe, dass es klappt“, so die Bauernhofpädagogin.

Alle neuen Projekt-Stationen sind als Mitmachstationen geplant. Die Infotafeln hätten einen spielerischen und interaktiven Charakter und das Ziel, Wissen mit Spaß zu vermitteln. Die kleinen und auch großen Gäste sollen zum Hinsehen und Hinterfragen, zum Erkunden, Spielen und Mitmachen ermuntert werden. Durch eine Leinwand und einen Beamer könnten zudem Filme mit landwirtschaftlich-pädagogischem Inhalt vorgeführt werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben