Freizeit

Leidenschaft fürs runde Leder lebt in Oberschledorn auf

Beim Walking Football gibt es besondere Regeln.

Beim Walking Football gibt es besondere Regeln.

Foto: Stefanie Bald

Oberschledorn.   In Oberschledorn startet ein neues Fitness-Angebot: „Walking Football“. Es zielt auf alle, die auch jenseits der 50 noch Fußball spielen möchten.

Jahre-, manchmal jahrzehntelang den Ball gekickt – und dann plötzlich nichts mehr? So soll es nicht sein, denn mit steigendem Alter schwindet bei echten Fußballern die Leidenschaft für ihren Sport nicht. Und so ist es kein Wunder, dass es bei der ersten Trainingsstunde der neuen Gruppe Ü50 Fitnessfußball am Freitag in Oberschledorn schnell dynamisch zur Sache ging.

„Die Roten haben ins Aus gespielt!“, beschwert sich einer der Bunten – dabei sind alle zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch beim Aufwärmen. Fußballregeln und -grundlagen sind allen präsent, die an diesem Abend in den Sportpark Rohwiese gekommen sind. Sie werden bloß schneller müde als früher.

Premiere im Hochsauerland

Genau auf die Bedürfnisse solcher Männer ist der Kurs ausgelegt. Auf die Beine gestellt worden ist er durch das Förderprogramm „Bewegt älter werden“ des Landessportbundes NRW; maßgeblich umgesetzt hat ihn der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW). „Ähnliche Angebote haben wir schon zum Beispiel in Unna, Höxter und Bochum umgesetzt. Aber im Hochsauerland ist es das erste Mal, es gibt hier ansonsten keine Spielmöglichkeiten für Fußballer dieser Altersklasse“, berichtet Manfred Jäger.

Jäger sitzt beim FLVW ehrenamtlich im Ausschuss für Freizeit- und Breitensport und hat den Kurs organisiert. Das lief – nicht nur in Oberschledorn – nicht ohne Anlaufschwierigkeiten ab. „Das Programm gibt es schon länger, aber solange wir nur bei den Vereinen dafür geworben haben, waren diese zurückhaltend.“ Jetzt begleitet der Verband die Vereine bei der Umsetzung und nimmt ihnen den größten Teil des Organisationsaufwandes ab. „Seitdem funktioniert es besser.“

So kommt es, dass sich am Freitag knapp ein Dutzend Herren gut gelaunt auf dem Kunstrasenplatz versammeln und unter der Anleitung von Trainer Benjamin Piel aufwärmen. Slalom laufen, Pässe üben, Knie beim Laufen hochziehen – das sitzt von früher, dazu gibt es keine Fragen. Der einzige Unterschied ist das Tempo, und dass es okay ist, zu sagen: „Das machen meine Knie jetzt nicht mit.“

Alle Teilnehmer haben vorab ein paar Gesundheitsfragen beantwortet und sich im Zweifel grünes Licht vom Arzt geben lassen. „Das ist ganz wichtig. Schließlich soll die Bewegung den Leuten gut tun und ihre Gesundheit fördern, nicht sie krank machen“, betont Jäger.

Das Training ist dreigeteilt. Nach dem Aufwärmen gibt es Übungen zu Ballbeherrschung und Fußball-Gymnastik. Zum Schluss wird gespielt – im Gehen. Walking-Football nennt sich das und hat ein paar Regeln, an die sich ehrgeizige Cracks erst gewöhnen müssen. Nicht über Hüfthöhe spielen gehört dazu. Und – ganz schwierig – den Ball aufgeben, wenn er weg ist. Hinterhersprinten ist verboten.

Wer will noch mitmachen?

Beteiligt sind an einem Kurs nach Möglichkeit immer mehrere Vereine. In diesem Fall sind das Schwarz-Weiß Oberschledorn, Grün-Weiß Düdinghausen, Blau-Gelb Referinghausen und Rot-Weiß Titmaringhausen. „Sollte es in weiteren Orten Interesse geben, werden wir versuchen, auch dort etwas anzubieten“, verspricht Jäger. Auch wer noch in Oberschledorn mitmachen möchte, kann sich bei den Vereinen oder unter 0171-4078700 informieren.

Läuft es wie geplant, soll der Schnupperkurs zum dauerhaften Termin werden. Die Sporthalle der Grundschule Oberschledorn ist für den Winter bereits reserviert.

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