Skilift-Unfall

Nach Lift-Sturz in Winterberg: Mädchen aus Klinik entlassen

Hier im Bereich der Talstation des Schneewittchenlifts in Winterberg passierte der Unfall am Sonntag..

Hier im Bereich der Talstation des Schneewittchenlifts in Winterberg passierte der Unfall am Sonntag..

Foto: Stefanie Bald

Winterberg.  Dem Mädchen, das am Sonntag aus einem Ski-Lift in Winterberg gestürzt war, geht es wieder besser. Die Neunjährige hat das Krankenhaus verlassen.

Das ist eine gute Nachricht. Das neunjährige Mädchen, das am Sonntag aus einem Lift im Winterberger Skigebiet gestürzt war, hat das Krankenhaus inzwischen verlassen. „Es gab wohl auch keine Knochenbrüche“, sagte Polizeisprecher Holger Glaremin auf Anfrage unserer Zeitung.

Am Sonntagnachmittag war das neunjährige Kind aus dem Schneewittchen-Lift gerutscht und einige Meter in die Tiefe gestürzt. Mit dem Rettungswagen war das Mädchen in die Uniklinik nach Marburg gebracht worden, weil der Rettungshubschrauber wetterbedingt nicht landen konnte. Anfangs hatte es geheißen, das Kind habe sich Knochenbrüche zugezogen. Das ist offenbar zum Glück nicht der Fall.


War es ein Bedienungsfehler oder technisches Versagen?
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei ist die Ursache für den Unfall wahrscheinlich ein „Fehlverhalten während des Bedienens des Bügels“. Einen technischen Defekt schlossen die Ermittler bereits am Sonntag aus, weshalb die Anlage schon am Sonntagabend wieder in Betrieb war.

Das Mädchen hatte sich in Begleitung seines Vaters (38) in den Lift begeben und war offenbar kurz nach dem Start heraus gerutscht. Der Vater hatte das Kind wohl noch über mehrere Meter zu halten versucht, ehe es mehrere Meter in die Tiefe stürzte. Besonders unglücklich: Der Vater hatte keine Möglichkeit, schnell zu seiner Tochter zu gelangen. Der Lift musste wegen des dramatischen Zwischenfalls angehalten werden, danach wurde er noch einmal in Gang gesetzt, bis alle Skifahrer den Lift verlassen hatten. Vier Minuten dauert die Fahrt laut Betreiber von der Tal- auf die Bergstation.

Im Schneewittchenlift können pro Gondel sechs Personen nebeneinander sitzen, alle sechs (oder weniger) werden durch einen einzigen Schließbügel gesichert. Dieser muss an der Talstation per Hand von den Passagieren geschlossen werden­.


Wer überwacht, ob der Bügel korrekt geschlossen ist?
Mitarbeiter der Anlage überprüfen das Einrasten nicht, überwachen aber Videomonitore, die den Ein- und Ausstiegsbereich aufnehmen. „Selbstverständlich gibt es eine Notfalltaste, über die die Mitarbeiter den Lift anhalten können, wenn sie in diesen überwachten Bereichen Schwierigkeiten wahrnehmen“, erläutert Susanne Schulten, Pressesprecherin der Wintersportarena.


Gibt es sicherere Systeme?
Es gibt auch Systeme, die automatisch schließen, die also nicht von den Passagieren bedient werden müssen. Die aber, sagt Schulten, hätten durchaus auch Nachteile zum Beispiel für behinderte Sportler.

Generell seien Liftanlagen wie der Schneewittchenlift sehr sicher, da es sich um eine sogenannte kuppelbare Bahn handele. Das bedeutet, dass die Gondeln beim Einfahren in die Berg- und Talstation in eine andere Führung gleiten und dort im Vergleich zum Rest der Strecke deutlich langsamer fahren. „Fast alle Anlagen im Skiliftkarussell sind solche kuppelbaren Lifte, und die gelten als besonders sicher“, betont Schulten. Benutzt werden darf der Schneewittchenlift von Kindern ab drei Jahren, jedoch von diesen nur in Begleitung eines Erwachsenen.


Was sagt der Betreiber?

„Ich hoffe, dass die Verletzungen nicht so schlimm sind“, hatte Christoph Klante, der Betreiber des Schneewittchenlifts, am Montag gesagt. „Wir haben dem Vater Genesungswünsche für seine Tochter übermittelt und er hat sich dafür bedankt.“

Klante war nicht in der Nähe, als sich das Unglück ereignete. Mitarbeiter erzählten es ihm. „Demnach war es so, dass das Mädchen hinter dem Zutrittsbereich aus dem Lift gerutscht ist.“ Wie es dazu kam, ist auch Klante noch nicht klar. „Technisches Versagen lag nicht vor. Die Anlage wird mehrmals im Jahr geprüft, einmal im Jahr vom TÜV, immer kurz vor der Saison.“ Das war also demnach erst vor wenigen Wochen der Fall.

Der Schließbügel des Schneewittchenlifts verriegele, wenn er einmal richtig verschlossen sei, sagt Klante: „Dann kann man ihn auf der Fahrt nicht mehr öffnen.“

Wintersport zurzeit an neun Liften möglich

Das Skifahren im Großraum Winterberg ist momentan nur eingeschränkt möglich. Lediglich neun Lifte sind zurzeit in Betrieb, bei manchen Anlagen laufen nur die Förderbänder. Aber die Liftbetreiber sind optimistisch, dass am Wochenende wieder beschneit werden kann. Die Temperaturen sollen sinken.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben