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LoKomedy-Show steht unter Dampf

LoKomedy-Show

Foto: Voba Brilon-Büren-Salzkotten

LoKomedy-Show Foto: Voba Brilon-Büren-Salzkotten

Brilon.   Viermal fand die Show in der „Lok“ im alten Bahnhof von Brilon statt. Jetzt suchten Tobias Rentzsch und Co die große Bühne im Bürgerzentrum.

„Im Jahr 2015 planten zwei Menschen eine Show, die es so noch nie in Brilon gab“, sprach die Stimme von Tobias Rentzsch über eine Tonaufnahme das Publikum im Bürgerzentrum an. Einer dieser Menschen war er selbst. Die LoKomedy-Show war geboren. Nach dem ersten Stand-up-Comedy-Abend im März folgten vier wunderbare Shows – bis die „Lok“ Ende letzten Jahres ihre Türen schloss und die sehr begehrte Show vor dem Aus stand. „Warum nicht größer?“ fragten sich die Veranstalter. Am Samstagabend war es soweit. Rentzsch moderierte die Auftritte von vier großartigen Comedy-Kollegen mit seinem bekannten Witz und Charme vor einem doppelt so großen Publikum.

„Nun ist der Tag gekommen. Begrüßt einen Mann, der sich immer noch selbst anmoderieren muss!“, forderte der 24-jährige gebürtige Briloner, den es vor fünf Jahren beruflich nach Paderborn zog, die 220 Gäste auf. Seinem mitreißenden Auftritt folgte ein Riesen-Applaus. Kein Wunder, denn viele Gäste kannten Tobias Rentzsch bereits: kein Kabarett, sondern Stand-up-Comedy vom Feinsten.

Geschichten aus dem Alltag

Der junge Moderator versteht es köstlich amüsant, vor den jeweiligen Shows für Lachflashs im Publikum zu sorgen. Nicht minder seine Comedian-Kollegen. Diese hatten jeweils 20 Minuten Zeit, das Publikum ebenfalls mit urkomischer Mimik und Gestik und mit spannenden Geschichten – insbesondere aus dem eigenen Alltag – für sich zu begeistern.

Comedian Ben Schmid ist studierter Philosoph. Er freute sich, einmal aus Berlin rauszukommen. Selbstironisch erzählte er vom modernen Philosophenalltag in Berlin Kreuzberg. „Sind Sie arbeitslos oder Philosoph?“, wurde er einmal gefragt. Antwort: „Beides“. Aber auch kleine Macken und Verfehlungen seiner Mitmenschen nahm er unter die Lupe. Riesenbeifall für den sympathischen Typen, der zeigte, dass auch Scheitern zum Leben dazu gehört. Im Sommer hat er den Nachwuchspreis des Quatsch Comedy-Clubs gewonnen.

Jamie Wierzbicki aus Köln hat polnische Vorfahren. Seine Oma sagte immer, er habe einen „Bumskopf“. Und tatsächlich: Bei Google erscheint er unter diesem Namen. Wierzbicki, dessen Ähnlichkeit mit Leonardo DiCaprio nicht von der Hand zu weisen ist, trat in seinem Solo-Debut von einem Fettnäpfchen ins nächste und ließ sich sogar von den Lachflashs des Publikums anstecken.

Nach der Pause gab Rentzsch einen Einblick in seine ersten Arbeitstage als Schornsteinfeger – damals noch bei einer Briloner Firma. Als da wäre die 80-jährige Oma, die im Nachthemd vor ihm die Treppe hochgeht und ein Centstück findet. Oder der typische Satz: „Ich wollte gerade aufräumen.“ Fühlte sich etwa manch einer erwischt? Gröhlendes Gelächter!

Auftritte bei „Nightwash“

„Wir haben zusammen Comedy angefangen“, begrüßte der junge Briloner den sympathischen Falk Schug aus Heidelberg. Als gelernter Sozialpädagoge schilderte dieser lebensnah von seiner Arbeit mit Familien aus Brennpunkten. Auch in der Sozialpädagogik gebe es neue Begriffe, klärte er das Publikum auf. Das moderne Wort für „schwer erziehbar“ sei „verhaltenskreativ“. Riesenapplaus für einen Künstler, der sich unter anderem durch Auftritte bei „Nightwash“ einen sehr guten Namen in der Comedy-Szene gemacht hat.

Zum Ende hin erzählte Nikita Miller aus Stuttgart verrückte Geschichten über Liebe, Erfolg, Pech und Erkenntnisse. Der charismatische Geschichtenerzähler brauchte nur einen Hocker. Als sein deutscher Kumpel Lars 18 Jahre alt wurde, gab’s Wodka. Deutsche würden Wodka gerne verdünnen. „Du kannst Scheiße verdünnen, dann schmeckt Scheiße nicht mehr wie Scheiße.“ In nur 20 Minuten die Gesichtsmuskeln des Publikums dermaßen zu strapazieren, ist wahrhaftig eine Kunst.

Nach der Show „emotional am Ende“

Und „unser“ charmanter Tobias Rentzsch? Der war zum Schluss „emotional am Ende“ (seine Worte). „Ich hätte nie gedacht, dass wir einmal hier stehen.“ Das sei insbesondere dem „zweiten Mann“ zu verdanken: Veranstaltungspartner und Freund Michael Ester vom Lok- Event. Ohne ihn hätte es diese Show nicht gegeben, aber auch nicht ohne die Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten als Sponsor.

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