Tourismus-Projekt

Machbarkeitsstudie für Indoor-Halle Winterberg vorgestellt

So ähnlich wie auf diesem Foto aus Duisburg könnte es im Inneren der geplanten Winterberger Bewegungshalle aussehen.

Foto: Volker Hartmann

So ähnlich wie auf diesem Foto aus Duisburg könnte es im Inneren der geplanten Winterberger Bewegungshalle aussehen. Foto: Volker Hartmann

Winterberg.   Trampoline, Kletterwand und Spielgeräte für Kinder sind nur einige der Angebote, die sich die WTW vorstellt. Die Suche nach Investoren läuft

Sich richtig austoben, egal wie das Wetter ist. Diese Möglichkeit könnte es in wenigen Jahren in Winterberg geben. Die Winterberg Touristik und Wirtschaft GmbH (WTW) plant eine Bewegungshalle, in der sich vom Kleinkind bis zum Erwachsenen jeder austoben darf – z.B. beim Trampolinspringen, Klettern und Skaten. Jetzt wurde eine Machbarkeitsstudie im Oversum vorgestellt. Im Publikum rund 15 Interessierte, alle im Tourismus tätig.

Bewegen und sich auspowern in einer eigens dafür geplanten Halle – das ist das Konzept. Dass ein solch wetterunabhängiges Angebot gebraucht werde, habe man aus den Diskussionen um das Tourismuskonzept 2020 mitgenommen, erläuterte Tourismus-Direktor Michael Beckmann.

Als Erstes haben die Planer sich in der Umgebung umgesehen. Im Umkreis von gut anderthalb Stunden Fahrzeit leben 17 Millionen Menschen – es gibt aber auch acht Mitbewerber, darunter die Fort Fun Labs und das Schmallenberger Thikos Kinderland. Man habe alle diese Angebote sehr detailliert untersucht.

„Nur wenige haben ein durchgängiges Konzept, wie wir es planen“, betonte Beckmann. Weitere Anregungen holte sich die WTW von vergleichbaren Hallen auf der ganzen Welt.

Mögliche Standorte

Bei der Suche nach potenziellen Standorten in der Kernstadt schafften es der Großraum Bremberg, die Remmeswiese, der Mühlengrund (alte Tennishalle) und eine Fläche am Landal in die engere Wahl. Platz für eine 2000 bis 2500 Quadratmeter große und gut zehn Meter hohe Halle samt Parkplatz muss vorhanden sein, dazu eine gute Anbindung. „Für am geeignetsten halten wir den Bremberg“, bilanzierte Beckmann. „Zweitbeste Lösung wäre die Remmeswiese.“ Ein Grundstück habe man noch nicht im Blick; sicher sei jedoch, dass es gekauft werden müsse.

Zwei Zielgruppen stehen im Fokus: Familien und (extrem)sportbegeisterte junge Leute. Angebote für beide Gruppen soll die Halle in jedem Fall bieten. Aber je nachdem, welche Zielgruppe mehr Platz bekommt, existieren zwei Modelle: Modell „Familie“ und Modell „Action und Fun“.

Zu jedem Plan gehört eine Kosten-/Nutzenrechnung. Die Baukosten liegen für beide Varianten bei 4,2 Mio. Euro. Bei den Einnahmen spielen die Zielgruppen eine wichtige Rolle: Im dritten Betriebsjahr könnte die Variante Action und Fun bereits 2000 Euro Gewinn abwerfen, während die Variante Familie auch dann noch ein Minus von 230 000 Euro produzierte und damit unrentabel wäre. Berechnet wurden diese Zahlen unter der Annahme, dass jährlich 52 000 Besucher (Variante Familie) bzw. 65 000 Besucher (Variante Action) die Halle besuchen. 160 Schulklassen und 208 andere Gruppen müssten jeweils noch obendrauf kommen.

Weitere Einnahmen durch Sponsoren, Vermietung und weitere Module könnten das Ergebnis verbessern. „Wir haben vorsichtig gerechnet“, betonte Beckmann.

Investorensuche oberstes Ziel

Für die Baukosten müssten Investoren gefunden werden. 30 Prozent wären als Eigenkapital mitzubringen, der Rest könnte über Kredite finanziert werden – so hat es die WTW bei Banken erfragt.

Auch vorsichtige Bedenken wurden beim Infoabend geäußert. „Wir hatten auch mal eine Eishalle und eine Tennishalle“, erinnerte der stv. Bürgermeister Richard Gamm. „Wir wissen, wie das endete.“ Trotzdem könnten Investitionen in den Tourismus nicht eingestellt werden. „Wir brauchen Leute, die an die Sache glauben“, meinte auch Michael Beckmann, dessen Aufgabe es sein wird, diese Investoren zu finden. Man habe bereits „sehr weitgehende“ Gespräche geführt; erste Rückmeldungen erhoffe man sich im ersten Quartal 2018. Parallel liefen Überlegungen zu anderen Finanzierungsmodellen wie Anteilsverkäufe oder Crowdfunding.

Fertig hätten die Planer die neue Halle gern bis 2022. Aber sicher ist nichts, bevor die Finanzierung steht.

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