Natur

Madfeld erhält den Wolfgangsee zurück

Der Wolfgangsee bei Madfeld wird wieder ausgebaggert. Ortsvorsteher Heinz Bickmann schaut sich das an. Ende November 2017 war der See wegen der darin noch vermuteten Silberkrebse verfüllt worden. Der Uferbereich wird abgetragen und die ganze Anlage neu gestaltet.

Der Wolfgangsee bei Madfeld wird wieder ausgebaggert. Ortsvorsteher Heinz Bickmann schaut sich das an. Ende November 2017 war der See wegen der darin noch vermuteten Silberkrebse verfüllt worden. Der Uferbereich wird abgetragen und die ganze Anlage neu gestaltet.

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon.   Das Wasser ist zurück im Wolfgangsee. Seit Mittwoch holt der Bagger das Verfüllmaterial wieder heraus. Der Stadt macht das „Ersatzgeld“ Sorgen.

Das Wasser ist zurück im Wolfgangsee. Zumindest in Form einer braunen Brühe. Am Mittwoch hat das Ausbaggern des wegen der vermuteten Signalkrebse Ende 2017 zugekippten Gewässers begonnen. Die dazu gebrauchten rund 7500 Tonnen Vorabsiebung werden zum Wirtschaftswegebau im Stadtwald bei Rösenbeck wiederverwendet.

Die Erholungsanlage am Prinzknapp bei Madfeld wird neu angelegt. Dort haben die Sturmtiefs „Friederike“ und jetzt „Eberhard“ großflächig gewütet. „Waldtage können wir hier nicht mehr machen“, sagte Ortsvorsteher Heinz Bickmann mit Blick auf kahle Flächen und zerfranste Silhouetten. Nach den beiden ersten Waldtagen in Brilon findet die dritte Auflage der von der Dt. Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) und dem Briloner Stadtforst mitinitiierten Freiluftmesse vom 13. bis 15. September in Lichtenau statt.

Immer neue Überraschungen mit Vorschlägen

Der Wolfgangsee ist das erste konkrete Projekt in Brilon, zu dem der Hochsauerlandkreis das beim Bau der Windräder angefallene Ersatzgeld beisteuert. Auf rund 100.000 Euro ist die Aktion veranschlagt, die wegen einer möglichen Gefährdung der Aabachtalsperre durch die Krebspest angeordnet worden war. Wie berichtet, haben sich rund 2,6 Mio Euro Ersatzgeld auf dem Kreiskonto angesammelt.

Das Geld, so sieht es die Regelung vor, soll vorrangig dort ausgegeben werden, wo es durch Windräder Eingriffe in die Landschaft gegeben hat. Das ist vor allem im Stadtgebiet von Brilon der Fall gewesen. Rund 2 Millionen führten die Investoren ab. Zwar hat die Stadt im vergangenen Jahr umfangreiche Projektvorschläge gemacht, vieles davon kollidierte jedoch mit den Verwendungsvorgaben. „Selbst heute noch herrscht große Verwirrung“, wie Bürgermeister Dr. Bartsch am Mittwoch noch im Forstausschuss sagte.

So ist es, wie Forstamtsleiter Dr. Bub sagte, nicht einmal möglich, Ersatzgeld für Waldbaumaßnahmen zu verwenden, wenn dafür andere Fördertöpfe zur Verfügung stehen. Zu derartigen Maßnahmen allerdings muss die Kommune hohe Eigenanteile tragen. Demnächst findet ein „klärendes Gespräch“ mit dem Regionalforstamt, der Unteren Naturschutzbehörde und der Bezirksregierung statt.

Die Biologische Station möchte mit dem Geld Teile des Landschaftsplans Briloner Hochfläche umsetzen. Etwa am Gretenberg, wo eine Zwergstrauchheide reanimiert werden soll. Dafür muss der Stadtforst sechs Hektar Wald abschreiben. Man sei dabei, entsprechende Flächen durch Tausch zurückzugewinnen. Aus gutem Grund: Der Status als waldreichste Kommune wackelt.

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