Versuchter Totschlag

Mädchen (15) sitzt nach Messerattacke in Untersuchungshaft

Die 15 Jahre alte Jugendliche, die  in Gevelinghausen, auf einen 16-Jährigen eingestochen hat, sitzt in U-Haftt. Ihre wird versuchter Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen.

Foto: Boris Schopper

Die 15 Jahre alte Jugendliche, die in Gevelinghausen, auf einen 16-Jährigen eingestochen hat, sitzt in U-Haftt. Ihre wird versuchter Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen. Foto: Boris Schopper

Gevelinghausen.   Eine 15-Jährige sticht in Gevelinghausen mit einem Steakmesser auf einen 16-Jährigen ein. Der Staatsanwalt nimmt versuchten Totschlag an.

Das Mädchen (15), das am Donnerstag in Gevelinghausen bei Olsberg im Sauerland auf einen Jungen (16) eingestochen haben soll, sitzt in Untersuchungshaft. Der Arnsberger Staatsanwalt Klaus Neulken geht von versuchtem Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung aus.

Haftstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren

„Mit 15 Jahren ist man strafmündig. Wenn jemand mit einem Messer in Richtung Hals sticht, kann ich nur davon ausgehen, dass das in Tötungsabsicht geschehen ist“, sagte Neulken der Westfalenpost. Bei einer Verurteilung droht der Jugendlichen eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

Die 15-jährige Deutsche hatte laut Staatsanwaltschaft am Donnerstag gegen 13 Uhr mit einem Steakmesser in Richtung Hals des Jungen aus Bestwig gestochen. Sie traf das Brustbein unterhalb des Kehlkopfs. Die Klinge wurde vom Knochen gestoppt. Mit einem zweiten Hieb traf sie in die linke Schulter des Opfers. Der 16-Jährige wurde am Donnerstag im Krankenhaus operiert. Es bestand aber keine Lebensgefahr.

Kein Alkohol im Blut des Mädchens festgestellt

Im Elternhaus der jetzt in U-Haft sitzenden Jugendlichen sei es am Donnerstag gegen 13 Uhr zu dem folgenschweren Streit gekommen, so Neulken. Vier Jugendliche, darunter das 15-Jährige Mädchen und das 16-jährige Opfer, saßen zusammen. „Es wurde offenbar auch Alkohol getrunken. Bei der Tatverdächtigen wurde aber ein Promillegehalt von 0,0 festgestellt“, sagte Neulken. Der Junge sei in eine Scherbe getreten, habe geflucht und der 15-Jährigen lautstark Vorwürfe gemacht. Daraufhin habe die Jugendliche ihn aus dem Haus werfen wollen. Als sich der Junge aus Bestwig geweigert habe, sei die Situation eskaliert und das Mädchen habe zum Steakmesser gegriffen. Ihre Eltern waren zum Zeitpunkt der Tat nicht zu Hause.

Polizeihubschrauber suchte die Tatverdächtige

Nach den zwei Messerstichen flüchtete der Junge aus dem Haus in das nahe liegende Autohaus. Mitarbeiter riefen den Notarzt und verständigten die Polizei.

Das Mädchen flüchtete zunächst. Es wurde mit starkem Polizeiaufgebot gesucht. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Gegen 17 Uhr wurde sie unweit vom Tatort von Polizisten aufgegriffen und festgenommen.

Mädchen wurde am Freitag Haftrichter vorgeführt

Die 15-Jährige wurde am Freitagmittag dem Haftrichter am Amtsgericht Brilon vorgeführt. „Bei Verdächtigen in diesem Alter wird versucht, eine Untersuchungshaft zu vermeiden“, so Neulken. Die Staatsanwaltschaft stellte daher den Antrag auf Unterbringung in einem geschlossenen Heim der Jugendhilfe. Da sich kein geeignetes Heim finden ließ, das das Mädchen aufnehmen kann, kam die 15-Jährige schließlich doch in Untersuchungshaft.

Gegen die Eltern des Mädchen wird derzeit nicht ermittelt „Im Moment sehe ich dazu keinen Anlass“, sagte Neulken.

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