SCHÄDLINGE

Maiszünsler sorgen für Ertragsminderung im Sauerland

Der Maiszünsler ist ein unscheinbarer blassbeiger Falter.

Foto: Landwirtschaftskammer NRW

Der Maiszünsler ist ein unscheinbarer blassbeiger Falter. Foto: Landwirtschaftskammer NRW

Erlinghausen/Helmighausen.   Ein Schädling macht sich über die Ernte her. Aber die Landwirte im HSK lassen das nicht auf sich sitzen und schlagen zurück.

Der Mais auf den Feldern hat von dem nassen Sommer profitiert. Er konnte wachsen und gedeihen. Die Maisernte dürfte gut ausfallen. Jetzt hoffen die Bauern auf trockenes Wetter, damit sie den Mais häckseln können. Trotzdem sind sie nicht zufrieden. Grund ist der Maiszünsler – ein unscheinbarer, blassbeiger Schmetterling.

Der Schädling

Seine gefräßigen Raupen lieben Mais und können zu einer echten Plage werden. Der Schädling hat sich in den vergangenen Jahren von Südhessen her ausgebreitet und sich auch in Nordhessen und dem Hochsauerlandkreis niedergelassen.

Die Bauern aus Erlinghausen und dem benachbarten hessischen Gemeinden schlagen Alarm und wollen dem Schädling entgegentreten. „Denn nur so wird es gelingen, dass er sich nicht unkontrolliert weiter ausbreitet“, sagt Martin Hoppe von der Landwirtschaftskammer NRW. In einer Veranstaltung auf dem Hof von Bauer Christian Grünhaupt im hessischen Helmighausen wurden Maßnahmen zur Bekämpfung des Maiszünslers vorgestellt. 80 Landwirte waren gekommen.

Das Problem

Zwischen Anfang Juni und Juli begeben sich die Falter auf Flug. Die Weibchen legen je nach Witterung 300 bis 1000 Eier. Nach einer Reifephase vier bis 14 Tagen schlüpfen die Raupen, die sich in den Maisstängel bohren und das Mark fressen. Dadurch kann der Stängel abknicken und die Ernte erschweren. Außerdem wird die Pflanze geschwächt.

„Der Befall bedeutet keinen Totalverlust, aber eine Ertrags- und Qualitätsminderung“, sagt Dominik Dicke vom Pflanzenschutzdienst Hessen.

Die Bekämpfung

Bekämpft werden kann der Maiszünsler konventionell mit Insektiziden. „Das wollen wir auf gar keinen Fall“, spricht sich Hartmut Schröder aus Erlinghausen für eine präventive Methode aus. Dazu müssen die Maisstoppeln nach der Ernte gemulcht werden. „Damit werden den Larven die Überwinterungsmöglichkeiten genommen“, sagt Martin Hoppe. Sie können sie sich nicht im Mai des Folgejahres verpuppen und vermehren.

Denn die Kälte im Winter macht den Larven in den Maisstoppeln nichts aus. „In trockenen Jahren sind die Schädlinge oft noch gar nicht so weit nach unten vorgedrungen, so dass sich das Problem mit dem Häckseln erledigt. Doch in nasseren Sommern wie diesem, in denen spät geerntet wird, kann er teilweise schon bis ganz unten vorgedrungen sein“, so Hoppe – und könnte dann in den Stoppeln überwintern.

„Durch konsequentes Mulchen der Stoppeln kann man den Maiszünslerbefall unter der wirtschaftlichen Schadensschwelle halten“, so Dominik Dicke. Die Methode sei nur erfolgsversprechend, wenn alle Bauern mitzögen, pflichtet ihm Hoppe bei. Das Mulchen kostet zwischen 35 und 50 Euro pro Hektar.

Eine natürliche Bekämpfung ist auch mit Schlupfwespen möglich. Sie sind die natürlichen Feinde der Maiszünsler und parasitieren dessen Larven. Diese Methode wird in anderen Regionen seit über 25 Jahren angewandt. Mit Kleinsthubschraubern werden die Schlupfwespen ausgebracht, erklärt Friedhelm Emde vom Maschinenring Waldeck-Frankenberg. Bei der Beauftragung eines externen Anbieters fallen für die Schlupfwespen und deren Ausbringung via Drohne Kosten von etwa 60 bis 70 Euro pro Hektar an.

Die Betroffenen

Für Andreas Nüse aus Obermarsberg macht das Mulchen der Maisstoppeln Sinn: „Ich mache mit.“ Er hat 2,5 Hektar Mais angebaut als Futter für seine 50 Rinder, Mutterkühe, Bullen und Kälber. Auch er hat den Maiszünsler im Mais festgestellt. „20 Prozent meines Maisanbaus ist vom Maiszünsler befallen,“ sagt er.

Rudolf Fieseler aus Erlinghausen verkauft ebenso wie Meinolf Prior seinen Mais an Betreiber einer Biogasanlage. Bisher wurde sein Mais verschont vom Maiszünsler: „Ich habe die Stoppeln tief untergepflügt.“ Das alleine sei aber nicht wirksam im Kampf gegen den Schädling: „Wenn auch nur ein Stängel an der Bodenoberfläche verbleibt, können die Larven überleben und sich weiter ausbreiten.“

>>> Hintergrund: Die Anzeichen erkennen

  • Geknickte oder gebrochene Maisfahnen sind Zeichen für die Gefräßigkeit der Larven. An den Bruchstellen befinden sich Löcher, aus denen Bohrmehl und Kot austritt. Die Bohrgänge können durch den gesamten Stängel bis zum Grund reichen.
  • Die Stängel werden instabil. Solange nur die oberen Stängelteile abknicken, ist der Schaden zu vernachlässigen. Wenn zwei bis drei Raupen eine Pflanze befallen ist mit einem Ertragsverlust von zehn bis 30 Prozent zu rechnen.

Folgen Sie der WP Altkreis Brilon auch auf Facebook.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik