Amtsgericht Brilon

Mann bedroht und beschimpft Polizisten in Olsberg

Foto: imago stock&people

Brilon.   Ein 67-Jähriger Mann aus Marsberg stand wegen Bedrohung, Beleidigung und Widerstand gegen Polizeibeamte vor Gericht.

Nach zwanzig Minuten wurde es dem Angeklagten gestern zu dumm, auf den Beginn seiner Verhandlung vor dem Amtsgericht Brilon zu warten. Er machte sich kurzerhand davon. Weit kam er allerdings nicht. Die Polizei konnte ihn schon kurze Zeit später in der Nähe aufgreifen, so dass die Verhandlung gegen ihn schließlich doch noch stattfinden konnte.

Widerstand gegen Polizeibeamte

Angeklagt war der 67-Jährige wegen eines Vorfalls im September dieses Jahres in Olsberg. Der Vorwurf: Bei einem Polizei-Einsatz soll der damals stark alkoholisierte Mann Widerstand gegen die Vollstreckungsbeamten geleistet haben. Außerdem wurden ihm versuchte Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung vorgeworfen. Die zwei Polizeibeamten, die als Zeugen geladen waren, berichteten, dass sie den Mann in Olsberg in einem hilflosen Zustand, quasi auf allen Vieren vorgefunden hatten. Als es darum ging, dass er in seinem Zustand nicht dort bleiben konnte, wo er war, wurde der Marsberger offenbar rabiat und beleidigte die Polizeibeamten mit übelsten Beschimpfungen. Außerdem soll er gedroht haben: „Ich merke mir Eure Gesichter. Wenn ich Euch wiedersehe, erschieße ich Euch.“ Das Angebot, ihm ein Taxi zu bestellen, mit dem er zurück nach Marsberg fahren konnte, lehnte er demnach mit wüsten Beschimpfungen ab. Außerdem soll er nach den beiden Polizisten geschlagen und getreten haben.

Schließlich wurde der Mann überwältigt und auf den Boden gedrückt. Bei der Aktion habe er sich eine Kopfverletzung zugezogen, so der Angeklagte vor Gericht. Ansonsten kann er sich jedoch an den Vorfall kaum erinnern: „Ich war hackedicht. Ich weiß nicht mehr genau, was passiert ist und was ich genau gesagt habe.“ Auf Seiten der Polizei wurde bei dem Einsatz niemand verletzt, deshalb ging es vor Gericht lediglich um versuchte Körperverletzung und weil er stark alkoholisiert war, wurde er als vermindert schuldfähig eingestuft. Negativ schlug allerdings zu Buche, dass der Marsberger bereits einschlägig vorbestraft ist und sich bereits wegen einiger anderer Straftaten schon vor Gericht verantworten musste. Wegen des Vorfalls in Olsberg wurde er gestern schließlich zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten verurteilt.

Ins Gefängnis muss er allerdings nicht, da die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wurde. Voraussetzung ist allerdings, dass er in den nächsten zwei Jahren keine weitere Straftat begeht. Eine Geldauflage in Höhe von 1500 Euro wie sie die Staatsanwaltschaft gefordert hatte, wurde nicht verhängt. Richter Härtel ermahnte den Angeklagten allerdings eindringlich, künftig die Finger vom Alkohol zu lassen, denn auch schon bei einigen vorherigen Straftaten war offenbar Alkohol im Spiel. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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