Einsatz

Abschiebung: SEK stürmt Wohnung in Olsberg – Mann verletzt

Großeinsatz in Olsberg. Ein Mann aus Tadschikistan wehrt sich mit einem Messer gegen seine Abschiebung.

Großeinsatz in Olsberg. Ein Mann aus Tadschikistan wehrt sich mit einem Messer gegen seine Abschiebung.

Foto: Boris Schopper

Olsberg.  Ein Mann aus Tadschikistan wehrte sich in Olsberg mit einem Messer gegen seine Abschiebung. Ein SEK stürmte die Wohnung. Der Mann wird verletzt.

Ein großer Einsatz von Polizei und Rettungskräften hielt am Mittwochmorgen Anwohner und Schüler im Bereich der Olsberger Bahnhofstraße in Atem. Teile der Sekundarschule Olsberg wurden vorsorglich geräumt.

Ein 49-jähriger Mann aus Tadschikistan, den die Ausländerbehörde nach Litauen zurückführen wollte, wehrte sich gegen seine Abschiebung. Laut Polizeisprecher Holger Glaremin hatte er sich in seiner Wohnung verschanzt.

Mann empfing Beamte mit Messer

Mitarbeiter der Ausländerbehörde hatten am Mittwochmorgen um 5.30 Uhr an der Tür des Mannes geschellt. Beim Öffnen habe er ein Messer in der Hand gehalten, die Mitarbeiter aber nicht bedroht, sagt Martin Reuther, Sprecher des Hochsauerlandkreises. Die Behördenmitarbeiter zogen sich daraufhin zurück und alarmierten die Polizei.

Um 6.30 Uhr hatte es in einer Polizei-Kurzmeldung geheißen: „Unklare Lage, Mann droht zu springen“ – die Feuerwehr rückte mit einer Drehleiter an.

SEK stürmt Wohnung – Mann verletzt

Um kurz vor zehn Uhr drang ein lauter Knall aus der Wohnung. Ein Spezialkommando der Polizei hatte die Wohnung gestürmt und den Mann überwältigt und festgenommen. Dabei wurde der Tadschike verletzt.

Die Wohnung des 49-Jährigen befindet sich in der Nähe zur Olsberger Sekundarschule. Da der gesamte Einsatzbereich großräumig abgesperrt wurde, waren auch Teile der Schule davon betroffen. „. In enger Absprache mit der Polizei wurden durch die Schulleitung der Sekundarschule Gebäudeteile in Sichtweite des Wohnheims gesperrt“, so die Polizei. Die Schüler wurden vorsorglich in andere Klassenräume verteilt. Der Unterricht fand statt. „. Eine Gefahr für die Schülerinnen und Schüler bestand nicht“, teilte die Polizei mit.

Im Oktober nach Olsberg gekommen

„Der Mann ist im Februar 2017 über Litauen eingereist und wurde nach Ablehnung seines Antrags schon einmal dorthin zurückgeführt“, sagt Kreissprecher Martin Reuther auf Anfrage unserer Zeitung. Der 49-Jährige habe mehrere Versuche unternommen, in Deutschland bleiben zu können. Alle Anträge seien aber abgelehnt worden. Zuletzt hatte der Mann, der im Oktober über Unna nach Olsberg gekommen war, vergeblich über das Verwaltungsgericht Arnsberg einen einstweiligen Rechtsschutz beantragt.

Der 49-Jährige ist nach Unterlagen der Ausländerbehörde nicht vorbestraft und auch bislang unauffällig gewesen. Gerüchte, es handele sich um einen Amoklauf oder eine Geiselnahme an der Schule, bewahrheiteten sich nicht. Es bestand keine Gefahr für die Schüler der Sekundarschule, so die Polizei.

Hier finden Sie noch mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus dem Altkreis Brilon.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben