Gericht

Marsberger Betrüger erbeuten über 10.000 Euro

Vor dem Amtsgericht Brilon musste sich eine fünfköpfige Gruppe wegen mehrfachen Betrug verantworten. Die Strippenzieher sitzen in der Türkei und der Polizei unbekannt.

Vor dem Amtsgericht Brilon musste sich eine fünfköpfige Gruppe wegen mehrfachen Betrug verantworten. Die Strippenzieher sitzen in der Türkei und der Polizei unbekannt.

Foto: Stephan Wallocha

29-Jähriger wird während seiner Bewährungszeit zu Verbrechen überredet. Junge Gehilfen sind ahnungslos und erhalten nur geringen Teil der Beute.

Kleine Schritte machte der 29-jährige Angeklagte vor dem Amtsgericht in Brilon. Mit Fußfesseln brachten vier Polizeibeamte den gebürtigen Lüdenscheider zu seinem Sitzplatz. Neben ihm saßen seine vier Komplizen aus Marsberg, die zwischen 18 und 26 Jahren alt sind. Sie verantworteten sich wegen Betrugs in zwei Fällen und versuchten Betrugs bei denen sie insgesamt über 10.000 Euro im Mai 2017 erbeuten konnten.

Der Mittelsmann

Der 29-jährige Angeklagte sitzt derzeit eine Haftstrafe wegen versuchten Totschlags ab. Während einer kurz währenden Bewährungszeit rekrutierte ihn eine ihm angeblich unbekannte Person per Facebook aus der Türkei. „Ich hatte damals keine Arbeit und wieder Drogenprobleme. Das musste ich irgendwie finanzieren“, sagte der Angeklagte. Da ihm in Aussicht gestellt wurde, 50 Prozent der Beute behalten zu dürfen, war das Angebot sehr verlockend und er sagte zu. Um nicht selbst als Täter in Betracht zu kommen, suchte er nach Helfern, die nicht zu viele Fragen stellten.

Die Vorgehensweise der Täter

Der oder die Strippenzieher aus der Türkei hatten Daten von mehreren Kontoinhabern in Deutschland. Sie riefen bei der entsprechenden Bank an und gaben eine Überweisung in Auftrag über einen vierstelligen Betrag. Dieser sollte auf dem Konto eines der Helfer landen. Der Mittelsmann wurde im Vorfeld beraten, damit er nicht sein eigenes Konto nutzte und schnell in Verdacht geriet.

Ein Helfer hob den Betrag vom eigenen Konto ab und gab ihn an den Angeklagten oder andere Männer weiter, die es dann wiederum dem 29-Jährigen brachten. Dieser erzählte seinen Komplizen lediglich, dass er Geld von einem Freund geliehen habe und selbst kein Konto besitze, daher brauche er Hilfe. Für die Dienste zahlte er zwischen 100 und 250 Euro. Alle Angeklagten gaben an, dass ihnen das nicht komisch vorgekommen sei. Lediglich einer der Helfer wusste von der Beteiligung der drei anderen. Sonst kam keiner zweimal zum Einsatz, um sein Konto zur Verfügung zu stellen.

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