Trunkenheitsfahrt

Marsberger Gericht urteilt nach Trunkenheitsfahrt

Das Gericht in Marsberg verurteilt einen 43-jährigen Autofahrer.

Das Gericht in Marsberg verurteilt einen 43-jährigen Autofahrer.

Foto: Stephan Wallocha

Marsberg.   „Sie haben durch Ihr Verhalten gezeigt, dass sie unfähig sind, ein Auto zu fahren“: Mit 1,31 Promille provozierte ein 43-Jähriger einen Unfall.

Wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung ist ein 43-Jähriger gestern vor dem Amtsgericht Marsberg zu einer Geldstraße von 4 900 Euro verurteilt worden.

Fahrlässig und nicht vorsätzlich, weil er, wie der Richter in der Urteilsbegründung ausführte, zugegeben hatte, Alkohol getrunken zu haben – aber davon ausgegangen sei, trotzdem noch fahren zu können. Der Führerschein bleibt für weitere fünf Monate weg.

Der Hintergrund

Der Angeklagte hatte 1,31 Promille im Blut, als er mit seinem Mercedes in der Nacht zum 25. September 2018 auf der Madfelder Straße kurz vor dem Kloster Bredelar in einer scharfen Rechtskurve geradeaus fuhr und in die Leitplanken knallte: „Ich wollte einem Reh ausweichen, das plötzlich mitten auf der Straße stand.“

Am Tatabend war er mit zwei jungen Frauen erst nett essen, dann in einer Bar. Er habe vielleicht ein bis zwei Gläser Wein zum Essen getrunken, in der Bar vielleicht noch ein bis zwei Gläser Gin Tonic. Dann hatte sich das Grüppchen in den Mercedes gesetzt, um einen Bekannten in Marsberg zu besuchen. Der Angeklagte: „Es ist das erste Mal, dass ich alkoholisiert gefahren bin.“

Die Folgen

Wie viel er getrunken hatte, wusste auch die erste Zeugin bei der Befragung nicht mehr. Die 24-Jährige saß hinter ihm im Auto. Wie es zu dem Unfall gekommen war, daran konnte sie sich auch nicht mehr erinnern: „Wir haben so viel geredet.“

Bei dem Aufprall hatte sie sich das rechte Handgelenk gebrochen. Zunächst wurde sie im St.-Marien-Hospital Marsberg operiert, wegen eines akuten Asthmaanfalls wurde die Operation unterbrochen. Die junge Frau wurde anschließend im Krankenhaus in Paderborn weiter behandelt. Inzwischen sei zwar alles verheilt, „aber ich kann immer noch nicht schwer tragen“, sagte sie aus. Die zweite Zeugin saß vorne als Beifahrerin und hatte, nach eigener Aussage, auch „etwas Dunkles auf der Straße gesehen“.

Die Schäden

Er kenne die Stelle, so Amtsrichter Fisch, „sie ist aber nicht dafür bekannt, dass dort oft Rehe die Straße kreuzen“. An der Leitplanke entstand ein Sachschaden von 3 678,69 Euro. Den hat der Angeklagte zu zahlen, hinzu kommen noch die Behandlungskosten der Zeugin, die von der Versicherung nicht übernommen wurden.

„Sie haben durch Ihr Verhalten gezeigt, dass sie unfähig sind, ein Auto zu fahren“, so Staatsanwalt Sauerwald. Er forderte eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 70 Euro und den Entzug des Führerschein für sechs Monate.

Dass er geständig sei und noch nicht vorbestraft, hielt ihm der Richter zu Gute. Den Schaden des Unfalls und der Zeugin bewertete er allerdings als nicht unerheblich. Deshalb hielt er 70 Tagessätze zu je 70 Euro – den wirtschaftlichen Verhältnisse nach – für angemessen.

Der Angeklagte, der seinen Führerschein gleich nach dem Unfall hatte abgeben müssen, muss außerdem für weitere fünf Monate auf ihn verzichten.

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