Verkehrsversuch Marsberg

Marsberger Politiker zweifeln an Erfolg für Verkehrsversuch

Am Samstg ist die sechsmonatige Versuchsphase in der Hauptstraße in Marsberg gestartet. Die Straße ist jetzt wieder durchgängig befahrbar - einspurig.

Am Samstg ist die sechsmonatige Versuchsphase in der Hauptstraße in Marsberg gestartet. Die Straße ist jetzt wieder durchgängig befahrbar - einspurig.

Foto: Annette Dülme

Marsberg.   Die Marsberger Hauptstraße ist im Rahmen eines Verkehrsversuchs durchgehend einspurig befahrbar. Die Politik hat dazu ihre Zweifel.

Seit Samstag ist die Hauptstraße wieder durchgängig, aber weiterhin einspurig, befahrbar vom Bahnübergang bis in die Mühlenstraße. Wie berichtet ist es ein Verkehrsversuch für ein halbes Jahr. Hubert Aßhauer, Leiter des städtischen Ordnungsamtes, erklärte in der jüngsten Sitzung des Stadtrates, dass nach Aussagen der Straßenverkehrsbehörde die Ampelschaltung bleibt, wie sie ist, und die bisherigen Straßenmarkierungen werden auch nicht verändert.

70 Verkehrsschilder zeigen den Weg

Insgesamt hat der Betriebshof 70 Verkehrsschilder an der veränderten Straßenführung aufgestellt, um den Verkehrsteilnehmern den Weg zu weisen. Der Gewerbeverein hatte lange Zeit diese Änderung der Straßenführung gefordert und macht unter anderem auch die lange Bauzeit der Diemelbrücke für Umsatzrückgänge des Einzelhandels um bis zu 30 Prozent verantwortlich.

Seit der Umgestaltung der Innenstadt läuft der Verkehr einspurig durch die Hauptstraße. Von der unteren Hauptstraße ab den Bahnschranken und im oberen Bereich ab der Mühlenstraße jeweils bis zum Kaufhaus Henke. Von dort wird der Verkehrsfluss durch die Seitenstraßen abgeleitet.

Nach wie vor halten Peter Prümper, Vorsitzender der SPD, und Eberhard Banneyer, Vorsitzender der CDU, diese Verkehrsführung für „die einzig richtige“, wie sie in der Ratssitzung in ihren Haushaltsreden betonten. „Es gab sehr gute Gründe dafür“, so Peter Prümper, die auch in einem Verkehrsgutachten dargelegt worden seien. „Wir haben nun mal den Bahnübergang, an dem jede Stunde die Schranken runtergehen.“

Peter Prümper: „Das wird ein Chaos werden“

Mit der unterbrochenen Hauptstraße sollten die Verkehrsflüsse so gelenkt werden, dass es bei geschlossenen Schranken nicht zu größeren Staus kommt. Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich bei geschlossener Schranke und Durchfahrbarkeit der Hauptstraße bis zur Mühlenstraße der Verkehr den ganzen Weist bis zur Polizei hinauf gestaut habe, weil er nicht von der Mühlenstraße in die Hauptstraße abfließen konnte. Das erwarten Prümper und Banneyer im jetzigen Verkehrsversuch wieder. Prümper prophezeit: „Das wird ein Chaos werden.“

Die Anschuldigungen des früheren Kaufhauschefs Alfons Henke im Interview unserer Zeitung zur Schließung seines letzten Wäsche- und Lederwarengeschäftes (Tenor: Rat und Verwaltung hätten nicht genug Druck ausgeübt, um die Brückenbauzeit zu verkürzen), wollte Prümper nicht so stehen lassen: „Wir waren die, die von Anfang an Druck gemacht haben.“ Nur deshalb sei die Behelfsbrücke überhaupt gekommen. „Wir haben bei Straßen.NRW förmlich um den Bauzeitplan gebettelt.“ Doch die Behörde habe nur spärlich reagiert.

2019 keine Straßenbaubeiträge

Die Stadt Marsberg hat sich für das Förderprogramm des Bundes „Sanierung kommunaler Einrichtungen 2018 im Bereich Jugend, Sport und Kultur“ beworben. Wie berichtet, sollen mit diesem Projekt der Sportplatz Marsberg und das Hallenbad grundlegend saniert und ein neues Gebäude für die Bücherei und das Stadtarchiv errichtet werden. Mit einer Entscheidung kann erst im März 2019 gerechnet werden. Das Fördermittelvolumen von insgesamt 100 Mio. Euro soll in dem Förderzeitraum 2019 bis 2023 jetzt auf 200 Mio. Euro verdoppelt werden.

Für 2019 sind im Stadtgebiet keine Straßenbaubeiträge vorgesehen. Die SPD hatte einen Antrag gestellt auf Aussetzung deren Erhebung für zwei Jahre bis nach der Sommerpause 2019 und sich der Resolution der NRW-Landesregierung, das Kommunalabgabegesetz zu ändern, anzuschließen. Dem Antrag stimmten alle Ratsmitglieder einstimmig zu.

Langjährige Ratsmitglieder verabschiedet

Für Jan Stoop und Gerd Böttcher war die jüngste Ratsitzung nicht nur die letzte für das Jahr 2018, sondern auch ihre letzte als Mitglied der SPD-Fraktion. Bürgermeister Klaus Hülsenbeck verabschiedete sie aus ihren Ehrenämtern mit einer Urkunde und sprach „den beiden verdienten Bürgern der Stadt Dank und Anerkennung aus“.

Jan Stoop war seit 2004 Mitglied im Stadtrat und im Haupt- und Finanzausschuss sowie Vorsitzender des Ausschusses Schule, Kultur, Jugend, Familie, Soziales und Sport. Gerd Böttcher war seit 1999 im Stadrat, Mitglied im Feuerwehrausschuss und im Betriebsausschuss. Gerd Böttcher wird sich weiterhin für den Bürgerbus engagieren. Jan Stoop zieht der Liebe wegen ins Ruhrgebiet.Die Nachfolger der beiden, Arris Masalsky und Sebastian Böttcher, werden in der nächsten Sitzung des Stadtrates in ihren Ämtern vereidigt.

Hier finden Sie noch mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus dem Altkreis Brilon

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben