875-Jahr-Feier

Medebach wartet auf seinen Jubiläums-Urknall

Dagmar Köster, umgeben von Plänen. Sie organisiert beim Stadtjubiläum das Rahmenprogramm, führt Regie beim Theaterstück zur Stadtgeschichte und wird auch das Bühnenprogramm moderieren.

Dagmar Köster, umgeben von Plänen. Sie organisiert beim Stadtjubiläum das Rahmenprogramm, führt Regie beim Theaterstück zur Stadtgeschichte und wird auch das Bühnenprogramm moderieren.

Foto: Stefanie Bald

Medebach.  Theaterstück mit Urknall, Laser- und Grafikshow, zwei Bühnen. Dagmar Köster managt das Rahmenprogramm zum Stadtjubiläum Medebach. Ein Lebenswerk.

Endgültiger Programmablauf für die Auftaktveranstaltung, minutengenaue Bühnenpläne, Einsatzpläne, Schminkplan, Frisierplan, Moderation, Liste der Grußworte, Regienotizen – „das hier wird eine Art Lebenswerk“, sagt Dagmar Köster.

Der dicke Ordner und ein großer Haufen Papier auf dem Wohnzimmertisch, dazu „etwa 30 Ordner auf dem Computer“ künden von dem Nebenjob, in den sie in den vergangenen zwei Jahren wohl tausende unbezahlte Arbeitsstunden gesteckt hat: Dagmar Köster ist verantwortlich für das Rahmenprogramm der 875-Jahr-Feier vom 23. bis 25. August.

Und sie ist nur eine der Verantwortlichen, die die Federführung über jeweils einen Aufgabenbereich übernommen haben. Außerdem gibt es Verantwortliche für den stehenden Festzug mit seinen 137 Ständen, für das Sicherheitskonzept, für Öffentlichkeitsarbeit und Gesamtkoordination.

„Medebach weiß noch nicht, was auf es zukommt“, ist sich Köster sicher – obwohl die Gesamtzahl der Beteiligten bei rund 1700 Personen liegt, die meisten aufwendig verkleidet. Das allein verdeutlicht die Dimension des Festes.

Auftakt mit Urknall

Es beginnt am Freitag um 16.30 Uhr, wenn kostümierte Trommler von den ehemaligen Stadttoren Richtung Marktplatz ziehen und Publikum mit sich locken.

Mit einem „Urknall“ reisen die Medebacher dann ins Jahr 1144 und begeben sich mit dem Ensemble des Hansetheaters auf eine Zeitreise durch die Stadtgeschichte. Dabei werden sie der ein oder anderen wichtigen Medebacher Persönlichkeit begegnen – aus Vergangenheit und Gegenwart.

Insbesondere diese Auftaktveranstaltung bezeichnet Köster als ihr Baby – obwohl sie auch mit dem minuziös getimten Bühnen- und Rahmenprogramm der übrigen Tage mehr als genug zu tun hatte. Seit zwei Jahren plant, gestaltet und probt sie, läuft permanent Menschen hinterher und versucht, ihre 1000 Ideen und Aufgaben unter einen Hut zu bringen.

Was das Wetter angeht, setzt sie alles auf eine Karte. Das gesamte Rahmenprogramm findet draußen statt, eine Ausweichmöglichkeit in ein Gebäude gibt es nicht. Was, wenn es regnet? „Dann werde ich weinen und drei Schnäpse trinken“, sagt Köster und lacht. Lieber nicht darüber nachdenken.

„Die Stadt hätte für das, was dieses Jubiläum kosten wird, zweifellos auch ein Fest kaufen können. Einen Mittelaltermarkt zum Beispiel, wo ein kommerzieller Anbieter kommt, was aufbaut, dafür Eintritt nimmt und fertig.“ Weniger Arbeit für die Ehrenamtlichen wäre es so auf jeden Fall gewesen. „Aber das wären nicht wir gewesen.“

Viel Stress, aber auch viel Spaß

Am Ende sei Perfektion nicht das Ziel, auch wenn Köster von sich selbst sagt, dass sie eine strenge Regie führt. Als Langzeitaktive bei der Hallenberger Freilichtbühne hat sie genug Erfahrung, um zu wissen, wie eine Aufführung laufen muss. Denn abgesehen vom Ensemble des Hansetheaters haben die meisten Mitspielenden noch nie auf einer Bühne gestanden. Haltung, Bewegung, Sprechen, Singen, alles musste geübt werden.

Mittlerweile spürt sie, dass die Euphorie auch bei den anderen Beteiligten steigt. Kamen Beiträge zum Bühnenprogramm anfangs recht schleppend und nur dank „liebenswürdiger Penetranz“ ihrerseits, so steige nun, da es nur noch wenige Tage bis zum Fest sind, die Begeisterung bei allen.

„Es muss und wird nicht alles perfekt laufen. Wir wollen für diese Stadt schöne Momente und tolle Erinnerungen schaffen. Dann hat sich alles gelohnt. So ein Fest ist nicht zu ersetzen.“ Außerdem, sagt sie, hat es ihr bei allem Stress auch eine Menge Spaß gemacht.

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