Vogelschutz

Meerhof: So schützen Hausbesitzer aktiv Schwalben

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Nach Futter verlangen drei junge Schwalben, die unter einem Dachvorsprung groß gezogen werden.

Nach Futter verlangen drei junge Schwalben, die unter einem Dachvorsprung groß gezogen werden.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Meerhof.  Schwalben brauchen Plätze, an denen sie Nester bauen und brüten können. Wie Hausbesitzer in Meerhof aktiven Vogelschutz betreiben.

Zehn Hausbesitzer in Meerhof haben sich dafür eingesetzt, dass Schwalben an ihren Gebäuden brüten können. Dafür wurden sie vom NABU (Naturschutzbund Deutschland) ausgezeichnet.

Auf Akzeptanz angewiesen

Sie sind schon lange wieder zurück aus ihren Überwinterungsgebieten im südlichen Afrika: Die Schwalben und Mauersegler. Da, wo man sie noch erleben kann, vermitteln die Rufe des Mauerseglers erst das richtige Sommergefühl. Als Kulturfolger suchen Mehlschwalben, Rauchschwalben und Mauersegler die Nähe des Menschen und sind daher auf die Akzeptanz von Hausbesitzern angewiesen. Oft treffen die zurückkehrenden Zugvögel aber auf verloren gegangene Brutplätze, obwohl die Gesetzeslage eindeutig für die sogenannten Gebäudebrüter, dazu gehören auch Haussperlinge, Fledermäuse, sowie einige andere Arten, spricht (Bundesnaturschutzgesetz §44).

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So kann man die Vögel unterstützen

Sie freuen sich im Frühjahr auf die Rückkehr der im Volksmund als Glücksbringer bekannten Vögel, die uns als natürliche Schädlingsbekämpfer so manchen „Plagegeist“ vom Hals schaffen. Durch Flächenversiegelungen und ausbleibenden Niederschlägen finden Schwalben jedoch kaum noch geeignetes Baumaterial. „Dem kann mit der Anlage von sogenannten Schwalbenpfützen begegnet werden“, so Thomas Engemann aus Meerhof, der seinen Schwalben das begehrte Baumaterial auf seinem Garagendach anbietet. Alternativ können auch Kunstnester für Schwalben und Brutkästen für Gebäudebrüter, wie Haussperling, Mauersegler usw., angebracht werden. Thomas Engemann hat die Tiere so bereits erfolgreich ansiedeln können: „Vier der Mehlschwalbennester wurden schon nach zwei Tagen besiedelt und später erfolgreich bebrütet. Die Schwalben hatten die Kunstnester schnell entdeckt, waren aber mangels Baumaterial nicht in der Lage Nester zu bauen. Die Wohnungsnot ist heutzutage größer denn je.“

Aktiv werden

Die Mehlschwalbennester aus Holzbeton wurden von ihm selbst gefertigt und die Mauersegler können vom Dachboden aus in ihren Brutkästen beobachtet werden. Die Ansiedlung von Mehlschwalben und Mauerseglern lässt sich, so seine Erfahrung, durch den Einsatz von geeigneten Lockrufen fördern. „Sieben Mauerseglerpaare und ein Mehlschwalbenpaar konnte ich so schon als Brutvögel bei mir ansiedeln.“

Durch die naturnahe Gestaltung unsere Hausgärten kann jeder von uns etwas gegen den Rückgang der Insekten tun, die den eleganten Seglern als Nahrung dienen. Öffentliche Flächen, Wegränder und Ackerrandstreifen sollten daher naturnah belassen werden. Durch extensives Bewirtschaften dieser Flächen reduziert sich gleichzeitig der Arbeitsaufwand, der sonst durch regelmäßiges Mähen von eintönigen Rasenflächen entsteht.

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Und was ist mit dem Dreck?

Leider sind die Hinterlassenschaften der Vögel heutzutage vielen Hausbesitzern ein Dorn im Auge und Schwalben werden daran gehindert, Nester zu bauen oder Nester werden einfach entfernt. Dabei könne der Kot durch mit ausreichend Abstand (mindestens 50 cm) zum Nest angebrachten Auffangbrettern zurückgehalten werden. Sollte dennoch Kot an die Hauswand gelangen, so sei er in der Regel entfernbar. Der Nabu: „Lassen auch Sie sich begeistern und unterstützen Sie unsere heimische Vogelwelt. Räumen Sie ihnen einen Platz ein und folgen Sie dem Beispiel der Schwalbenfreunde aus Meerhof“.

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