Ernüchterung

"Mein Freund ist Sauerländer"-Festival in Brilon abgesagt

Da war noch alles im grünen Bereich: VHS-Leiter Michael Klaucke (Mitte) mit dem Vorsitzenden der VHS-Zweckverbandsversammlung, Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch (l.) und Brilons Wirtschaftsförderer Oliver Dülme Anfang Oktober bei der Vorstellung des Events.

Da war noch alles im grünen Bereich: VHS-Leiter Michael Klaucke (Mitte) mit dem Vorsitzenden der VHS-Zweckverbandsversammlung, Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch (l.) und Brilons Wirtschaftsförderer Oliver Dülme Anfang Oktober bei der Vorstellung des Events.

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon.   Das "Mein Freund ist Sauerländer"-Festival in Brilon fällt aus. Unter anderem war die Band Madsen gebucht. Über die Gründe für das Aus.

Euphorie, Enthusiasmus und Engagement bei den Initiatoren waren gewaltig, doch jetzt ist alles vorbei: Das für Anfang Juli an der Briloner Jakobuslinde geplante „Mein Freund ist Sauerländer“-Festival ist geplatzt. Das bestätigten die Verantwortlichen für die Festivalplanung am Mittwoch auf Nachfrage der Westfalenpost.

Bei den Festivalplanern herrscht ebenso Katerstimmung wie bei vielen Jugendlichen aus Brilon, die sich auf der zweitägige Festival im Sommer gefreut hatten.

Rund 150 „Katze im Sack“-Tickets schon geordert

Grund für die Absage: Es gibt keinen Veranstalter mehr. Nachdem zuerst die VHS aus dem Projekt ausgestiegen war, hat sich auch die Organisation durch eine private GbR nicht realisieren lassen. So der Motor des MFiS-Projekts, der Leiter der VHS Brilon-Marsberg-Olsberg, Michael Klaucke, zur WP.

Als er im Herbst das Projekt potentiellen Partnern vorstellte, habe er „überall offene Türen eingerannt“, sagt Klaucke, dem die Ernüchterung über das Scheitern des Projektes heftig an die Nieren geht. Hatten doch bereits namhafte Sponsoren aus der Wirtschaft - die Sparkasse Hochsauerland, die BMS Industriebau, die Städtereinigung Stratmann, die Music World, der SV Brilon und andere - Unterstützung zugesagt, ein Großteil der insgesamt 25 Bands war gebucht, rund 150 „Katze im Sack“-Tickets hatten Fans schon geordert.

Veto in der VHS-Verbandsversammlung

Bis unmittelbar vor Weihnachten schien alles in Ordnung. Beim Wirtschaftsforum der Stadt Brilon am 27. November stellte Klaucke noch voller Begeisterung das Event vor, kündigte unter anderem die bekannte Indie-Rock-Band „Madsen“ an.

Doch unmittelbar vor der VHS-Zweckverbandsversammlung am 19. Dezember zogen dunkle Wolken auf: In den drei Zweckverbandskommunen gab es „an verschiedenen Stellen noch Klärungsbedarf“, wie die Vorsitzende der Verbandsversammlung, die Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters der Stadt Olsberg, Elisabeth Nieder, damals sagte.

Konkret ging es um das finanzielle Risiko und die Frage, ob ein derartiges Festival überhaupt dem Satzungszweck entspräche. Daraufhin nahm die Verbandsversammlung das mit Einnahmen von 320.350 Euro und Ausgaben von 299.000 Euro kalkulierte Projekt aus dem Wirtschaftsplan heraus.

Dr. Bartsch: Viele offene Fragen

VHS-Zweckverbandsvorsitzender Dr. Christof Bartsch, Bürgermeister der Stadt Brilon, verwies gegenüber der WP auf „in der Kürze der Zeit nicht zu beantwortende organisatorische wie rechtliche Fragen“ rund um die Ausrichtung einer derartigen Veranstaltung unter wirtschaftlicher und organisatorischer Federführung der VHS. Deshalb steht auch das bisher mit dem Event befasste VHS-Team nicht mehr während seiner Arbeitszeit für die weitere Vorbereitung des Festivals zur Verfügung. Und nur nach Feierabend und in der Freizeit, so Klaucke zur WP, lasse sich der Aufwand nicht stemmen.

Die VHS kündigte eine Stellungnahme zu der Entscheidung an.

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