Motorsport

„Mein Ziel ist es, unter die Top 10 zu kommen“

Timo und Dirk Biermann (von links) aus Alme auf der Rennstrecke in Oschersleben mit ihren neu gestalteten Suzukis.

Timo und Dirk Biermann (von links) aus Alme auf der Rennstrecke in Oschersleben mit ihren neu gestalteten Suzukis.

Foto: WP

Alme.   Timo und Dirk Biermann aus Brilon starten als Amateur-Rennfahrer bei der Suzuki GSX-R750 Challenge.

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Timo Biermann liebt den Rausch, die Geschwindigkeit. Wenn er mit seiner Maschine am Start steht und auf die Strecke blickt, jagt Adrenalin durch seine Adern. „Das kann man nicht beschreiben. Man sieht nur noch die Ampel. Ich bin dann wie im Tunnel“, sagt der 27-Jährige. Timo ist Amateur-Rennfahrer. Mit seiner Suzuki GSX-R750 kann er Spitzengeschwindigkeiten bis zu 300 km/h erreichen.

Aktueller Wettkampf

Gemeinsam mit seinem Bruder Dirk (34) nimmt er an der Suzuki GSX-R750 Challenge teil. „Das ist ein Rennen für den Breitensport – also können auch Amateure teilnehmen", sagt Timo Biermann. Der Wettkampf startet heute in Oschersleben und zieht sich über sechs Wochenenden mit zwölf Rennen. „Wir sind die einzigen aus Brilon, die daran teilnehmen“, sagt er. Knapp über 30 Starter sind in diesem Jahr dabei. Für die beiden Brüder ist es bereits der zweite Start bei diesem Wettkampf. Bei seinem Debüt 2015 machte Timo den 18 Platz. Dieses Jahr möchte er es schaffen, unter die Top 10 zu kommen.

Am Donnerstag und Freitag waren die Brüder schon an der Strecke, um sich einen guten Startplatz zu sichern. „Bei der Quali haben wir 20 Minuten Zeit für die schnellste Runde.“ Wer am schnellsten sei, habe beim eigentlichen Start den besten Platz. Eine Ampel regelt die Abfahrt. „Sobald sie grün ist, geben alle richtig Gas“, sagt Timo aus Brilon.

Die Anfänge

Den Motorradführerschein hat Timo schon seit vielen Jahren. „Aber mein Bruder hat mit den Rennen angefangen. Ich habe lieber Fußball gespielt“, sagt der 27-Jährige und lacht. Eine Sportverletzung habe dafür gesorgt, dass er auf dem Rasen nicht mehr so mitmachen konnte wie er wollte. „Ich bin mit dem Führerschein nur dreimal auf der Landstraße gefahren und habe dann sechs Jahre pausiert“, sagt er. Warum? Weil er, wie er sagt, gemerkt habe, dass er die „Hand nicht vom Gas nehmen kann“. Die Beschaffenheit der Straßen lasse das hohe Tempo aber nicht zu. Deshalb hat er es lieber gelassen.

Sein großer Bruder Dirk hat den Einstieg über den früheren Langstreckenfahrer André Reimann gefunden. Das war 2012. Später hat er Timo dann zu einem Motorrad-Rennen mitgenommen. „Er sagte zu mir: ,Jetzt fährst du mal eine Runde’. Und das habe ich dann auch gemacht“, erzählt Timo, der eigentlich Kfz-Technikmeister ist. „Nach der ersten Runde war ich ganz zittrig und nicht wirklich begeistert. Ich hatte ganz weiche Knie. Als ich dann im Auto saß und sich der Adrenalinspiegel normalisiert hatte, war ich infiziert.“ Seit 2013 dreht er nun seine Runden.

Vorbereitung aufs Rennen

In den Wintermonaten können die Brüder nicht auf der Straße trainieren -- das Wetter ist zu schlecht. Aber im März waren sie gemeinsam bei einem Trainingsrennen in Valencia, Spanien, um sich vorzubereiten. „Das sind wir 15 Runden gefahren zusammen mit vielen anderen Rennfahrern“, erklärt der junge Mann. „Ansonsten halte ich mich durch laufen, etwas Fußball (soweit es möglich ist) und Rückengymnastik fit über den Winter.“ Seiner Maschine hat er kurz vor der wichtigen Challenge noch ein neues Desgin verpasst: statt rot ist sie nun grau mit orangenen Zierstreifen.

Mamas Meinung

Anders als die beiden Jungs sieht es ihre Mutter. „Sie ist nicht Feuer und Flamme und hat auch ein bisschen Angst“, sagt Timo. Aber bisher sei noch nichts schlimmes passiert. Zweimal ist Timo Biermann gestürzt, doch seine Schutzkleidung hielt. Mama drückt die Daumen für das große Rennen heute. Und Timo? Der wird hoffentlich Spaß haben und einen Rausch erleben.

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