Freizeit

Brilon: E-Bikes sind beliebt, aber nicht ungefährlich

Foto: Roland Weihrauch

Brilon.  Immer mehr Menschen sind in der Region mit E-Bikes oder Pedelecs unterwegs. Dabei ist die Nutzung nicht ganz ungefährlich.

Motorisierte Drahtesel werden immer beliebter – besonders hier bei uns im Sauerland. Wo Fahrradwege sich auch mal Berge hinaufschlängeln, ist ein bisschen Hilfe beim Trampeln vielen sehr willkommen. Elektrische Fahrräder sind schnell, gesund, ermöglichen jedem - also auch weniger sportlichen Menschen - weitere Strecken zurückzulegen und wer das Bike für den Weg zur Arbeit nutzt, muss nicht mehr schwitzend im Büro ankommen. Auf Strecken zwischen fünf und zehn Kilometern gilt das E-Bike zudem als schnellstes Verkehrsmittel.

Verkauf steigt

Johannes Schröder, Inhaber vom E-Bike Store Schröder, ist seit mittlerweile 18 Jahren in der Branche tätig und bemerkt den Wandel bei den Verkäufen: „Die E-Bikes sind gefragt wie nie und immer mehr Leute fahren derzeit Fahrrad.“ Das bemerkt auch Ulrike Kothke vom Bike Center Feldmann. „E-Bikes verkaufen sich definitiv besser als normale Räder und dieser Trend ist in allen Generationen zu sehen.“

Einen deutlichen Anstieg der E-Räder verzeichnet auch die Polizei im HSK. „Gerade hier im Hochsauerland sieht man die E-Bikes immer häufiger“, so Sebastian Held, Sprecher der HSK-Polizei. Am weitesten verbreitet seien dabei die so genannten Pedelecs, bei denen ein Motor den Fahrer unterstützt, wenn er in die Pedale tritt. „Reine E-Bikes kommen relativ selten vor. Sie fahren auf Knopfdruck und ohne Pedalunterstützung“, so Held.

Mehr Unfälle

Was aber auch auffällt: Mit dem vermehrten Aufkommen, steigt die Zahl der Unfälle - und die fallen, wie aktuelle Zahlen belegen, oft schwerwiegender aus als die mit nicht motorisierten Rädern. Insgesamt sind im Hochsauerlandkreis in diesem Jahr 157 Fahrradfahrer verunglückt, 26 davon waren E-Bike-Fahrer, 131 fuhren ein normales Rad. „Zwar verunglücken noch immer mehr Radfahrer mit einem normalen Bike, im Vergleich zu den Jahren 2016 und 2017 steigt die Zahl der Unfälle mit E-Bikes aber kontinuierlich an“, erklärt Polizeisprecher Sebastian Held. So gab es im gesamten Hochsauerlandkreis im Jahr 2016 insgesamt 138 Fahrradunfälle, zehn davon waren damals E-Bike-Fahrer, im Jahr 2017 wurden von der HSK-Polizei insgesamt 120 Rad-Unfälle gezählt, davon waren 15 E-Bikes.

Mehr Schwerverletzte

Besonders auffällig ist, laut Sebastian Held, die Anzahl der Schwerverletzen bei den Pedelec-Unfällen: So waren von 131 verunglückten Radfahrern 83 nur leicht verletzt und 48 schwer. Bei den Pedelec-Fahrern dagegen waren von 26 Verunglückten 13 schwer verletzt. „Bei E-Bike-Fahrern sind die Unfallfolgen häufig schwerer, weil sie in der Regel schneller unterwegs sind“, erklärt Sebastian Held. „Fahren Radfahrer bergauf oder an anderen Hindernissen langsam, kommt der Pedelec-Fahrer mit einer höheren Geschwindigkeit zu Fall.“ Weiterhin könnten aber auch die körperliche Fitness sowie das Alter ausschlaggebend für die Schwere der Verletzungen sein. Viele ältere Menschen steigen nach Jahren wieder auf ein Zweirad. „Gleichgewichtsgefühl und schnelle Reaktionen sollten jedoch geübt und regelmäßig trainiert werden“, warnt Sebastian Held.

Auch Johannes Schröder erlebt einen Hang zur Unvorsicht. „Es gibt auch Fahrer, die sich mit 65 Jahren auf das E-Bike schwingen und sich wie ein junger Gott fühlen bevor sie dann auf die Nase fallen.“ Aus diesem Grund bietet er jedem Kunden eine Probefahrt an. Es gibt auch Leihräder, die Kunden über ein Wochenende ausprobieren können. Das bietet auch Ulrike Kothke an.

Höhere Geschwindigkeit

Einfache Pedelecs unterstützen die den Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Sie erreichen zwar einfacher höhere Geschwindigkeiten, als nicht motorisierte Räder, gelten aber als Fahrräder und dürfen von allen Personen auch auf Radwegen gefahren werden. „Anders sieht es bei den so genannten Speed-Pedelecs aus. Diese gelten als Kleinkrafträder, da der Elektromotor die Fahrt bis zu 45 km/h unterstützt. Hier benötigt man neben einem Führerschein (Klasse AM) auch ein Versicherungskennzeichen und einen Helm. Auch das Fahren auf Radwegen ist verboten“, erklärt der Polizeisprecher. In Meschede sind die gemeinsamen Geh- und Radwege übrigens 2,50 breit und damit für E-Bike-Fahrer geeignet. „Das ist das Mindestmaß für E-Bikes, sie dürfen unsere Mescheder Radwege also nutzen“, sagt Oscar Santos, Sprecher des Landesbetriebs Straßenbau in Meschede.

Diebstahlschutz wichtiger

Eine Warnung hat die Polizei noch zusätzlich an alle E-Bike-Fahrer: Diebstahlschutz ist besonders wichtig. „Hochwertige Pedelecs werden gerne geklaut“, warnt Sebastian Held. Vor Diebstahl schütze vor allem Abschreckung, dabei eignen sich besonders stabile Bügelschlösser und Panzerkabel. Je teurer und leichter ein Rad ist, umso schwerer und teurer sollte auch ein adäquates Schloss sein. „Entscheiden Sie sich bei Ketten, Bügeln und Schlössern in jedem Fall für geprüfte Qualität und für hochwertiges Material wie durchgehärteten Spezialstahl und massive Schließsysteme“, rät der Polizeisprecher und gibt noch einen Tipp zum Schluss „E-Bikes sind schwerer als normale Fahrräder, so sollte bei Mitnahme mit dem Auto unbedingt die Tragfähigkeit des Fahrradträgers beachtet werden.“

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