Alter

Mit „Briloner Mosaik“ neue Kontakte finden

Mit dem „Briloner Mosaik“ entsteht ein Forum für ältere und alte Bürger, die private Kontakte suchen und Lust haben, Interessen und Hobbys zu teilen.

Mit dem „Briloner Mosaik“ entsteht ein Forum für ältere und alte Bürger, die private Kontakte suchen und Lust haben, Interessen und Hobbys zu teilen.

Foto: Volker Herold

Brilon.   Projekt bringt ab dem 31. März 2019 Menschen in Brilon zusammen, die Interessen teilen möchten. Kontakte sollen auch im Alter bestehen bleiben.

Alt werden: Das ist gleichermaßen Lebensziel und Herausforderung. Denn eine Hürde, die es zu überwinden gilt, ist das Alleinsein. Das Projekt „Briloner Mosaik“ will Menschen zusammenbringen, die diese Hürde gemeinsam überwinden möchten.

Das Angebot, ins Leben gerufen von der Evangelischen Kirchengemeinde, richtet sich an ältere und alte Briloner, die ein Hobby oder ein Interesse regelmäßig miteinander teilen möchten.

Stammtisch und Netzwerktreffen in in Brilon geplant

Die Grundidee hat sich der Diakonie-Ausschuss von Gemeinden in Essen-Kettwig und Vlotho abgeschaut. „Dort waren ähnliche Projekte bereits erfolgreich“, sagt Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer. Das „Briloner Mosaik“ soll den Rahmen für Gruppen bilden, die sich je nach Interessensschwer-punkten zusammenfinden und zukünftig gemeinsam etwas unternehmen möchten.

Gemeindeschwester Annika Siegel wird die Projektaktivitäten koordinieren und begleiten: „Wir helfen zum Beispiel dabei, öffentliche Räume für Gruppentreffen zu finden, machen Werbung für die verschiedenen Runden und richten monatlich einen Stammtisch sowie jährlich ein Netzwerktreffen aus.“ Ansonsten entscheiden und organisieren die Gruppen selber, wann und wie oft sie sich treffen möchten oder was sie unternehmen wollen.

Herausforderungen im Alter

Im Zuge ihrer Weiterbildung zur Gemeindeschwester beschäftigt sich Annika Siegel intensiv mit dem Thema „Alt sein in Brilon“. Daher weiß sie, dass das Altwerden viele Herausforderungen birgt – und, dass es lange bevor man tatsächlich alt ist beginnt. „Daher wollen wir mit dem Projekt Menschen ansprechen, die noch alt werden“, betont Annika Siegel. Ihnen steht eine Lebensphase bevor, in der alte Kontakte wegbrechen können: ob durch den Ruhestand, den Tod des Partners, die Scheidung oder den Auszug der Kinder.

Wer nach solchen Umbrüchen neue Kontakte sucht, kann beim „Briloner Mosaik“ mitmachen. So sollen kleine Netzwerke entstehen, die dann auch im Alter tragfähig bleiben. „Denn viele alte Menschen, die allein sind, trauen sich nicht, bei großen Veranstaltungen Kontakt aufzunehmen. Oder sie sprechen gar nicht erst über ihre Bedürfnisse. Manchmal ist die Pflegekraft die einzige Kontaktperson“, sagt Annika Siegel, die selbst lange in der Altenpflege tätig war.

Bürger aus Brilon und Ortsteilen ansprechen

„Wir wollen keine Konkurrenz zu Vereinen oder anderen Angeboten sein“, betont Kathrin Koppe-Bäumer. Stattdessen soll sich eine Lücke schließen, indem Bürger aus Brilon und seinen Ortsteilen zusammenfinden, die nicht so gut – oder nicht mehr – vernetzt sind. Am Sonntag, 31. März, 15.30 Uhr, können dann alle Interessierten im Evangelischen Gemeindehaus an der Gründung des „Briloner Mosaiks“ mitwirken.

Nach einer Begrüßung und Einführung schreiben alle Besucher ihr Herzens-Interesse auf bunte Zettel, die in der Mitte des großen Gemeindesaals gesammelt werden. So fügen sich – ab zwei Personen mit ähnlichem Interesse – die Mosaiksteine in bunten Gruppen zusammen. „Wichtig ist uns, dass diese Gruppen in Zukunft dann auch offen für neue Mitglieder bleiben“, erklärt Annika Siegel.

Dabei gilt: Teil des „Briloner Mosaiks“ kann jeder werden – unabhängig von Herkunft oder Religion. „Es soll ein Raum entstehen, in dem man sich mit Offenheit, Wertschätzung und Herzlichkeit begegnet, um Ideen mit Hilfe anderer zu verwirklichen“, fasst Heike Fritz zusammen, die das Projekt als Mitglied des Diakonie-Ausschusses begleitet.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben