Führerschein

Mit der Caritas in Brilon trotz Handicap zum Führerschein

Mofa, Land- und Baumaschinen: Diese Fahrzeuge, wie beispielsweise den Radlader, dürfen jetzt die Beschäftigten (v. l.) Maik-Dietmar Hüwel, Marvin Klein und Sebastian Emde der Caritas-Werkstätten St. Martin nach der bestandenen Führerscheinprüfung bewegen.                 

Mofa, Land- und Baumaschinen: Diese Fahrzeuge, wie beispielsweise den Radlader, dürfen jetzt die Beschäftigten (v. l.) Maik-Dietmar Hüwel, Marvin Klein und Sebastian Emde der Caritas-Werkstätten St. Martin nach der bestandenen Führerscheinprüfung bewegen.                 

Foto: CARITAS BRILON / SANDRA WAMERS

Brilon.  Ein Pilotprojekt ermöglicht es eine Fahrerlaubnis der Klasse L zu erhalten. Das sorgt nicht nur beruflich für Vorteile, sondern auch privat.

Die Caritas-Werkstätten St. Martin in Brilon haben in diesem Jahr ein Pilotprojekt gestartet und können sich über einen erfolgreichen Beginn freuen. Es ist möglich einen Führerschein der Klasse L zu erwerben, um so beispielsweise Vorteile bei der Arbeit in Gärtnerei und dem Friedhofsdienst zu haben. Dort arbeiten die Helfer mit Baumaschinen, wie beispielsweise dem Radlader. Das sorgte bisher für logistische Probleme.

„Bisher musste der Gruppenleiter immer die Fahrzeuge abholen und zum Zielort auf dem Friedhof bringen. Gesetzlich ist das Fahren auf dem Gelände eine Grauzone“, sagt Sandra Wamers, Pressesprecherin der Caritas Brilon. Mit dem neuen Führerschein können die Mitarbeiter aber auch über die Hubertusstraße fahren, die zwei Teile des Friedhofs voneinander trennt. Jetzt werden die mächtigen Steinbrocken von der Baggerschaufel durch leichten Fingerzeig bewegt und transportiert. Und das alles mit einem Lächeln im Gesicht. „Es musste eine Lösung her für die gesetzlichen Regelungen. Die Aussagen waren vage und ein Führerschein brachte die Lösung auf den Punkt“, erklärt Wamers.

14 Theoriestunden notwendig

Bis die drei Interessierten - Maik-Dietmar, Marvin und Sebastian - ihren Führerschein in den Händen halten konnten, waren neben der praktischen Übungen auch 14 Theoriestunden nötig. 12 davon fanden auf dem Mofa statt, weil der Führerschein auch zur Nutzung des Zweirades bemächtigt. Das sorgt ebenso für mehr Freiheit und Mobilität im Privatleben. Die Fahranfänger zählen auf: „Wir dürfen ab sofort Baumaschinen bis 25 km/h, Landmaschinen bis 40 km/h ohne Anbaugeräte, ansonsten 25 km/h fahren und sind durch den Führerschein berechtigt, mit diesen Maschinen am Straßenverkehr teilzunehmen.“

Und noch weitere Pluspunkte nennt Moritz Büsing, Leiter der besagten Bereiche: „Durch den Führerschein sind wir abgesichert, denn es wurde Licht in eine Grauzone gebracht: Bis dato war nicht klar geregelt, wer mit welcher Maschine wann eine Straße kreuzen darf.“ Der Führerschein ist jetzt der offiziell gültige Passierschein.

Fahrschule Thiele mit der Schulung beauftragt

Ein besonderes Dankeschön richten die Drei und das Caritas-Team an die Fahrschule Thiele. „Dort wurden wir für die Prüfung fit gemacht.“ Dazu gehörte auch, so Gärtnerei-Leiter Büsing, dass „die Angst vor dem Versagen in absolute Motivation verwandelt wurde“. Nach dem gelungenen Pilot-Start sollen weitere Beschäftigte der Caritas-Werkstätten St. Martin die Möglichkeit bekommen, diesen Führerschein zu machen.

Dafür sind Grundvoraussetzungen nötig. Dazu zählen neben Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit auch Teamgeist. Wamers: „Das soll einfach einen Anreiz sein, damit sich die Interessenten auch einbringen.“

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