Raub

Mit weißer Maske und Waffe Briloner Spielhalle überfallen

Um den Überfall vom 5. März 2018 auf die in diesem Gebäude in der Keffelker Straße in Brilon befindliche Spielhalle geht es derzeit vor dem Schöffengericht.

Um den Überfall vom 5. März 2018 auf die in diesem Gebäude in der Keffelker Straße in Brilon befindliche Spielhalle geht es derzeit vor dem Schöffengericht.

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon.   Ein Raubüberfall in Brilon aus dem März wird vor Gericht verhandelt. Der Angeklagte schweigt. DNA-Spuren an einer Maske sprechen gegen ihn.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die DNA-Spuren, die das Landeskriminalamt an der weißen Gesichtsmaske sicherstellte, von dem Angeklagten stammen, sind 30 Milliarden Mal höher als dass sie nicht von ihm stammen. Für Richter Hans-Werner Schwens ist die Beweislage „relativ deutlich“. Das findet Susanne Renner (Bielefeld), die Verteidigerin des 36-Jährigen, ganz und gar nicht.

Der Mann hält eine Pistole in der Hand

Und deshalb bleibt ihr Mandant bisher dabei: Er sei es nicht gewesen, der am 5. März diesen Jahres die Spielhalle an der Keffelker Straße in Brilon überfallen hat. Vor dem Schöffengericht Brilon muss sich der Mann jetzt wegen schweren Raubes verantworten.

5. März, ein Sonntag, früher Nachmittag: Um 14.25 Uhr hält sich die Spielhallenaufsicht kurz vor der Eingangstür auf, als ein mit einer weißen Gesichtsmaske vermummter Mann an ihr vorbei in das Gebäude geht. Augenblicke später kommt er wieder heraus und fragt sie nach der Hallenaufsicht. Die Frau glaubt bei dem Anblick an einen Scherz. Doch der Mann hält eine Pistole in der Hand und fordert sie auf, mit ihm zur Kasse zu kommen und ihm das Geld zu geben. 896,70 Euro nimmt er mit und verschwindet.

Überwachungskamera hat den Tatablauf festgehalten

Die Überwachungskamera hat den Tatablauf festgehalten. Und noch ein kurzes Video gibt es. Ein Gast, der mit zwei Kumpels Billard spielt, bekommt den Überfall mit. Als der Räuber ihn wahrnimmt, duckt er sich weg, aber er schaltet seine Smartphone-Kamera ein und hält blind einfach in Richtung Kasse. Viel kann der Zeuge nicht sagen. Nur, dass der Täter eine weiße, das ganze Gesicht bedeckende Maske getragen habe und „ein bisschen mollig“ war. Letzteres beschreibt den Angeklagten ganz treffend. Die Aufsicht kann nicht mehr vor Gericht auftreten. Sie liegt nach einer später aufgetretenen Erkrankung im Koma.

Maske und die Sporthose auf DNA-Spuren untersucht

Ein paar Tage nach der Tat waren die Maske, Kleidungsstücke und die bei dem Überfall mit dem Geld zusammengerafften Einsätze der Spielhallenkasse bei Belecke im Straßengraben gefunden worden.

Das Landeskriminalamt hat die Maske und die Sporthose auf DNA-Spuren untersucht. Merkwürdig: Während es bei der Maske - so die Gutachterin, Dr. Diana Fleckenstein, „keine berechtigten Zweifel gibt“, dass der Angeklagte sie auf hatte, müsse „der Hauptträger der Hose eine Frau“ sein. Das jedenfalls habe die DNA-Auswertung des Oberschenkelbereichs der Hose ergeben.

Ordnungsgeld: Zeugin aus Köln erscheint nicht

Einer Zeugin aus dem Raum Köln, die der Ladung nicht gefolgt war, hat das Gericht eine Ordnungsstrafe von 500 Euro aufgebrummt. Ihre Entschuldigung: Der Weg sei so weit, sie könne dann ihre Tochter weder zur Schule bringen noch sie abholen. Angesichts der Indizien komme es, wie am Rande der Sitzung zu erfahren war, auf ihre Aussagen zum Umfeld des Angeklagten nicht an.

Hier finden Sie noch mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus dem Altkreis Brilon.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben