Gebühren und Abgaben

Musterfamilie lebt in Brilon günstiger als in Marsberg

Die Kosten für Gebühren und Steuern, die eine vierköpfige Familie zahlen muss, sind im Altkreis Brilon recht unterschiedlich.

Die Kosten für Gebühren und Steuern, die eine vierköpfige Familie zahlen muss, sind im Altkreis Brilon recht unterschiedlich.

Foto: Tobias Hase / dpa

Altkreis.  Der Vergleich der Gebühren und Steuern in den Städten des Altkreises Brilon zeigt: Familie Mustermann hat in Marsberg die höchsten Kosten.

Unsere Familie Mustermann lebt im Altkreis Brilon, hat zwei Kinder, ein Eigenheim mit Grundstück und einen Familienhund. Wir haben - wie auch im Vorjahr - wieder nachgefragt, wie viel Gebühren und Steuern diese Familie 2020 auf kommunaler Ebene zahlen muss. Der Vergleich zeigt, dass die Kosten zwischen 2.925 Euro in Brilon und 3.337,29 Euro in Marsberg liegen.

Deutlich wird: Es macht schon einige Euros aus, ob man in Brilon, Marsberg, Olsberg, Winterberg, Hallenberg oder Medebach wohnt. Anfang des Jahres flattern überall die Gebührenbescheide mit der Post ins Haus. Zeit, mal genauer hinzuschauen, wie hoch die Abgaben in den einzelnen Städten sind.

Mehr als 400 Euro Unterschied

Am günstigsten leben in unserer Beispielrechnung die Mustermanns in Brilon. Sie zahlen rund 2.925 Euro. Knapp unter der 3000 Euro-Grenze bleibt Winterberg. In Olsberg zahlt unsere Familie etwa 3039 Euro. Dicht beieinander liegen Medebach (3110 Euro) und Hallenberg (3190 Euro). Marsberg kommt mit rund 3337 Euro auch 2020 wieder auf den höchsten Wert im Altkreis Brilon und liegt damit um 412 Euro über Brilon.

Dicker Batzen: Die Kita-Kosten

Größter Ausgabeposten sind für die Familien in allen Städten die Kitagebühren, die einheitlich in allen Städten im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes festgelegt sind. Geht man von einem Jahreseinkommen von 45.000 Euro und einer 45-Stunden-Betreuung für die vierjährige Tochter aus, muss die Familie dafür 1632 Euro auf den Tisch legen. Der Gesamtbetrag ist gegenüber 2019 um 28 Euro gestiegen.

Gebühren insgesamt recht stabil

Im Verhältnis günstiger wäre es allerdings überall, wenn es Geschwisterkinder gäbe, die auch in einer Kita betreut würden. Und ganz entfallen die Kosten im letzten Kita-Jahr in allen Kommunen. Ab Herbst 2020 wird auch das vorletzte Kita-Jahr beitragsfrei. Interessant ist hier eine Vergleichszahl aus Schmallenberg, wo es ein eigenes Jugendamt gibt. Dort zahlen die Mustermanns für das gleiche Angebot nämlich nur 1471 Euro.

Im Jahresvergleich sind die Gebühren in allen sechs Kommunen ansonsten recht stabil geblieben. In Brilon zahlt unsere Musterfamilie 2020 unterm Strich nur bei den Kita-Gebühren drauf. Leicht gesunken sind für die Briloner Bürger erfreulicherweise die Abfallkosten: Rund fünf Euro weniger sind in diesem Jahr fällig. Marsberg ist die einzige Stadt im Altkreis, die Gebühren für Straßenreinigung erhebt - die Gebühr ist gegenüber 2019 von 18,80 auf jetzt 22 Euro gestiegen. Auch der Winterdienst ist in Marsberg teurer geworden - statt 17,80 Euro müssen jetzt 26,80 Euro gezahlt werden.

Olsberg: Winterdienst günstiger

In Olsberg dagegen ist der Winterdienst nun deutlich günstiger: 2019 lag die Gebühr für unsere Durchschnittsfamilie noch bei 34 Euro, 2020 sind es nur noch 20 Euro. Leicht gestiegen sind dort allerdings die Abfallkosten: von 158,40 Euro auf jetzt 166,80 Euro.

Winterdienst: Große Unterschiede

Mit Abstand die höchsten Kosten für den Winterdienst fallen naturgemäß im Altkreis-Vergleich in Winterberg an. Bei dieser Gebühr gibt es allerdings auch kommunal sehr unterschiedliche Berechnungsmodelle, wodurch ein Vergleich etwas schwierig wird. In Brilon wird zum Beispiel die Grundstücksfläche einbezogen. Bei einem 400 Quadratmeter großen Grundstück zahlt Familie Mustermann in Brilon lediglich 4,40 Euro (wie im Vorjahr). In Hallenberg werden für ein 600 Quadratmeter großes Grundstück 33,60 Euro fällig.

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