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Nach Einsprüchen – Haus für Behinderte in Brilon wird gebaut

Am Hellenteich in Brilon starteten die ersten Bauarbeiten. Im Hintergrund sind die Rettungswache und das Krankenhaus zu sehen

Am Hellenteich in Brilon starteten die ersten Bauarbeiten. Im Hintergrund sind die Rettungswache und das Krankenhaus zu sehen

Foto: Caritas Brilon

Brilon.  Die Caritas Brilon startet den Bau eines Hauses für Menschen mit geistiger und schwerst-mehrfacher Behinderung. Anwohner hatten Einwände.

Für den Neubau des ältesten Wohnhauses für Menschen mit Behinderung des Caritasverbandes Brilon, dem Dechant-Ernst-Haus, haben am Montag die Bauarbeiten am Hellenteich unterhalb der Rettungswache in Brilon begonnen. 2018 hatten Anwohner noch Bedenken über den Bau des neuen Wohnhauses für Menschen mit Behinderung in ihrer Nachbarschaft formuliert. Dass Anwohner Einwände gegen eine solche Einrichtung in ihrer Nachbarschaft formulieren, hatte zu Protesten unter anderem in Sozialen Netzwerken geführt.

So sollte unter anderem ein Lärmschutzgutachten klären, welche Emissionen vom Betrieb der Einrichtungen ausgehen, hatte eine Anwaltskanzlei im Auftrag der Anwohner geschrieben. Das Veto am letzten Tag der Offenlegung des Bebauungsplanes hatte sowohl die Verwaltung wie auch den Bauherrn überrascht. Die Stadtverwaltung erteilte dem Vorhaben aber kurze Zeit später grünes Licht.

Gesetzliche Vorgaben müssen erfüllt werden

Als erstes der mittlerweile sechs Wohnhäuser für Menschen mit Behinderung öffnete das Dechant-Ernst-Haus (in der ehemaligen Baustoffhandlung Käfer) in der Briloner Gartenstraße am 1. Januar 1981 seine Türen. Zunächst zogen hier 16 Bewohner mit geistiger Behinderung ein. Nach Umbauarbeiten und Erweiterungen bot das Haus zuletzt insgesamt 44 Bewohnern eine Heimat, von denen einige in einer Außenwohngruppe begleitet und betreut werden.

Aufgrund des Wohn- und Teilhabegesetzes, das unter anderem Einzelzimmer fordert, und um den Bewohnern eine bestmögliche Wohn- und Lebensqualität zu bieten, baut die Caritas Brilon das Dechant-Ernst-Haus am Hellenteich neu. „Am jetzigen Standort wäre eine gesetzeskonforme Modernisierung betriebswirtschaftlich nicht darstellbar“, sagt Caritas-Vorstand Heinz-Georg Eirund.

176 Menschen mit Behinderung in den Caritas-Wohnhäusern

Ausgelegt ist der Neubau des Dechant-Ernst-Hauses auf 24 Plätze. Der Neubau gehört, ebenso wie das im März bezogene, neu gebaute St. Liboriushaus in Winterberg, als Teilprojekt zum mehrjährigen Neu- und Ersatzneubauten-Programm der stationären Behindertenhilfe. Dazu gehören die Briloner Häuser St. Elisabeth, St. Nikolaus, St. Hildegard und Dechant-Ernst sowie das Haus Nordhang am Bahnhof und St. Liborius in Winterberg. Insgesamt wohnen 176 Menschen mit Behinderung in den Caritas-Wohnhäusern.

Gebaut wurde und wird vor dem Hintergrund des eingangs zitierten Wohn- und Teilhabgesetzes. Mit dem Neubau des Dechant-Ernst-Hauses wird die Modernisierung der Wohnhäuser abgeschlossen sein. „Den Namen haben wir bewusst beibehalten, um das Gedenken an Dechant Ernst, der sich zu Lebzeiten sehr für die Menschen und die Caritas engagiert hat, wachzuhalten“, betont Thomas Schneider, Fachbereichsleiter Behindertenhilfe. Die Bauzeit beträgt voraussichtlich 13 Monate.

In den Neubau werden 2,8 Millionen Euro investiert

In den Neubau des Dechant-Ernst-Hauses werden insgesamt 2,8 Millionen Euro investiert. Das Investitionsvolumen setzt sich aus Kapitalmarktdarlehen, öffentlichen Darlehen des Landes NRW, Eigenmittel sowie durch die Förderung der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW zusammen. Ausführender Architekt ist Schmidt Mengeringhausen aus Olsberg.

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