Tierheim Brilon

Nach hitzigen Jahren Zuversicht im Tierschutzverein Brilon

Der stellvertretende Vorsitzende Sebastian Kühl erläuterte gestern Abend die finanzielle Situation des Vereins. Im Hintergrund hören Kassenwartin Nadine Jaeger und der Vorsitzende Manfred Holzky zu.

Foto: Boris Schopper

Der stellvertretende Vorsitzende Sebastian Kühl erläuterte gestern Abend die finanzielle Situation des Vereins. Im Hintergrund hören Kassenwartin Nadine Jaeger und der Vorsitzende Manfred Holzky zu. Foto: Boris Schopper

Brilon.   Nach turbulenten Jahren blickt der Vorstand positiv in die Zukunft. Ins Tierheim wird viel investiert und es greifen die ersten Sparmaßnahmen.

Das Tierheim Brilon und der Tierschutzverein haben stürmische Zeiten hinter sich. Der Verein war lange zerstritten, die Finanzlage beunruhigend.

Seit rund einem Jahr, damals übernahm Manfred Holzky den Vorsitz, arbeitet der Verein die Baustellen der Vergangenheit ab.

Nachvollziehbar, weshalb die Schieflage entstanden ist

Auf der Mitgliederversammlung am Freitagabend in der Aula des Gymnasiums präsentierte der Vorstand Zahlen und Daten, die Vereinmitglieder und Freunde des Tierheims zuversichtlich in die Zukunft blicken lassen. „Allen Unkenrufen zum Trotz – das Tierheim besteht weiter. Wir werden nicht pleitegehen und wir werden uns weiter verbessern“, sagte Holzky.

Betriebliche Altersvorsorge für Mitarbeiter

Der stellvertretende Vorsitzende Sebastian Kühl und Kassenwartin Nadine Jaeger stellten die Entwicklung des Vereins vor. Zwischen 2009 und 2016 wurde ein Minus von mehr als 90 000 Euro erwirtschaftet. Es sei nachvollziehbar, weshalb die Schieflage entstanden sei, sagte Kühl.

Die monatlichen Kosten wurden von fast 4400 Euro auf jetzt 3940 Euro reduziert. Die Summe aus Einnahmen und Spenden wurde um knapp 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Es ging außerdem eine Erbschaft über ein Einfamilienhaus (40 000 Euro) ein. Unter dem Strich steht zwischen Januar und Oktober 2017 ein Plus von 35 000 Euro – abzüglich der Erbschaft ein Minus von rund 5000 Euro.

Tierschutzverein in der Phase der Konsolidierung

Dass das Jahr abzüglich der Erbschaft mit einem Verlust abgeschlossen werde, sei nicht dramatisch, sagte Kühl. Denn der Tierschutzverein sei in der Phase der Konsolidierung. Im laufenden Jahr wurde viel Geld in die Substanz des Tierheims gesteckt. Eine neue Heizungsanlage wurde installiert – und damit die Schimmelproblematik beseitigt, es wurde eine Katzenpension eröffnet, die sich, so Kühl, schnell amortisieren werde. Außerdem wurden in die Zwinger des Hundehauses investiert – zum Teil sind das Maßnahmen, die notwendig sind, damit das Tierheim weiter betrieben werden darf. Zudem wurde – kostenneutral – eine betriebliche Altersvorsorge für Mitarbeiter des Tierheims aufgebaut.

Neue Versicherungsverträge abgeschlossen

Um die finanzielle Lage weiter zu verbessern wurden mit Beginn des kommenden Jahres neue Versicherungsverträge abgeschlossen. Ersparnis: 1200 Euro pro Jahr. „Es wurden in den vergangenen Jahren viele Potenziale nicht ausgeschöpft“, sagte Nadine Jaeger mit Blick auf den Vorgängervorstand.

Wahlen zum Vorstand einstimmig

Im kommenden Jahr stehen weitere Investitionen an. Und es sollen weitere Maßnahmen zur Kostenreduzierung greifen. Künftig soll der Verein dazu in der Lage sei, Überschüsse in Höhe von jährlich bis zu 5000 Euro zu erwirtschaften, so Kühl. Mit dem Geld solle die Bausubstanz des Tierheims dauerhaft sichergestellt werden. Es gebe aber auch Risiken. Denn das Tierheim sei stark abhängig von Spenden. „Es ist unklar, ob so viele Gelder in wirtschaftlich besseren Zeiten zur Verfügung gestellt werden.“

Bei den Vorstandswahlen wurden Manfred Holzky (Vorsitzender), Sebastian Kühl (Stellvertreter), Nadine Jaeger (Kasse) einstimmig wiedergewählt. Neu im geschäftsführenden Vorstand: Franziska Potapski (Schriftführerin).

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