Baugenehmigung

Nach Protesten – Caritas darf Wohnhaus für Behinderte bauen

So soll das Wohnhaus  für Menschen mit Behinderung aussehen.

So soll das Wohnhaus für Menschen mit Behinderung aussehen.

Foto: Caritasverband Brilon

Brilon.  Die Caritas Brilon darf ein Wohnhaus für Menschen mit geistigen und schwerst-mehrfachen Behinderungen bauen. Anwohner hatten Bedenken geäußert.

Um den Menschen die bestmögliche Lebensqualität auch beim Wohnen anzubieten und die gestiegenen Gesetzeslagen einzuhalten, hat der Caritasverband Brilon in den vergangenen Jahren die gesamte Wohnhauslandschaft modernisiert und umgebaut. Das einzige noch ausstehende Objekt ist das Dechant-Ernst-Haus an der Gartenstraße. Jetzt liegt die Genehmigung für den Bau am neuen Standort vor. Die Erleichterung bei der Caritas Brilon ist groß, denn Anwohner am geplanten neuen Standort in Brilon hatten Einwände gegen den Bau eines Wohnheims für Menschen mit Behinderung geäußert.

Es ist das erste Wohnhaus für Menschen mit Behinderung in Brilon, das bereits 1981 bezogen wurde. Das Dechant-Ernst-Haus soll nun gänzlich neugebaut werden, und zwar am Schönschede auf Sichtweite zum Krankenhaus.

Für die Baumaßnahme hat die Caritas Brilon jetzt offiziell aus der Stadtverwaltung grünes Licht bekommen: „Die Baugenehmigung von der Stadt Brilon liegt vor“, freut sich Caritas-Vorstand Heinz-Georg Eirund mit Rückblick auf den Oktober 2018. Damals hatten Anwohner Bedenken über den Bau des neuen Wohnhauses für Menschen mit Behinderung in ihrer Nachbarschaft formuliert. So sollte unter anderem ein Lärmschutzgutachten klären, welche Emissionen vom Betrieb der Einrichtungen ausgehen, hatte ein Anwaltskanzlei im Spätsommer 2018 mitgeteilt. Das Veto am letzten Tag der Offenlegung des Bebauungsplanes hatte sowohl die Verwaltung wie auch den Bauherrn überrascht.

Wohnfläche 1.122 Quadratmeter

Der geplante Neubau folgt den Vorgaben des Wohn- und Teilhabegesetzes, das unter anderem eine 80-prozentige Einzelzimmerquote fordert. Die kann das alte Dechant-Ernst-Haus, das ehemalige Geschäftshaus Kaefer, nicht erfüllen, so dass der Neubau nötig wird. Dort haben bis März 44 Erwachsene mit einer Behinderung gewohnt.

Arbeiten in den Caritas-Werkstätten

Aktuell wohnen 26 Menschen mit Behinderung an der Gartenstraße. 18 Bewohner sind bereits aus- und umgezogen, unter anderem auch in das neue St. Liboriushaus in Winterberg, das im März bezogen wurde. Das Winterberger Wohnhaus ist der erste Bau, der das Dechant-Ernst-Haus ersetzen soll. Die verbleibenden Bewohner wollen in den Neubau am Schönschede ziehen.

Das neue Dechant-Ernst-Haus ist auf 24 Plätze ausgelegt und wird auf zwei Etagen eine Wohnfläche von insgesamt 1.122 Quadratmeter umfassen. Geplant sind zwei Wohntrakte mit insgesamt 5.352 Kubikmeter umbautem Raum. Es werden Menschen mit geistigen und schwerst-mehrfachen Behinderungen einziehen. Die meisten Bewohner werden werktags in den Caritas-Werkstätten St. Martin arbeiten.

Bushaltestelle ist vor Ort eingeplant

Das Grundstück biete optimale Lebensqualität, so die Caritas. Auch eine Bushaltestelle ist vor Ort eingeplant. Der Kiosk und das Café im Krankenhaus sind ebenfalls schnell zu erreichen. „Jetzt hoffen wir auf einen zügigen ersten Spatenstich, damit das Haus schnell fertig wird und die Menschen einziehen können“, betont Vorstand Eirund. Die Caritas Brilon will in den Neubau rund 2,6 Millionen Euro investieren.

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