Landtagswahl NRW

Nachlese: Gewinner und Verlierer der Landtagswahl im HSK

Die Liberalen zeigen sich am Wahlabend im Kreishaus Meschede sehr zufrieden:

Foto: Jürgen Kortmann

Die Liberalen zeigen sich am Wahlabend im Kreishaus Meschede sehr zufrieden: Foto: Jürgen Kortmann

Hochsauerlandkreis.   Am Tag nach der Wahl analysieren Gewinner und Verlierer die Ergebnisse. Prof. Patrick Sensburg (CDU) favorisiert eine Koalition mit der FDP.

Gewinner und Verlierer eint nach dem NRW-Wahlabend eines: Alle hatten mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD gerechnet. Dass es so eine krachende Niederlage für Rot-Grün geben würde, hatte niemand gedacht.

Gewinner 1: CDU 47,4 %

Der Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg (CDU) wünscht sich eine schwarz-gelbe Koalition: „Die SPD ist abgewählt worden, also darf sie in der Konsequenz auch nicht mehr in der Regierung sein.“

Fast 61 Prozent erhielt die Union bei den Zweitstimmen in Medebach; das ist ein Plus von 7,7 Prozent. In keiner anderen Altkreis-Stadt wurde dieses Ergebnis getoppt. Im Ortsteil Dreislar entfielen sogar 76,84 Prozent der Stimmen auf die Union. Ein anderes Extrem: In Siedlinghausen holte die Union nur 35,98 Prozent.

Gewinner 2: FDP 11,5 %

Wahlgewinner sind neben der CDU die Liberalen. Für das gute Abschneiden macht Landtagskandidat Dr. Jobst Köhne den klaren Widerstand gegen die Windkraft verantwortlich: „Das Thema hat schon gut mobilisiert.“ Er erwartet schnell Kurs-Korrekturen bei der Windkraft: „Die Landesregierung muss künftig auf die Bremse treten.“ FDP-Kreisvorsitzender und Bundestagskandidat Carl-Julius Cronenberg sieht„ein starkes Signal“ für den Bundestagswahlkampf. Ziel sei, im Ergebnis zweistellig zu werden. Das hätte für ihn persönliche Auswirkungen: Mit seinem Listenplatz 16 würde er bei einem FDP-Ergebnis von 12 Prozent in den Bundestag einziehen.

Die FDP hat in den Städten (mit Dörfern) des Altkreises Brilon etwas unter dem Landesdurchschnitt von 12,6 Prozent abgeschnitten. Ausnahme: In Winterberg holten die Liberalen 13,19 Prozent. In Marsberg aber nur 9,66 Prozent. Wenn man in die Ortsteile schaut, ergeben sich – bezogen auf die Zweitstimme – andere Spitzen und Tiefstwerte. So gaben im Winterberger Innenstadtbezirk 17,24 Prozent den Liberalen ihre Stimme, in Langewiese waren es nur 4,85 Prozent, in Radlinghauser 2,7 Prozent. Auffallend gut schnitt die FDP in Elpe/Heinrichsdorf ab, wo sie auf über 16 Prozent kam.

Verlierer 1: SPD 24.9 %

Dirk Wiese, Vorsitzender der HSK-SPD, hält sich mit Analysen zurück: „Manchmal sollte man auch erst einmal zwei Nächte darüber schlafen.“ Im Wahlkampf beobachtet hat auch er den „Remmel-Effekt“, den Ärger um den Umweltminister: „Da war viel Unmut, auch bei Sozialdemokraten.“ Im Ergebnis hätten beide Koalitionspartner darunter gelitten. Für die Bundestagswahl sei „nichts entschieden“: „Wir haben gerade gesehen, wie schnell Umfragen kippen können.“ Wiese kündigte an, vor der Sommerpause einen Zehn-Punkte-Plan für den HSK vorzulegen.

Die SPD kam kreisweit kaum auf einen grünen Zweig: Dass sie in Marsberg-Padberg 47,43 Erst- und 45,85 Zweitstimmen holte, ist die Ausnahme. In Bruchhausen zum Beispiel verlor sie im Vergleich zur 2012-er Wahl satte 13,09 Prozent. Und für SPD-Kandidat Peter Newiger stimmten in seinem Heimatdorf Brunskappel 6,58 Prozent weniger als 2012 für den Kandidaten Ferdinand Wiegelmann und bei den Zweitstimmen büßten die Sozialdemokraten 12,21 Prozent ein.

Verlierer 2: Grüne 3,1 %

Die Grünen büßten im HSK mehr als die Hälfte der Stimmen ein. Nur in Marsberg, Heimatstadt des Grünen-Direktkandidaten Oliver Misselke, gab es keine Verluste. 3,9 Prozent wählten grün – der beste Wert für die Partei im Altkreis. In seinem Wohnort Obermarsberg kam Misselke auf fast 10 Prozent.

Ausgeglichen: AfD 5,9 %

Mit 5,9 Prozent schnitt die AfD unter dem Landesschnitt (7,4 Prozent) ab. In Brilon kommt sie mit 7,1 Prozent auf ihr stärkstes Ergebnis. Besonders in Rixen konnte die Partei punkten: 12,5 Prozent. Ebenfalls ein zweistelliges Ergebnis bei den Zweitstimmen konnten die erstmals bei einer NRW-Landtagswahl angetretene Partei zum Beispiel in Canstein (11,9 Prozent) und Essentho (12,6 Prozent) verbuchen. In Medebach schnitt sie mit 4,8 Prozent am Schlechtesten ab. Folgen Sie uns auf facebook

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