Integration

Neuer Mehrzweckraum für Dorfgemeinschaft Hoppecke

Dass die Kinder sich in Hoppecke wohl fühlen, zeigen ihre Bilder. Eine strahlende Sonne, den blauen Himmel und ein Haus haben sie auf den Asphalt gemalt. 

Dass die Kinder sich in Hoppecke wohl fühlen, zeigen ihre Bilder. Eine strahlende Sonne, den blauen Himmel und ein Haus haben sie auf den Asphalt gemalt. 

Foto: Monika Wiegelmann

Hoppecke.   Mit Fördermitteln des Bundes hat die Dorfgemeinschaft Hoppecke in der Alten Schule renoviert. Internationale Cafés und Vorträge sind geplant.

Die Arbeit hat sich gelohnt. „Unser altes Schulzimmer...“, staunte eine Seniorin, als sie den neuen Integrationstreff betrat. Der Arbeitskreis (AK) Dorfgemeinschaft Hoppecke konnte jetzt den neu ausgestalteten Mehrzweckraum in der Alten Schule vorstellen. Über 60 erwachsene Besucher und dazu ganz viele Kinder aller Nationalitäten waren zur Einweihungsfeier gekommen.

„Die schwarzen Stühle und Tische waren schon da, aber wir haben jetzt noch vier Bänke und die Küchenzeile dazu gekauft und die Stadt hat den Raum mit einem neuen Anstrich und neuem Fußbodenbelag saniert“, erklärte Sabine Vollmer (Stadt Brilon). „Bisher wurde der Raum vor allem für Sport- und Tanzgruppen und Deutschkurse genutzt, aber durch die Neugestaltung und weitere Stühle kann hier jetzt auch eine andere Nutzung, wie Vorträge, stattfinden.“

Fördergelder vom Bund

Ingrid Serafin (Integrationspatin) hieß die vielen Gäste willkommen, darunter Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, Dirk Wiese MdB (SPD) und Pastor Rainer Müller (Ev. Kirche Brilon). „Als vor drei Jahren die ersten Flüchtlinge in Hoppecke ankamen, hatte das Dorf damit kein großes Problem“, erklärte sie. Als im Jahr darauf jedoch über 100 eintrafen, habe das doch Fragen aufgeworfen, „ob sich so viele fremde Menschen, die ihre eigene Kultur mitbrachten und völlig ohne Hab und Gut ankamen, in das kleine Dorf integrieren lassen.“

Es stellte sich heraus, dass sich die Flüchtlinge bald angenommen fühlten und „besonders die Kinder im Dorf ganz schnell aufgenommen wurden.“ Viele Flüchtlinge halfen sogar bei Arbeitsmaßnahmen im Dorf „und jetzt ist Hoppecke schöner als je zuvor“, freute sich Serafin.

Manuela Henke (Integrationspatin) informierte darüber, dass durch Fördermittel von 10 000 Euro aus dem Programm „500 Landinitiativen“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft der Kauf der Bänke, Nähmaschinen und Küchenzeile erst möglich geworden sei. „Essen hält Leib und Seele zusammen und gemeinsames Essen hält Menschen zusammen.“

„Dem Dorf wurde viel zugemutet“

Die Stadt unterstützte bei der Renovierung, so könne der Raum jetzt als internationales Café und für Vorträge genutzt werden. „Und zukünftige Veranstaltungen des Arbeitskreises erhalten Fördermittel aus dem Programm „KOMM-AN NRW“. Sie freue sich „dass wir in diesem Raum viele Gemeinsamkeiten haben werden.“ Alle Anwesenden forderte Henke dazu auf: „Helft mit, habt Ideen und seid kreativ.“

„Die Eröffnung dieses Raumes ist ein guter Tag in Hoppecke“, betonte Bürgermeister Dr. Bartsch. In Spitzenzeiten hätten in Hoppecke 100 Flüchtlinge gelebt, heute seien es noch 70. „Uns war klar, dass wir dem Dorf einiges zumuten, mit so viel Fremdheit konfrontiert zu werden. Da brauche es Menschen, die diese Fremden aufnehmen und Gäste, welche die Gastrolle annehmen. „Nur Geben oder nur Nehmen kann dabei nicht vorkommen. Nur so kann man in Zufriedenheit miteinander leben.“ Besonderer Dank gelte den beiden Integrationspatinnen und Ortsvorsteherin Alice Behle sowie vonseiten der Stadt Karin Wigge (Sozialamt), Sabine Vollmer und Herrn Westermann.

In verschiedenen Sprachen begrüßte der Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese die vielen Gäste aller Nationalitäten. Er dankte dafür, dass so viele hier angepackt und den Integrationstreff erst möglich gemacht hätten. „Ich freue mich besonders darüber, dass Sie den Mut gehabt haben, die Fördermittel beim Bundes-Landwirtschafts-Ministerium zu beantragen.“

Auch Heshat Fazly aus Afghanistan dankte dem Arbeitskreis. „Ich freue mich, dass wir in diesem Raum viele Gemeinsamkeiten haben werden.“ Nach dem offiziellen Teil waren alle Gäste zu einem großen Kuchenbuffet und internationalen Spezialitäten eingeladen.

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