Umwelt

Neues Briloner Kyrill-Tor entsteht aus Baum des Klimawandels

Die Douglasienstämme für das neue Kyrill-Tor am Briloner Bürgerwald liegen bereit

Die Douglasienstämme für das neue Kyrill-Tor am Briloner Bürgerwald liegen bereit

Foto: Hendrichs Jürgen

Brilon.   Das neue Tor am Briloner Bürgerwald entsteht aus Douglasien. Dieser „Baum des Klimawandels“ ist härter und widerstandsfähiger als Fichte.

Das neue Kyrill-Tor wird noch eindrucksvoller als sein Vorgänger. Die 18 mächtigen Baumstämme für das Mahnmal liegen bereits am Fuß des Bürgerwaldes. Sie sind zwischen 23 und 26 Meter lang und haben einen Durchmesser von bis zu 60 Zentimetern. Fertigstellung und Einweihung sind für den Mai ins Auge gefasst.

Das erste Tor bestand aus 14 jeweils rund 20 Meter hohen Stämmen. An einem war Ende Oktober eine sechs Meter lange Spitze abgebrochen. Feuchtigkeit hatte die Fichte im Lauf der Jahre im Bereich der zur Befestigung durch das Holz gebohrten Gewindestäbe modern lassen. Aus Sicherheitsgründen hatte die Stadt das Mahnmal Tage später komplett abreißen lassen.

Das Kyrill-Tor war 2008, ein Jahr nach dem Orkan, errichtet worden. Der damalige Stadtbaudirektor Johannes Nolte hatte es entworfen und dazu ein Modell im Maßstab 1:10 angefertigt. Danach wird auch das neue Tor angefertigt.

Der Unterschied: Während das erste Tor noch aus Fichtenstämmen bestand, die der Orkan im Briloner Stadtwald umgeworfen hatte, werden für seinen Nachfolger Douglasien verwendet. Diese sind härter als Fichtenholz. Die Douglasie gilt als ein Baum des Klimawandels für die Mittelgebirgsregion.

100 Festmeter Holz

Insgesamt 18 Bäume hat der Stadtforst für das Mahnmal fällen lassen, je neun im Revier Altenbüren-Scharfenberg sowie im Bibertal. Volumen: Ziemlich genau 100 Festmeter. Das entspricht in etwa der Menge Holz, die in Deutschlands Wäldern in 100 Sekunden nachwächst.

14 Stämme werden für das eigentliche Tor benötigt, die anderen werden wie früher rundherum auf dem Boden drapiert. „Einfach so zum Hinsetzen“, wie Johannes Nolte sagt. Oder zum drüber laufen. Oder wie auch immer vor allem Kinder das Monument erkunden und erobern wollen.

Als nächstes werden die Stämme geschält. Das besorgt in den nächsten Tagen ein Forstfachbetrieb aus Bad Berleburg. Ein Imprägnierung sei nicht vorgesehen, heißt es. Zwei Kräne und eine Hubsteiger waren bei der Montage des ersten Tores im Einsatz. Nolte: „Wenn die ersten drei Stämme fixiert sind, ist es einfach.“ Dann werden die weiteren entsprechend dem Modell angelehnt und mit Gewindestangen verbunden. Das neue Tor entsteht auf den Betonfundamenten seines Vorgängers. Die hat die Stadt entsprechend aufarbeiten lassen.

War das erste Tor noch im Rahmen des am Gemeindehaus Grün-Weiß in Petersborn traditionell groß gefeierten 1.-Mai-Festes eingeweiht worden, so werde diesmal ein späterer Termin ins Auge gefasst. In kleinerem Rahmen.

Übrigens: So manchem wird in jüngster Zeit das Hinweisschild zum „Sauerländer Tor“ auf der Info-Tafel der Brilon Touristik am Abzweig Haidknückel/B251 neben dem Camping-Platz aufgefallen sein. Das Schild weist zwar Richtung Petersborn und Bürgerwald. Ist aber kein aktualisierter Hinweis auf das neue Mahnmal am Bürgerwald. Das wird auch weiter Kyrill-Tor heißen. Das „Sauerländer Tor“ ist das ehemalige Hotel Ströthoff, das jetzt von Niederländern betrieben wird.

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