Kultur

Neues Konzept für das Heimatmuseum Marsberg

In einer Sonderausstellung war 2017 das Replikat der Himmelsscheibe von Nebra im Heimatmuseum der Stadt Marsberg zu sehen. Dr. Bettina Stoll-Trucker referierte über die Himmelsscheibe von Nebra, links Museumsleiter Heiner Duppelfeld und Detlev Steinhoff, Vorsitzender des Fördervereins historisches Obermarsberg.

In einer Sonderausstellung war 2017 das Replikat der Himmelsscheibe von Nebra im Heimatmuseum der Stadt Marsberg zu sehen. Dr. Bettina Stoll-Trucker referierte über die Himmelsscheibe von Nebra, links Museumsleiter Heiner Duppelfeld und Detlev Steinhoff, Vorsitzender des Fördervereins historisches Obermarsberg.

Foto: Annette Dülme

Marsberg.   Im Rat Marsberg stellte der Museumsleiter Eckpfeiler der künftigen Ausrichtung vor. Verwaltung und Politik signalisierten Unterstützung.

Museumsleiter Heiner Duppelfeld stellte dem Stadtrat Donnerstagabend sein Konzept für den Ausbau und die Weiterentwicklung des Heimatmuseums der Stadt Marsberg in der ehemaligen Sturmiusschule in Obermarsberg vor. Er bat eindringlich um Unterstützung für und um das Museum als gesamtstädtische Institution. 2014 ist das Museum aus der Unterstadt in die Oberstadt umgezogen. Die ehrenamtlichen Unterstützer des Fördervereins Historisches Obermarsberg hätten schon viel Eigenleistung und Vereinsgeld in das Museum gesteckt, sagte Duppelfeld, jetzt seien die Grenzen erreicht: „Wir schaffen das nicht mehr alleine“.

Duppelfeld: „Ort der kritischen Auseinandersetzung“

Duppelfeld stieß im Rat auf offene Ohren. Sie seien froh, versicherten die Fraktionssprecher unisono, dass Heimatmuseum in so kompetenten Händen zu wissen. Franz-Josef Weiffen (MBG): Wir müssen jetzt ein Zeichen setzen und signalisieren: Wir stehen dahinter.“ Nach Abwägung aller Kosten, „sollten wir alles tun, was wir tun können“, so Bernd Sieren (SPD).

Der Museumsleiter will mit seinem Team das Museum für die Zukunft aufstellen und das „klassische Konzept einer Heimatstube verlassen“, in dem ausschließlich alte Wohnstuben, alte Gegenstände und dergleichen zu sehen seien. Um den übergeordneten Zielen und Anforderungen eines Museums als Ort des Studiums, der Bildung, des Erlebens von Heimat gerecht zu werden, müssten Themen angesprochen werden, die für die Besucher Relevanz haben. Duppelfeld: „Das Museum sollte auch zu einem Ort der kritischen Auseinandersetzung mit der heutigen Lebenswirklichkeit werden.“

Fachliche Begleitung durch LWL in Münster

Im Museum ist bisher die Stadtgeschichte von der Frühzeit bis zum 30-jährigen Krieg dargestellt. Ausgebaut werden sollen u.a. die Themenbereiche um die Geschichte der Psychiatrie, inklusive der Zeit zwischen 1933 und 1945. Die Industrieentwicklung mit Unternehmerpersönlichkeiten sollen in einem weiteren Raum dargestellt werden. Der nächste ist der Marsberger Glasindustrie gewidmet. Für die thematische Ausarbeitung will sich das Museumsteam Hilfe und Mitarbeit der Kulturabteilung des LWL in Münster holen, die das bereits zugesagt hat.

Jetzt, so Duppelfeld, gehe es erst einmal um das räumliche Konzept. Dazu ist der Ausbau der drei ehemaligen Lehrerwohnungen in der ersten Etage des altes Schulgebäudes vorgesehen mit Treppenhaus sind es 15 Räume. Sechs Räume hat der Förderverein auf eigene Kappe renoviert. Neun Räume und das Treppenhaus müssen hergerichtet werden. Duppelfeld: „Das kann das Museumsteam nicht mehr in ehrenamtlicher Eigenarbeit leisten.“ Decken müssen abgehängt werden, Mauern durchbrochen und Mauervorsprünge entfernt, das zweite Treppenhaus soll abgerissen werden. Duppelfeld erhofft sich Hilfe durch das Bauamt, Unterstützung seitens der Verwaltung bei der Fördermittelbeschaffung und der Politik in puncto Finanzierung. Insgesamt hat der Förderverein bis jetzt 203.000 Euro in das Museum investiert, ohne Fördermittel, Spenden und Beteiligung der Stadt.

Bürgermeister Hülsenbeck: „Als erstes werden wir mit dem Museumsamt sprechen, wie es weitergehen kann.“ Wenn das Raumkonzept steht, soll ein Finanzierungsplan ausgearbeitet werden.

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