Gut Glindfeld

Neues Zuhause für die Kultur in Medebach

Nicht wiederzuerkennen ist das Innere des alten Kuhstalls. Er kann auch für Veranstaltungen gemietet werden.

Nicht wiederzuerkennen ist das Innere des alten Kuhstalls. Er kann auch für Veranstaltungen gemietet werden.

Foto: Stefanie Bald

Medebach.  Der ehemalige Kuhstall von Gut Glindfeld ist jetzt ein moderner Veranstaltungsraum. Im November findet ein Konzert des Kulturrings hier statt.

„Ich kann mir schon vorstellen, wie es aussieht: Hier kommt das Podium hin, und die Stühle stehen dann im Halbrund davor.“ Hildegard Althaus, 2. Vorsitzende des Kulturrings Medebach, steht mitten im ehemaligen Kuhstall von Gut Glindfeld und malt sich die nahe Zukunft aus, wenn in dem historischen Gemäuer klassische Musik zu hören sein wird.

Es ist schon eine Weile her, dass hier die letzte Kuh gemuht hat, und der ehemalige Stall hat sich enorm verändert. Der blanke, in Wischtechnik marmorierte Hartbetonboden strahlt moderne Kühle aus, die vom warmen Ton der unverputzten Bruch- und Backsteinmauern, viel Holz und den historischen Fensterbogen aufgefangen wird.

Erweitert Möglichkeiten für Konzerte

Einige hundert Personen finden Platz in dem neu gestalteten Raum – was Hildegard Althaus ungemein freut, denn sie und ihre Mitstreiter vom Kulturring dürfen das schöne Gebäude demnächst mitnutzen.

Seit 26 Jahren veranstaltet der Kulturring Konzerte auf Gut Glindfeld. Anfangs nur im sogenannten Jagdzimmer, in das bis zu drei Musiker und höchstens 80 Zuhörer passen, schätzt Althaus. Für größere Konzerte konnten der Verein später auch die Kulturscheune nutzen. Sie bietet deutlich mehr Platz, ist aber nicht beheizbar, also nur für Konzerte im Sommer geeignet.

Deshalb erweitert der umgebaute Kuhstall die Möglichkeiten für den Kulturring enorm. Er bietet nicht nur Platz für viele Künstler und Gäste, sondern ist mittels einer Wärmepumpe sowohl heiz- als auch kühlbar.

Um Heimatpreis beworben

Was für Konzerte noch fehlte, war ein Podium, damit die Musiker nicht nur gehört, sondern auch gesehen werden. „Und deshalb haben wir uns dann für den Heimatpreis beworben“, erklärt Hildegard Althaus. Die 500 Euro, die es für den dritten Platz gab, fließen in die Anschaffung des mobilen Podiums. Acht höhenverstellbare Tische von jeweils gut einem mal zwei Metern Größe sind bestellt. „Man hat uns zugesagt, dass sie bald geliefert werden“, ergänzt Ulrike Heller, Mutter von Gutsbesitzerin Sophia-Antonia Bir. Obendrauf kommt noch eine Lage Teppichboden, damit Künstler und Instrumente nicht rutschen.

Wer das erste Kulturring-Konzert im Kuhstall geben darf, steht auch schon fest: Am 16. November gastieren in Medebach die Harfenistin Margret Köll und der Blockflötist Stefan Temmingh.

„Die Akustik des Raums haben wir schon mit einem Chor getestet“, verrät Eigentümerin Sophia-Antonia Bir. „Die ist wirklich gut.“ Neben dem Kulturring, der hier keine Miete zahlen muss, können auch Firmen und Privatleute den mit viel Aufwand hergerichteten ehemaligen Kuhstall für Feierlichkeiten und Tagungen mieten.

Eine große Theke im hinteren Bereich ist vorhanden, „das erlaubt auch uns, unsere Konzerte künftig mit einem kleinen gemütlichen Zusammensein bei einem Imbiss abzuschließen“, freut sich Althaus auf die Zukunft.

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