Bevölkerung

NRW-Statistik: Die Hochsauerländer werden immer weniger

Sieht doch eigentlich ganz voll aus: der Briloner Marktplatz bei der Michaeliskirmes. Aber laut Statistikern nimmt die Zahl der Bürger in allen Altkreis-Städten (außer in Medebach) ab.

Sieht doch eigentlich ganz voll aus: der Briloner Marktplatz bei der Michaeliskirmes. Aber laut Statistikern nimmt die Zahl der Bürger in allen Altkreis-Städten (außer in Medebach) ab.

Foto: Joachim Aue

Altkreis.  NRW-weit ist die Bevölkerungszahl um 0,1 Prozent auf 17,9 Mio. Menschen gestiegen. HSK-weit ist sie binnen sieben Jahren um 4724 Bürger gesunken.

Alle Jahre wieder legen die Statistiker der Landesabteilung „Information und Technik“ die aktuellen Bevölkerungszahlen vor. Und alle Jahre wieder regen sich die Städte darüber auf, dass die Zahlen der Statistiker nicht mit denen der Einwohnermeldeämter übereinstimmen. Grund dafür: Die Städte und Kommunen berufen sich auf die tatsächlichen Wohnsitzmeldungen. Die Statistiker legen die Ergebnisse des Zensus von 2011 zugrunde und berechnen für jedes Jahr die Sterbefälle, die Geburten, die Zu- und die Fortzüge mit ein.

Keine Möglichkeit der Bereinigung

Ein Sprecher des Landesamtes: „Eines der Hauptprobleme bei diesen Zahlen besteht darin, dass es durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes verboten ist, dass die Zahlen der Volkszählung in die Einwohnermelderegister zurückgespielt werden. Es gibt daher keine Möglichkeit, die Zahlen der Städte oder unsere zu bereinigen.“

Bei Schlüsselzuweisungen, die pro Kopf berechnet werden, kann eine geringere Einwohnerzahl für Kommunen weniger Zuschüsse bedeuten; im Umkehrschluss orientiert sich aber auch die Kreisumlage an diesen Zahlen.

Brilon

Hier die aktuellen Ergebnisse von IT NRW, Stand 31. Dezember 2018: Brilon verliert demnach von 2011 zu 2018 exakt 273 Einwohner. Stand laut IT zum Jahresende 2018: 25.417. Aktueller Stand laut Stadtverwaltung: 27.499

Hallenberg

Hallenberg wird kleiner: 4486 waren es Ende 2018 – das sind 35 weniger als 2011. Aktuelle Meldung der Stadt: 4509

Marsberg

Marsberg lässt in sieben Jahren 592 Bürger „im Dampf“. Stand laut IT zum Jahresende 2018: 19.640. Stand laut Stadt: 20.522

Medebach

Medebach ist die einzige Stadt im Altkreis, die laut Statistikern zulegt – um 132 Bürger von 2011 auf 2018. Stand laut IT zum Jahresende 2018: 8.055. Stand laut Meldeamt: 8.044.

Olsberg

Für Olsberg weist IT-NRW zum Ende 2018 exakt 14.489 Bürger aus, was ein Verlust im Vergleich zu 2011 von 452 wäre. Bei der Stadt selbst sind 14.614 Bürger mit Hauptwohnsitz gemeldet.

Winterberg

Winterberg verliert laut Statistikern von 2011 zu 2018 exakt 356 Bürger. Aktueller Stand laut IT NRW zum 31.12 20018: 12.611 Einwohner. Die Stadt selber kommt auf 13.323.

Rabea Kappen, Sprecherin der Stadt: „Winterberg hat seinerzeit gegen die Feststellung des Zensus 2011 geklagt, da es einen großen Unterschied zwischen der Einwohnerzahl des Zensus 2011 und der des Einwohnermeldeamtes gab. Begründet wurde die Klage zum einen dadurch, dass Inhaber eine Zweitwohnung in Winterberg zwar ihren Hauptwohnsitz angemeldet haben, beim Zensus 2011 aber eben Winterberg nicht als Lebensmittelpunkt und ihren Hauptwohnsitz angegeben haben.“

Viele Ausländer mit Hauptwohnsitz

Zum anderen habe die Stadt Winterberg zahlreiche Ausländer mit Hauptwohnsitz zu verzeichnen, insbesondere seien hier Menschen aus den Beneluxstaaten zu nennen. Im Rahmen des Zensus 2011 haben auch diese Personen nicht Winterberg als Hauptwohnsitz angegeben. Insbesondere vor dem Hintergrund des hohen Anteils des Gastronomiegewerbes im Verhältnis zur Einwohnerzahl (Tourismusort) haben sich viele Auszubildende nach dem Meldegesetz mit Hauptwohnsitz in Winterberg anzumelden, da sie sich im Stadtgebiet Winterberg überwiegend aufhalten. Kappen: „Jedoch hat auch möglicherweise dieser Personenkreis beim Zensus 2011 den Hauptwohnsitz außerhalb von Winterberg angegeben - z. B. Wohnort der Eltern.“ Das Bundesverfassungsgericht hat den Zensus 2011 für verfassungsgemäß erklärt.

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