FUSSBALL

Olper schrieb vor 16 Jahren „Ohne Holland...“-Song

Arjen Robben aus den Niederlanden liegt am Boden.

Foto: Peter Dejong

Arjen Robben aus den Niederlanden liegt am Boden. Foto: Peter Dejong

Winterberg/Brilon.   Ein Ausscheiden in der WM-Quali ist für die niederländische Mannschaft nichts Neues. Jörg Schaefers nahm schon 2001 ein Lied auf.

Die minimale Hoffnung der niederländischen Fußballer auf die Teilnahme bei der WM 2018 wurde am Dienstagabend zunichte gemacht. Der Spott lässt nicht lange warten: Der Klassiker „Ohne Holland fahr’n wir zur WM“ - auf die Melodie von „Yellow Submarine“ - erlebt wieder einmal eine Renaissance. Wir haben mit Jörg Schaefers gesprochen, der das Lied vor 16 Jahren produziert und eine zeitlang in Winterberg für die WP gearbeitet hat.

Wie ist das Lied entstandenen?

Jörg Schaefers: Das habe ich mit meinem Bruder Dirk zusammen gemacht. Die Niederlande waren in der Qualifikation ausgeschieden. Meine Mutter ist Holländerin und daher entstand das Lied auch ein wenig als Verarbeitung der „enttäuschten Liebe“. Ich habe alle Instrumente auf dem Keyboard eingespielt, mein Bruder hat am Computer einen Beat dazu gebastelt. An einem Nachmittag und Abend war das Lied fertig.

Wie hat sich das Lied verbreitet?

Man muss dazu sagen, dass es Youtube ja erst seit 2005 gibt. Eine virale Verbreitung war also gar nicht möglich. Das MP3 der Aufnahme geisterte einfach so durchs Netz. Wir haben das Lied auch nie veröffentlicht, auf CD beispielsweise. Ich habe den Song aber mal in Ausschnitten im Radio gehört, als es um das Ausscheiden der niederländischen Mannschaft ging.

Ihre Mutter ist Niederländerin - wie hat sie das Lied aufgenommen?

Sie fand das eigentlich ganz lustig. Im letzten Refrain haben wir eine Art Chor eingebaut. Da hat sie sogar mitgesungen.

Wie erleben Sie das erneute Ausscheiden in einer Qualifikation?

In meiner Brust schlagen zwei Herzen. Natürlich bin ich Deutscher, aber es gibt immer auch die niederländische Seite. Wenn man auf die letzten Jahre schaut, kann man schon von Resignation sprechen. Das Schlimmste ist der Hohn und Spott, weil alle Freunde und Arbeitskollegen wissen, dass ich halber Holländer bin.

>>> Zur Person

  • Jörg Schaefers wurde 1972 in Olpe geboren und ist seit früher Kindheit Fan von Schalke 04.
  • Von April 1998 bis September 2000 arbeitete er für die Westfalenpost in Winterberg.
  • Während dieser Zeit pfiff er als Schiedsrichter in der Verbandsliga. Heimatverein: VfL Winterberg.
  • Danach zog es ihn nach Frankfurt, wo er inzwischen für die BILD-Zeitung arbeitet.

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