Krankheit

Brilon: Wie Elisa Rudolf die Diagnose Parkinson bewältigt

Elisa Rudolf aus Brilon-Madfeld ist an Parkinson erkrankt.

Elisa Rudolf aus Brilon-Madfeld ist an Parkinson erkrankt.

Foto: Privat / WP

Brilon/Berlin.  Vor drei Jahren erhält Elisa Rudolf aus Brilon-Madfeld die Diagnose Parkinson, die sie aus der Bahn wirft. Sie findet den Weg zurück ins Leben.

„Es war schockierend für mich. Ich wollte es erst gar nicht wahrhaben und habe das Thema einfach auf Seite geschoben“, sagt Elisa Rudolf aus Brilon-Madfeld rückblickend über ihre Diagnose: Parkinson. Vor drei Jahren bemerkte sie vermehrt Schweißausbrüche, ihr wurde immer öfter übel, sie stürzte gelegentlich. Ärzte diagnostizierten eine schwere Depression bei ihr.

Aber das stimmte nicht.

Diagnose Parkinson trifft sie wie ein Schlag

Wochen, diverse Medikamente und Therapien später, die keine Besserung brachten, rät eine Ärztin Elisa Rudolf zu einem Besuch bei einem Neurologen. Die neue Diagnose Parkinson trifft sie wie ein Schlag. Medikamente sorgen für eine Besserung ihres Zustandes. „Ich kam mir wieder gesund vor“, sagt die 55-Jährige, „aber mir war klar, dass das nicht ewig so bleiben würde.“ Sie sollte recht behalten, ein Jahr später geht es ihr spürbar schlechter. Erste Einschränkungen im Alltag machen sich bemerkbar. Ängste begleiten sie seitdem, wenn sie das Haus verlässt. „Was, wenn ein Schub kommt, ich falle und mich verletze?“

Stille. „Wo waren wir?“ Elisa Rudolf hat den Faden verloren. Konzentrationsschwächen und Wortfindungsstörungen begleiten sie immer wieder im Gespräch. „Es ist nicht mehr so wie am Anfang. Ich habe nur noch einen Funken Hoffnung, dass sich das noch ändern wird“ erklärt die Buchautorin. Zwölf Tabletten muss sie täglich einnehmen, um den Status Quo zu erhalten. Mit dem Fortschritt der Krankheit werden die Dosierungen in Zukunft erhöht werden müssen. „Es ist heftig und belastend. Im Alltag muss ich mittlerweile immer Dopamin bei mir haben, falls etwas passiert und ich das Notfallmedikament brauche“, erklärt Rudolf.

Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie sind, wie sie sagt, die drei Pfeiler, die sie stützen und von denen sie glaubt, dass sie einen positiven Effekt haben. Sprachlich ist erstmal keine Verschlechterung zu erkennen. „Das lässt manchmal Hoffnung aufkommen“, sagt die 55-jährige Autorin.

Lange mit einer Schreibblockade zu kämpfen

Unterkriegen lassen möchte sie sich nicht. Eines Nachts kommt ihr die Idee, ihre Erlebnisse schriftlich festzuhalten und in einem autobiografischen Roman zu bündeln. „Ich werde wieder schreiben“, lautet ihre Ansage an sich selbst. Zuvor hat sie lange mit einer Schreibblockade zu kämpfen.

Ein Seitenhieb für die Fehldiagnose

Sie sammelt mögliche Inhalte, bespricht sie mit ihrem Freund und ihrer Therapeutin, die ihr beide eine große Stütze sind. Neun Monate arbeitet sie an dem Roman, länger als an ihren bisher erschienenen Werken. Ihre Krankheit zwingt sie, auch dabei immer wieder zu Pausen. Mittlerweile ist „Parkinson… oder was?!“ fertig. Der Titel ist als kleiner Seitenhieb in Richtung der vorangegangenen Fehldiagnose gemeint. Diese verarbeitet sie in dem Buch auch. Immerhin sagt sie selbst, dass sich die anfänglichen körperlichen Symptome von Parkinson und einer Depression ähneln können.

Das Buch soll aber kein Ratgeber sein. Vielmehr möchte Elisa Rudolf mit ihren Worten Patienten, Freunde, Therapeuten, einfach alle erreichen, die direkt oder indirekt mit Parkinson in Kontakt kommen oder gekommen waren. „Auf dem Gebiet der Ratgeber gibt es Einiges auf dem Markt. Ich schildere meine Erfahrungen und auch Missstände.“

Eventuell schreibt sie auch eine Fortsetzung

Das passiert stellenweise mit einem Augenzwinkern. Zum Beispiel gibt es skurrile Begegnungen zwischen Rudolf und einer ehemaligen Therapeutin, die sich gerne mit zwei Möpsen umgibt. Die Autorin lacht im Gespräch, wenn sie erzählt, dass es ihre Weggefährten freut, wenn sie sich in Passagen des Buches wiederfinden.

Eventuell schreibt sie auch eine Fortsetzung zu ihren Buch. Aber bisher steht nur fest, dass sie jetzt eine Pause braucht und sich zunächst um die Vermarktung ihres neuen Werkes kümmern wird. In ihre gesundheitliche Zukunft schaut die 55-Jährige semi-optimistisch. „Wer weiß, vielleicht komme ich noch in den Genuss eines Heilmittels. Das ist aber vermutlich nicht realistisch. Bis dahin versuche ich, durch den Alltag zu kommen.“

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