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Olsbergerin zeigt, wie man das Tragetuch richtig bindet

Davina Sauer-Wundling zeigt, wie man das Tragetuch richtig bindet.

Foto: Laura Baer

Davina Sauer-Wundling zeigt, wie man das Tragetuch richtig bindet. Foto: Laura Baer

Olsberg.   Davina Sauer-Wundling bietet Beratungen rund um Baby-Tragehilfen an. Der WP gibt sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man ein Tuch bindet.

Im Berliner Prenzlauer Berg gehört das Baby-Tragetuch zum Alltags-Repertoire der Mütter und Väter, wie Sojamilch und Frisch-Obst in den Späti an der Ecke.

„Da ist das Tragen oft von einer richtigen Philosophie begleitet“, sagt Davina Sauer-Wundling. Sie bietet seit Anfang 2017 Beratung und Workshops rund um Tuch und Trage an. Während in den großen Städten das „Projekt Baby“ eine regelrechte Wissenschaft werde, gefalle ihr am Hochsauerland, dass die Eltern nicht auf jeden Trend auf dem Babymarkt anspringen würden.

Auf Augenhöhe miterleben

Davina Sauer-Wundlings Angebot wird allerdings gut angenommen: „Ich möchte den Eltern das Tragen ja auch als etwas Bodenständiges, ohne abgehobenes Image, nahebringen“, sagt die ausgebildete Trageberaterin. Denn: „Tragen ist einfach unheimlich praktisch.“ In Städten wie Köln oder Berlin ohnehin – „Mit Kinderwagen in der Straßenbahn, das ist nicht einfach“. In ländlichen Gebieten müssten Eltern oft schlichtweg nicht über eine Alternative zum Buggy oder Maxi-Cosi nachdenken. „Viele nutzen schließlich das Auto“, so Davina Sauer-Wundling. „Aber auf Volksfesten oder einer Kirmes bietet das Tragen auch hier Vorteile.“ Daneben sei es für das Baby schön, alles auf Augenhöhe mitzubekommen. „Und sich dennoch wegkuscheln zu können, wenn die große neue Welt mal etwas zu viel wird“, so die zweifache Mutter.

Einfach ausprobieren

„Viele Eltern, die zu mir kommen, haben sich bereits entschieden, dass sie ihr Kind tragen wollen“, sagt Sauer-Wundling. Zum Ausprobieren und Informieren fehle es ihnen aber oft an Anlaufstellen.

„Natürlich gibt es Babyausstatter, diese können aber nur eine Auswahl an Tragemöglichkeiten anbieten“, sagt die Tanzpädagogin. Bei ihr können Eltern viele verschiedene Modelle testen: von Tüchern über asiatische Mei-Tai- bis zur altbewährten Manduca-Tragehilfe.

Davina Sauer-Wundling erklärt Bindetechniken, führt sie vor und gibt Tipps rund um Tragehilfen: „Mit seinem Baby trägt man ja auch eine kleine Heizung mit sich. Da ist es im Sommer wichtig, auf die Temperatur des Kindes zu achten“, so die 40-Jährige.

„Tragen ersetzt dabei eine Kleidungsschicht, die Beinchen sollten bedeckt sein, ein Hut schützt den Kopf. Außerdem hilft ein dünnes Spucktuch, das zwischen Dekolleté und Gesicht des Babys gelegt wird.“

Tragen ist keine Wissenschaft

Der Klassiker unter den Kommentaren, wenn Davina Sauer-Wundling zeigt, wie ein Tragetuch gebunden wird: „Das ist aber viel Tuch für ein bisschen Baby.“ Tatsächlich beträgt die Standard-Länge der Tragehilfe 4,60 Meter. Der Vorteil: „Ein Tuch passt auf jeden Fall.“ Mit verschiedenen Bindetechniken gelinge es, das Kind, entsprechend seinem Alter, optimal zu stützen.

Eine bewährte Bindetechnik für Tragetuch-Tester ist die Wickel-Kreuz-Trage:

1. Schritt: Das Tuch mittig greifen und wie ein Badetuch von vorne umlegen. Hinter dem Rücken die Tuchenden kreuzen, die

entstehenden Stränge über die Schultern nach vorne holen.

2. Schritt: Von unten durch den Tuchstrang vor dem Bauch greifen und zunächst die Babyfüße in Empfang nehmen. Das Baby dabei mit der anderen Hand halten.

3. Schritt: Baby von der Schulter mit dem Po auf den Tuchstrang gleiten lassen. Das Tuch vom Po des Babys über den Rücken bis etwa zwei Finger über den Nacken hochziehen. Die untere Tuchkante zwischen die Bäuche stecken und so eine Art Beutel formen.

4. Schritt: Die Tuchkante am Kopf des Babys gut straffen, indem an beiden Tuchseiten gezogen wird.

5. Schritt: Stoff von den Kniekehlen des Babys an beiden Seiten nach hinten ziehen, um den Tragesitz zu straffen.

6. Schritt: Straffung über die beiden Tuchstränge und über die Schultern nach vorne holen. Die beiden Stoffstränge vorne strähnchenweise straffen.

7. Schritt: Die gestrafften Tuchstränge unter dem Po des Kindes verdrehen, um das Gewicht auch auf das Becken zu verteilen.

8. Schritt: Die Enden der verdrehten Tuchstränge hinter den Rücken führen und mit einem Doppelknoten festzurren.

Wer sich für eine Trageberatung oder einen Workshop interessiert, schreibt Davina Sauer-Wundling eine E-Mail:
info@mamazeit-olsberg.de.

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