Heimische Wirtschaft & Tourismus

Oversum-Streit geht in neue Runde

In den Konflikt um den Badbetrieb im Oversum kehrt keine Ruhe ein.

In den Konflikt um den Badbetrieb im Oversum kehrt keine Ruhe ein.

Foto: Ralf Hermann

Winterberg.   Das ohnehin zum Zerreißen gespannte Tischtuch zwischen der Stadt Winterberg und der Objekteigentümerin des Oversum, der Aquasphere Winterberg GmbH, scheint seit Donnerstag Nachmittag endgültig zerschnitten. Hatte Winterbergs Bürgermeister Werner Eickler am frühen Nachmittag im Zuge der unbefristeten Schließung des Sportbades durch die Aquasphere Winterberg GmbH auf Nachfrage dieser Zeitung noch von Gesprächen in der kommenden Woche mit dem Ziel einvernehmlicher Bad-Lösungen gesprochen, rückten diese Gespräche und Lösungen wenig später wieder in sehr weite Ferne.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das ohnehin zum Zerreißen gespannte Tischtuch zwischen der Stadt Winterberg und der Objekteigentümerin des Oversum, der Aquasphere Winterberg GmbH, scheint seit Donnerstag Nachmittag endgültig zerschnitten.

Hatte Winterbergs Bürgermeister Werner Eickler am frühen Nachmittag im Zuge der unbefristeten Schließung des Sportbades durch die Aquasphere Winterberg GmbH auf Nachfrage dieser Zeitung noch von Gesprächen in der kommenden Woche mit dem Ziel einvernehmlicher Bad-Lösungen gesprochen, rückten diese Gespräche und Lösungen wenig später wieder in sehr weite Ferne.

Grund dafür ist eine Pressemitteilung der Oversum-Eigentümerin am Donnerstag um 15.18 Uhr, in der u.a. behauptet wird, die Stadt schulde der Aquasphere Winterberg GmbH über 300.000 Euro an nicht gezahlten Betriebskosten für das Hallenbad. Diese Behauptung hat die Stadt mit einer eigenen Pressemitteilung um 17.38 Uhr vehement zurückgewiesen und erklärt, keine Zahlungsrückstände zu haben.

Der Reihe nach: Das Sportbad im Oversum ist - wie berichtet - seit Mittwoch unbefristet geschlossen. Die Konsequenz: Schulen, Vereine, externe Badegäste und die Oversum-Hotelgäste stehen erstmal ohne Becken da. Dabei war der 1. Mai ursprünglich der Tag, an dem die Aquasphere Winterberg GmbH als Nachfolgerin der insolventen Vitalresort Winterberg GmbH auch das Sportbad betreiben und zudem die Mitarbeiter der Vorgängerin übernehmen sollte. So hatte es der vorläufige Insolvenzverwalter der Vitalresort Winterberg GmbH vor einiger Zeit mitgeteilt. Die Mitarbeiter haben nach Informationen unserer Zeitung von der Schließung erst am Montag im Rahmen einer Betriebsversammlung erfahren und sind nun zumindest zum Teil erstmal in anderen Betrieben der Stadt sowie im Oversum-Hotel untergebracht.

Stadt sieht sich im Recht

Die Aquasphere Winterberg GmbH habe mit Schreiben vom 29. April völlig überraschend erklärt, dass sie weder das Sportbecken, noch das Lehrschwimmbecken und das Bewegungsbad sowie das Mutter-Kind-Becken betreiben wird, noch den Badbereich für das Vereins- und Schulschwimmen betreiben will. Die Aquasphere Winterberg GmbH sei vielmehr der Auffassung, die Stadt Winterberg müsste das Bad selbst und auf eigene Kosten betreiben, so die Stadt Winterberg, die dies völlig anders sieht, in ihrer Erklärung.

Die Stadt geht vielmehr davon aus, dass die Aquasphere Winterberg GmbH verpflichtet ist, das Bad auf eigene Kosten weiter zu betreiben. „Diese umfassende Betriebspflicht der Aquasphere Winterberg GmbH - auf eigenen Kosten - für den gesamten öffentlichen Badbereich für Bürger und Gäste entspricht der Vertragslage“, so die Stadt. Die Stadt zahle für das Schul- und Vereinsschwimmen eine Pauschalmiete „inklusive aller Nebenkosten“ über 600.000 Euro im Jahr. Es sei daher auch sachlich falsch, wenn die Aquasphere Winterberg GmbH nunmehr suggeriere, die Schließung des Bades erfolge, weil die Stadt sich weigere, Betriebskosten von 300.000 Euro zu zahlen. Der Badbetrieb einschließlich aller Betriebskosten werde durch die pauschale Inklusivmiete bereits bezahlt. Damit habe die Stadt den Komplettbetrieb des Badbereiches gezahlt, so die Stadt.

Der Zeitpunkt der medialen Offensive der Aquasphere Winterberg GmbH kommt vor dem Hintergrund der avisierten Gespräche und der zuletzt sehr zurückhaltenden Öffentlichkeitsarbeit von Aquasphere-Berater Thomas Krall schon überraschend. In der Pressemitteilung stellt die Oversum-Eigentümerin dar, dass sie das Hallenbad gemäß der Ausschreibung der Stadt Winterberg und nach deren Vorgaben als alleiniger Investor und reine Besitzgesellschaft entwickelt, geplant und gebaut habe. Nach dem Bau habe die Aquasphere Winterberg GmbH die Mietobjekte an einzelne und finanziell voneinander unabhängige Gesellschaften vermietet. Die Stadt Winterberg habe laut eines Schaubildes dabei das Hallenbad nur für die Nutzung durch Schulen und Vereine für 45 Stunden pro Woche gemietet. Anders als alle anderen Mieter habe nur die Stadt Winterberg für das Hallenbad keine Betriebskosten entrichtet, so die Oversum-Eigentümerin.

„Keine Vereinbarungen getroffen“

Die Stadt Winterberg habe - „aus für uns nicht verständlichen Gründen“ - über die WTW die Vitalresort Winterberg GmbH in die Insolvenz geschickt. „Bezüglich des öffentlichen Schwimmens für die Bürger von Winterberg haben Bürgermeister Eickler und seine Helfer keine Vereinbarung getroffen. Aufgrund der zuvor dargestellten Situation musste das Hallenbad geschlossen werden“, heißt es von Seiten der Aquasphere weiter.

Die Stadt hält diese Aussagen für falsch und rechtlich nicht haltbar.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben